- Bewegung
Von der “schnaufenden Dampflok” zum fitten Läufer
7 Minuten
Das Diabetes Programm Deutschland ist ein betreutes Lauftraining für Menschen mit Diabetes. Das Training für 2015 hat schon angefangen – aber noch können Sie sich anmelden und bei einer Laufgruppe in Ihrer Nähe einsteigen. Hier lesen Sie, welche Erfahrungen DPD-Teilnehmer Achim Wüstner und Lauftrainerin und Diabetesberaterin Dagmar Riebel bisher gemacht haben.
Achim Wüstner ist schon 2014 beim DPD mitgelaufen. Auch 2015 ist er wieder dabei – ganz einfach deshalb, weil ihn das Konzept überzeugt hat.
Achim Wüstner erzählt
„Mein Name ist Achim Wüstner, ich bin seit ca. 10 Jahren Diabetiker Typ 1 und seit 2014 begeisterter Teilnehmer des Diabetes Programms Deutschland (DPD).
Aufgrund meines mittlerweile recht hohen Gewichtes habe ich mir bereits längere Zeit Gedanken gemacht, wie ich mich am besten sportlich betätigen kann. Damals bin ich nur ab und an Fahrrad gefahren, jedoch hat mir so alleine oft die Motivation gefehlt. Leider sind meine Freunde entweder vollkommen unsportlich oder sie betreiben den Sport auf zu hohem Niveau.
Kampf gegen den inneren Schweinehund gewonnen
Meine Diafee erzählte mir Ende 2013 vom Start einer Diabetes-Laufgruppe in Mainz. Im ersten Moment war ich zugegebenermaßen nicht sonderlich begeistert, weil ich Befürchtungen hatte, dass meine Gelenke durch das Laufen zu stark belastet werden. Zudem schnaufte ich ja schon nach kurzen Laufstrecken wie eine Dampflok. Nach etwa zweimonatigem Kampf mit meinem inneren Schweinehund habe ich mich entschieden, doch am DPD Anfang 2014 teilzunehmen.
Der erste Schritt nach der Anmeldung war die Teilnahme an der Informationsveranstaltung in den Räumen des TV Laubenheim. Hier wurde das DPD von Dagmar Riebel, unserer Lauftrainerin, vorgestellt und ich konnte die anderen Teilnehmer kennenlernen. Als dann eine mögliche Teilnahme am Polderlauf des TV Laubenheim und das Ziel Köln Marathon angesprochen wurden, konnte man einen gewissen Zweifel nicht nur in meinem Gesicht erkennen.
Trotz aller Bedenken bin ich zum ersten Training gefahren und wurde eines Besseren belehrt. Die Laufintervalle begannen langsam, bestens auf Einsteiger abgestimmt. Schon nach wenigen Trainings konnte ich mich erheblich steigern und bereits eine Stunde durchlaufen. Das hat mir einen enormen Motivationsschub gegeben; die Freude am Laufen war entfacht!
Im Juni 2014 war ich aufgeregt, aber bereit, am ersten Volkslauf teilzunehmen. Die DPD-Gruppe bildete bei tropischer Hitze zwar das Schlusslicht im Teilnehmerfeld, trotzdem wurden wir alle begeistert angefeuert. Das Highlight des Jahres war der Köln Marathon. Unsere DPD-Gruppe hat sich für die 5-km- und 10-km-Strecke entschieden. Ich bin 10 km gelaufen und habe eine für mich tolle Zeit erreicht. Das Jahr haben wir mit weiteren Laufevents bis in den Dezember ausklingen lassen.
Klare Sache: Ich bin auch 2015 mit dabei
Insgesamt hat mir das Jahr 2014 eine deutliche Verbesserung meines Fitnesszustandes, des HbA1c-Wertes und eine deutliche Gewichtsreduzierung gebracht. Deswegen habe ich mich frühzeitig entschieden, auch 2015 am DPD-Laufprogramm teilzunehmen. Ich hoffe, dass die Laufgruppe Mainz in diesem Jahr etwas größer wird und gleichzeitig die gute Stimmung von 2014 erhalten bleibt. Mein Ziel für 2015 ist, mein Gewicht und meine Diabeteswerte weiter zu verbessern. Zudem möchte ich mich natürlich auch in sportlicher Hinsicht verbessern und mich bei den Volksläufen bis ins läuferische Mittelfeld vorarbeiten.
Auch dieses Jahr begann wieder mit einer Einführungsveranstaltung und zu meiner Freude mit einigen neuen, netten Gesichtern. Das Leistungsniveau der Gruppe ist weit gestreut. Diesmal ist vom absoluten Anfänger bis zum erprobten Halbmarathonläufer alles dabei. Ich freue mich auf eine weitere tolle Laufsaison in der Mainzer DPD-Laufgruppe. Ein paar weitere, fröhliche Lauffreunde könnten wir noch in unserer Gruppe aufnehmen.
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Dagmar Riebel ist Diabetesberaterin und die Lauftrainerin der Mainzer DPD-Laufgruppe, in derauch Achim Wüstner aktiv ist. Sie ist Übungsleiterin im Bereich Rehabilitation (B-Lizenz, Profil Innere Medizin). Sie schildert, wie auch untrainierte Menschen mit Diabetes wieder fit werden können – und wie sie als Trainerin sie dabei unterstützen kann.
Dagmar Riebel berichtet von ihrer Arbeit mit der Mainzer DPD-Laufgruppe
„Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens später“, sagte schon Wilhelm Busch. Trotzdem ist Joggen eine der beliebtesten Sportarten – kein Wunder, denn joggen ist gesund und erhöht die Lebensqualität.
Regelmäßiges Lauftraining stärkt das Herz- und Kreislauf-System, verhindert Übergewicht, verbessert das subjektive Fitnessgefühl und macht Spaß. Dies gilt natürlich gleichermaßen für alle Ausdauersportarten.
Laufen als Medikament
Leider ist der physische und psychische „Idealzustand“ alles andere als stabil und wird nicht selten durch unterschiedlichste Umweltbedingungen und Lebensweisen negativ, also krankmachend, beeinflusst. Fehlernährung, Bewegungsmangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufig die Folge. Warum also nicht das „Medikament“ Laufen empfehlen? Das Diabetes Programm Deutschland (DPD) ist im Februar in Mainz zum 2. Mal an den Start gegangen. Während der Informationsveranstaltung, dem ersten Kennenlernen, konnten sich die Teilnehmer informieren und auf ihre erste Trainingsstunde und die gemeinsame Laufsaison einstimmen.
Das Besondere: die ganzheitliche Betreuung
Das Programm unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von den üblichen Trainingsmethoden beim Ausdauersport. Pro Woche werden 1 bis 2 Sporteinheiten absolviert, eine Einheit umfasst etwa 60 bis 90 Minuten. Das Besondere beim DPD ist allerdings die ganzheitliche Betreuung der Teilnehmer mit Schwerpunkt auf ihrer Diabetestherapie. Vor und nach jeder Einheit muss der Blutzucker bei insulinbehandelten Teilnehmern gemessen werden. Außerdem müssen bestimmte Blutzucker-Schwellen eingehalten werden, um der Gefahr der Unterzuckerung vorzubeugen. Und in entspannter Trainingsatmosphäre lassen sich Fragen zur Diabetestherapie meist einfacher und direkter als in der Praxis.
Die Energieausbeute steigern
Für Einsteiger bzw. nach längerer Trainingspause ist es besonders wichtig, langsam und vorsichtig zu starten und die Trainingsintensität moderat und gezielt zu steigern. Der alles entscheidende Faktor hierbei ist die regelmäßige Messung der Herzfrequenz. Um Überlastungsbeschwerden oder gar Verletzungen vorzubeugen, ist es auf Dauer unerlässlich, neben der Verbesserung konditioneller Fähigkeiten, den Bewegungs- und Stützapparat zu stärken. Denn das Herz-Kreislauf-System passt sich den Belastungen schneller an als unser Bewegungsapparat. Die Optimierung der Lauftechnik führt wiederum zu einer effektiveren „Energieausbeute“. Mit der Energieausbeute ist die Fähigkeit gemeint, mit möglichst geringem Energieaufwand möglichst schnell und weit zu laufen, ein ganz entscheidender Faktor. Aus diesen genannten Gründen werden regelmäßig Koordinationstrainings absolviert, außerdem Lauf-ABCs, Übungen zur Stärkung der Fußgelenke und zur Verbesserung der Beweglichkeit, Übungen zur geeigneten Lauf-Körperhaltung, Intervalltrainings oder Bergläufe, nur um die wichtigsten Trainingsinhalte zu nennen. Diese Trainingsmethoden bringen zudem Spaß und Abwechslung in den „Laufalltag“.
Sport ist nicht Mord, sondern macht Spaß
Für die meisten Bewegungsmuffel hat Sport schon etwas Mörderisches. Die wohl häufigsten Fehler bei Einsteigern sind zu schnell, zu viel, zu oft, zu warm, ungeeignete Laufschuhe usw. Misserfolg und Demotivation sind die vorhersehbaren Folgen. Als wenn es keiner weiteren Begründung mehr bedarf, führen Aussagen wie „Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen“ (Horst Evers) zur Bestätigung des persönlichen Leids und zu dem folgenschweren Entschluss „kann ich nicht, mach ich nicht“. Um genau dies zu vermeiden, ist es von grundlegender Bedeutung, die Läufer getreu dem Motto „lieber langsam, dafür länger“ an das Laufen heranzuführen, Ängste zu nehmen und Hemmschwellen abzubauen. Spaß und Motivation stellen sich spätestens dann ein, wenn durch regelmäßiges Trainieren die Strecken immer länger werden.
Im April werden wir bereits unseren ersten regionalen Volkslauf bestreiten und es werden sicherlich weitere folgen. Die individuelle Fitness und der Spaß, dabei zu sein, stehen immer an erster Stelle.
Ganz ohne Schwitzen geht es eben nicht, alles was sonst noch fließt, sind schlimmstenfalls Freudentränen.
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Sport als Therapie – Diabetes Programm Deutschland
Natascha Rosenbaum, die beim Diabetes Programm Deutschland mit für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, erklärt noch einmal allgemein, worum es beim DPD geht – und wie Sie sich anmelden können.
Das Diabetes Programm Deutschland ist Deutschlands größtes Laufprogramm für Menschen mit Diabetes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainieren ein- bis zweimal die Woche in betreuten Laufgruppen über ein knappes Jahr hinweg, nehmen an Informationsveranstaltungen teil und werden fachärztlich begleitet. Ziel des Laufprogramms, das dieses Jahr bereits in die fünfte Runde geht, ist eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitswerte und des Lebensgefühls. Die Vision des Diabetes Programms Deutschland ist die Entfachung einer deutschlandweiten diabetischen Lauf- und Sportbewegung.
Verbesserung der Gesundheitswerte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Die von der Sporthochschule Köln ausgewerteten Daten der Teilnehmer aus den vergangenen Jahren ergaben, dass insbesondere die Männer und Frauen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, während der Trainingszeit deutlich an Gewicht verloren haben (2014: max. 17kg). Viele der Teilnehmer mit Diabetes Typ 2 haben ihren Langzeitzuckerwert nachhaltig reduziert (2014: max. 3,3), kamen mit weniger Medikamenten aus oder konnten diese sogar vollständig absetzen. Durch die sportliche Betätigung wurden aber nicht nur der Fitnessstand und die allgemeine Gesundheit gesteigert, sondern auch das Lauftraining selbst verfügt über eine positive psychosoziale Komponente.
Das Diabetes Programm Deutschland 2015
In diesem Jahr starteten die ersten Trainingsgruppen bereits im Februar 2015, der Einstieg in das Lauf- und Walkingtraining ist aber während des gesamten Frühjahrs noch problemlos möglich. Inzwischen haben sich rund 300 Männer und Frauen mit Diabetes oder Prädiabetes an insgesamt 21 Standorten in ganz Deutschland angemeldet. Um mit dem Diabetes Programm Deutschland einen noch größeren Teilnehmerkreis anzusprechen, wird in diesem Jahr neben dem Lauf-Angebot auch erstmals (Nordic) Walking in das Programm aufgenommen. Außerdem werden zum ersten Mal Menschen mit Prädiabetes an den Trainingsgruppen teilnehmen können. Ziel ist es, 400 bis 500 Männer und Frauen mit Diabetes zum Joggen oder zum Walken zu motivieren.
Auch die Krankenkassen engagieren sich
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet zweimal wöchentliches Training mit ausgebildeten Lauftrainern in kleinen Gruppen, eine fachärztliche Begleitung, ein kostenloser Startplatz für ein regionales Laufevent sowie eine umfangreiche medizinische Betreuung entlang der Strecke. Auch regelmäßige Info- und Schulungsveranstaltungen zum Thema Diabetes, Ernährung und Sport, ein funktionelles Laufshirt und die Bereitstellung von Blutzuckermessgeräten inklusive Teststreifen für die Trainingseinheiten gehören zum Paket dazu. Der Selbstkostenanteil pro Person beträgt 199 Euro für 10,5 Monate.
Die Techniker Krankenkasse übernimmt bei der ersten Teilnahme an dieser Patientenschulung 85% des Teilnahmebeitrags. Viele weitere Kassen erstatten ebenfalls Teile der Kosten. Da die Teilnehmer-Sicherheit höchste Priorität hat, ist eine umfangreiche Sportbescheinigung durch den Hausarzt oder Diabetologen Pflicht. Professionell unterstützt und begleitet wird das Diabetes Programm Deutschland von der Deutschen Sporthochschule Köln, Bayer HealthCare, Medtronic, Novo Nordisk und der Techniker Krankenkasse.
Teilnahme an einem großen regionalen Laufevent
Höhepunkt des Diabetes Programm Deutschland ist die Teilnahme an einer Disziplin (5km, 10km, 21km, 42km) des RheinEnergie Marathons Köln oder an einem anderen regionalen Laufevent im Herbst diesen Jahres. Aber auch vorher besteht für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die schon länger dabei sind und über ausreichend Lauferfahrung verfügen, bereits die Möglichkeit, an einem großen Stadtmarathon teilzunehmen. Am 10. Mai 2015 findet der 16. Gutenberg Marathon in Mainz statt. Für diesen Lauf stellt unser Premium-Partner, das Unternehmen Novo Nordisk, Startplätze zur Verfügung und sorgt für die medizinische Rundum-Betreuung entlang der Strecke.
Werden Sie Teil einer deutschlandweiten Lauf- und Sportbewegung für Diabetiker
Mit dem Ziel, das Diabetes Programm Deutschland zu einer deutschlandweiten Lauf- und Sportbewegung für Menschen mit Diabetes zu machen, wird das Programm in jedem Jahr auf weitere Standorte ausgeweitet. Hierbei bedarf es jedoch der Unterstützung lokaler Partner. Hierzu zählen Fachärzte und Diabetologen sowie DiabetesberaterInnen als medizinischer Hauptansprechpartner für eine Lauf- oder Walkinggruppe ebenso wie ausgebildete Übungsleiter. Auch Sportvereine oder Fitnessstudios sind als Koordinator der Lauf- oder Walkinggruppen herzlich willkommen. Den Partnern eröffnen sich durch die Teilnahme vielfältige Möglichkeiten und ein großer Mehrwert, wie zum Beispiel ein wissenschaftlich fundiertes Angebot für die Patienten, bzw. Vereinsmitglieder, die Einbindung in lokale Pressemeldungen und Nennung auf der Homepage, eine Plattform zum Austausch sowie aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Sport & Diabetes.
von Redaktion diabetes-online
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-online.de
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 3 Tagen, 12 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 3 Tagen, 11 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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