Diabetes-Kompass neu ausrichten (2) – Wissen und Schulung

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Diabetes-Kompass neu ausrichten (2) – Wissen und Schulung

Heute geht es um das Thema Diabetes-Wissen und -Schulungen. „Wissen ist Macht“ – dieses geflügelte Wort kennen wir sicherlich alle. Und wie sieht es aus mit dem Diabetes-Wissen? Ich denke, da können wir eine Parallele ziehen. Umfangreiches Diabetes-Wissen unterstützt uns, wichtige Zusammenhänge zu verstehen und gute Entscheidungen für uns zu treffen. Im Laufe der Diabetes-Dauer entwickeln wir uns zu Expert:innen in vielen Bereichen. Was sich am Anfang wie ein großer und unüberschaubarer Berg an neuen Informationen anfühlt, lichtet sich nach und nach und die einzelnen wichtigen Teile fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen – ähnlich wie bei einem Puzzle.

Die „Diabetes-Schulbank“ zu drücken, ist wichtig für einen guten Einstieg!

Um mit der Diabetes-Therapie gut zurechtzukommen, brauchen wir eine gute Grundlage – vielleicht ein bisschen wie das 1×1 oder das Alphabet. Wenn ihr neu diagnostiziert seid, solltet ihr eine Schulung einfordern, wenn sie euch nicht angeboten wird. Wie funktioniert das mit dem Insulin und den Kohlenhydraten? Die richtige Spritz- und Messtechnik? Was ist ein hoher Wert und wann bin ich im Normbereich? Was passiert beim Sport oder wenn ich krank bin? Außerdem wird recht schnell klar, dass wir in unserem Alltag mit Diabetes viele Entscheidungen situationsabhängig selber treffen müssen. Wir setzen eigenverantwortlich um, was wir gelernt haben.

Quelle: Ina Manthey

Ein gutes Diabetes-Team steht uns allerdings auch nach der ersten Schulung weiter unterstützend zur Seite. Da es immer leichter ist, auf konkrete Fragen eine Antwort zu bekommen, finde ich es hilfreich, Beispiele mitzubringen, bei denen nicht klar ist, was genau passiert ist. Und wenn dann noch ein Austausch auf Augenhöhe stattfindet, läuft es richtig gut.

Wer nun denkt, mit einer Schulung ist alles getan, der wird merken, dass es ähnlich wie mit dem Führerschein ist. Du darfst zwar fahren, aber in der Praxis lernst du immer noch eine ganze Menge dazu.

Auf die Plätze, fertig, los!

Unser Diabetes-Wissen wächst mit den verschiedenen Erfahrungen, die wir machen. Wir lernen durch verschiedene Situationen, die wir erleben. Wir werden sicherer, unsere Werte zu lesen und mit den Ergebnissen zu arbeiten. Wir tüfteln und probieren – mal kommen wir schnell zu einem guten Ergebnis und manchmal dauert es ein wenig länger. Wir bekommen Routine und trotzdem gibt es immer mal wieder Situationen, in denen es nicht klappt, nach den Ursachen geforscht und nachjustiert werden muss.

Wenn wir alleine nicht weiterkommen und das Gefühl haben, es klappt gerade gar nichts, dann ist es Zeit, sich Unterstützung zu holen. Diese Unterstützung kann sehr unterschiedlich sein. Eine gute und wichtige Adresse ist sicherlich das Diabetes-Team in der betreuenden Praxis. Aber es gibt auch noch eine Menge andere Angebote, die wir nutzen können.

Die Vielfalt der Angebote nutzen!

Es gibt viele Möglichkeiten, Antworten auf Fragen zu bekommen. Das Internet ist voll mit Informationen, aber wie bei allen Recherchen solltet ihr die Quellen gründlich prüfen. Ist halt manchmal auch viel Mist unterwegs. Entscheidend ist auch, wie ihr am besten Informationen aufnehmen könnt. Für manche ist es als Film sehr einfach, andere lesen lieber oder tauschen sich persönlich aus. Ich habe ein paar kleine Beispiele aus meinem Alltag mit Diabetes dazu mitgebracht.

Quelle: Ina Manthey

Um über Neues informiert zu sein, blättere ich gerne mal eine Zeitschrift durch, lese in Diabetes-Foren oder auf Diabetes-Blogs mit und abonniere eine kleine Auswahl an Newslettern. Toll sind natürlich auch Diabetes-Veranstaltungen oder Messen wie z.B. der T1Day oder Diabetes-Barcamps mit fachlichem und persönlichem Input.

Wenn ich etwas Neues lernen will und dazu mehr Informationen brauche, lese ich gerne ein Buch dazu oder nehme an einer Schulung/an einem Workshop teil.

Erfahrungsaustausch klappt für mich immer noch persönlich am besten, aber dazu zähle ich mittlerweile auch Online-Meetings. Hier tausche ich mich mit anderen Menschen mit Diabetes aus und bekomme neue Ideen.

Für die richtige Anwendung von Technik finde ich die Herstellerinformationen hilfreich. Z.B. als ich nach der technischen Einweisung das erste Mal zuhause den Katheter alleine setzen musste, habe ich mir nochmal ein Video des Herstellers auf YouTube angesehen. Das hat mir Sicherheit gegeben. Für manche Fragen oder Probleme reicht das nicht, dann gibt es aber immer noch Bedienungsanleitungen oder die Hotline.

Quelle: Ina Manthey

Das ist meine kleine, persönliche Auswahl. Ihr könnt ja mal überlegen, was eure Favoriten-Liste ist, um euer Diabetes-Wissen zu erweitern. Außerdem habe ich euch eine Liste mit Fragen zusammengestellt. Keine Angst, ihr müsst wie immer nicht alle beantworten. Sie soll euch unterstützen, damit ihr euch ein Bild machen könnt, wo ihr gerade steht.

Check it!

Wie sieht es bei dir aus in puncto Wissen und Schulung?

  • An welchen Schulungsangeboten habe ich bisher teilgenommen?
  • Welche Inhalte/Themen hatten diese Schulungsangebote?
  • Was hat mir gut gefallen? Was war nicht so gut?
  • Wie lange liegt meine letzte Schulung zurück?
  • An welchen „Diabetes-Veranstaltungen“ habe ich schon mal teilgenommen?
  • Wie kann ich auf „Diabetes-Veranstaltungen“ mein Wissen erweitern?
  • Fehlt mir Diabetes-Wissen, das ich für meinen Alltag brauche?
  • Wie zufrieden bin ich auf einer Skala von 1-10 (10 = sehr zufrieden) mit meinem Diabetes-Wissen?
  • Ist mein Diabetes-Wissen aktuell?
  • Wie halte ich mein Diabetes-Wissen aktuell bzw. lerne Neues dazu?
  • In welchen Themen kenne ich mich gut aus?
  • Wo habe ich eventuell noch Lücken? Machen mir diese Lücken im Alltag Probleme?
  • Was möchte ich noch über meinen Diabetes und den Umgang mit meinem Diabetes lernen?
  • Welche Quellen nutze ich, um an Diabetes-Wissen zu kommen?
  • Auf welche Art macht es mir Spaß, etwas zu lernen bzw. mich auszutauschen?
  • Welche Medien unterstützen mich beim Lernen/im Austausch?
  • Wie lerne ich leicht?
  • Welche Fragen nehme ich zu meinem nächsten Termin mit meinem Diabetes-Team mit?
  • Welche Vorschläge nehme ich zu meinem nächsten Termin mit meinem Diabetes-Team mit?
  • Gibt es etwas, das ich konkret verändern möchte? Was ist es?

Ich möchte euch ermutigen, am Ball zu bleiben. Beschäftigt euch mit eurem Diabetes-Wissen. Wie detailliert und wie tief das Wissen sein soll, das ist letztendlich eure Entscheidung. Wichtig ist, dass ihr gut für den Alltag mit Diabetes gerüstet seid.


Hier findet ihr Inas Teil 1 von Diabetes-Kompass neu ausrichten (1) – Therapieformen und Technik

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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