- Bewegung
Training zu zweit
3 Minuten
Unbestritten ist der Nutzen regelmäßiger körperlicher Aktivität für die Gesundheit. Wie aber steht es um den Stellenwert der Bewegung während der Schwangerschaft bei Vorliegen eines Typ-1- oder Typ-2-Diabetes? Können bisherige sportliche Aktivitäten beibehalten werden – oder überwiegen mögliche Nachteile den Nutzen?
Unter dem Einfluss unterschiedlicher Hormone passen sich Herz-Kreislauf- und Atmungssystem, Körpergewicht, Bewegungsapparat und Psyche den besonderen Anforderungen der Schwangerschaft an. Östrogene, Progesteron, HCG, Prolaktin und Kortisol beeinflussen insbesondere auch den Zuckerstoffwechsel: In der Frühschwangerschaft verbrauchen Organe und Gewebe vermehrt Glukose (Traubenzucker). In der zweiten Schwangerschaftshälfte verschlechtert sich dagegen die Insulinempfindlichkeit; es entsteht eine zunehmende Insulinresistenz.
Bei stoffwechselgesunden Schwangeren laufen die Veränderungen des Glukosestoffwechsels geräuscharm und unbemerkt ab. Bei Schwangeren mit Typ-1-Diabetes hingegen kommt es in den ersten drei Monaten zu einer instabilen Stoffwechsellage mit vermehrten Unterzuckerungen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche steigt der Insulinbedarf kontinuierlich an – in der Regel um 50 bis 100 Prozent. Zudem begünstigen die Plazentahormone das schnellere Auftreten einer Ketoazidose.
Bei Schwangeren mit Typ-2-Diabetes ist die Zunahme der Insulinresistenz oft noch viel stärker. Kommen dann noch vorbestehende diabetesbedingte Begleiterkrankungen hinzu, stellt körperliche Aktivität vor allem Schwangere mit Typ-1-Diabetes vor eine riesige Herausforderung.
Möglichst optimale Stoffwechselführung: Sicherheit geht vor
Trotz der grundsätzlich positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität für die Schwangere und ihr Kind gilt daher gerade bei Typ-1-Diabetes: Sicherheit geht vor – eine möglichst optimale Stoffwechselführung ist zunächst einmal entscheidend für einen positiven Schwangerschaftsverlauf.
Während körperliche Aktivität gerade in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft leider doch oft als Störfaktor für eine optimale Stoffwechseleinstellung wirkt, bessert Bewegung im weiteren Verlauf der Schwangerschaft die Insulinresistenz – davon profitieren dann nicht nur Schwangere mit Typ-1-Diabetes, sondern insbesondere auch werdende Mütter mit Typ-2- oder Schwangerschaftsdiabetes.
Körperliche Aktivität immer mit Frauenarzt und Diabetesteam abstimmen!
Die geplante körperliche Aktivität sollte immer mit dem Frauenarzt und dem Diabetesteam abgestimmt sein. Liegen ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf, stabile, normnahe Blutzuckerwerte und keine Gegenanzeigen (Infokasten) vor, dann gelten für Schwangere mit Diabetes zunächst die gleichen Empfehlungen wie für Schwangere ohne Diabetes: In den ersten 3 Monaten können bisherige sportliche Aktivitäten meistens beibehalten werden.
Ab dem 4. Monat müssen sie den genannten physiologischen Veränderungen angepasst werden – Intensität und Umfang sind dann in der Regel zu reduzieren. Schwangere sollten idealerweise täglich in Bewegung sein. Alltags- und Freizeitaktivitäten liefern neben der richtigen sportlichen Aktivität (Infokasten) einen ganz wichtigen Beitrag zur Bewegung in der Schwangerschaft.
Grundsätzlich gilt: Zu viel Ehrgeiz ist falsch. Die richtige Belastungsintensität liegt vor, wenn eine Unterhaltung während der Bewegung noch möglich ist (Talk-Test); dann stimmt auch der Wohlfühlfaktor für Kind und Mutter.
Sport in der Schwangerschaft mit Diabetes
Zu empfehlende Sportarten *
- Walking/Wandern
- Aqua-Jogging
- Nordic Walking
- Aqua-Gymnastik
- Jogging
- Gymnastik
- Radfahren (in der Ebene)
- Yoga und Pilates für Schwangere
- Ergometertraining
- moderate Kräftigungsübungen der großen Muskelgruppen
- Schwimmen
* zwei- bis dreimal wöchentlich für ca. 30 Minuten, ab der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche (SSW) kein Sport in Rückenlage, Trainingsintensität angepasst an die jeweilige Schwangerschaftsphase (Talk-Test) in Absprache mit dem Frauenarzt/Diabetesteam
Nicht zu empfehlende Sportarten (Auswahl)
- Mannschaftssportarten
- Kontakt- und Kampfsportarten
- Bodybuilding, Gewichtheben
- intensives Krafttraining
- Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko
- Gerätetauchen
- körperliche Belastungen in Höhen über 2 000 m
- Extrembelastungen (u. a. Marathon, Triathlon)
Wann sollte kein Sport getrieben werden? **
- instabile Stoffwechsellage mit hohem Unterzuckerungsrisiko
- Ketoazidose
- schwere Blutarmut (Anämie)
- fortgeschrittene diabetesbedingte Begleiterkrankungen
- relevante Herz- oder Lungenerkrankungen
- frisch durchgemachte Infektionen
- schlecht eingestellter Bluthochdruck
- Fehlbildungen der Gebärmutter
- Schwäche des Muttermundes
- Fehl- und Frühgeburten in vorausgegangenen Schwangerschaften
- Wachstumsverzögerung des Kindes
- verminderte Kindsbewegungen
- Blutungen oder Scheideninfektionen
- vorzeitiger Blasensprung oder vorzeitige Wehen
- Fehllage des Mutterkuchens
- Gestose (“Schwangerschaftsvergiftung”)
- Unwohlsein, Kopfschmerzen
** im Einzelfall mit dem Frauenarzt/Diabetologen zu entscheiden (Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Sport- und Ernährungsmediziner
Diabeteszentrum Minden, Bismarckstraße 43, 32427 Minden,
Tel. 05 71/84 09 99, E-Mail: mb@diabetes-minden.de
,
Internet: www.diabetes-minden.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (5) Seite 76-77
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Tagen, 22 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße