- Eltern und Kind
Bundesländer lehnen verpflichtende Qualitätsstandards ab
3 Minuten

Die überwiegende Mehrheit der Bundesländer will die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Verpflegung an Kitas und Schulen nicht verpflichtend einführen. Damit deligiere man die Verantwortung auf die Schulträger und Schulen ab, kritisiert ein Zusammenschluss von medizinischen Fachgesellschaften.
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordert verbindliche Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung als Maßnahme gegen die Übergewichtswelle bei Kindern und Jugendlichen. Nur zwei Bundesländer, nämlich Berlin und das Saarland, haben die anerkannten Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bisher umgesetzt.
„Die Verantwortung wird an die Schulen abgeschoben“
Daher hatte das Bündnis die restlichen 14 Bundesländer befragt, wann die DGE-Qualitätsstandards für Schul- und Kitaessen verbindlich eingeführt werden. Die Antworten der Kultusministerien machten deutlich, dass eine verbindliche Einführung in weiteren Ländern nicht geplant ist. „Die Schulpolitik nimmt ihre Verantwortung nicht wahr, duckt sich weg und schiebt die Verantwortung an die Schulen ab,“ resümiert Dietrich Garlichs, Sprecher von DANK, die Umfrage.
Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind in Deutschland auch bei Kindern und Jugendlichen ein gravierendes Problem. 15 Prozent der 3- bis 17-jährigen sind übergewichtig und aus dicken Kindern werden meist dicke Erwachsene, die ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen, einige Krebsarten und Gelenkserkrankungen sowie psychische Probleme haben. Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig.
DGE-Qualitätsstandards nur von Berlin und dem Saarland umgesetzt
Die Kita- und Schulverpflegung spielt daher nicht nur eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sondern sie kann auch einen nachhaltigen Beitrag zum Gesundheitsverhalten in der Bevölkerung insgesamt leisten. Derzeit ist in Deutschland eine gesunde Kita- und Schulverpflegung allerdings eher die Ausnahme.
Bereits 2007 bzw. 2009 wurden die DGE-Qualitätsstandards zur Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet und inzwischen aktualisiert. Sie bieten eine gute Grundlage für eine altersangemessene und qualitativ hochwertige Verpflegung. Bisher setzen jedoch nur Berlin und das Saarland die Standards für Ganztagsschulen um.
„Auch der Bund sollte in die Verantwortung genommen werden“
„Alle Kinder haben ein Recht auf Gesundheit und gute Ernährung. Der Bund sollte beim Ausbau von Schulmensen und –küchen mit in die Verantwortung genommen werden,“ findet Renate Künast, Vorsitzende des Verbraucherschutzausschusses im Bundestag.
Aktuellen Untersuchungsergebnissen zufolge ist die Qualität der Kita- und Schulverpflegung bundesweit noch unbefriedigend.
Kita-Verpflegung
- Nur 18% der Kitas berücksichtigen die DGE-Qualitätsstandards
- 46% der Kitas bieten zu häufig Fleisch und Fleischerzeugnisse an; Obst, Gemüse und Rohkost dagegen zu selten
- Nur 38,4% der Kitas verfügen über entsprechende Fachkräfte (Hauswirtschafter oder Koch)
- Bei 56% der Kitas wird das Essen warm angeliefert; nur ein Drittel kocht selbst
- Nur 16,2% der Kitas verfügen über voll ausgestattete Küchen
Schulverpflegung
- Nur 50% der befragten Schulen kennen den DGE-Standard, davon wiederrum setzen nur die Hälfte die Standards um
- In 60% der Schulen wird das Essen warmgehalten; nur 20% der Mahlzeiten bestehen aus Frisch- und Mischküche
- In über 34% der Schulen wird Gemüse nicht täglich angeboten
- In 61% der Schulen haben die Schüler weniger als eine dreiviertel Stunde Zeit für die Mittagspause
- 30 % der Schüler schmeckt das Essen nicht; über die Hälfte der Sekundarschüler verpflegt sich beim Imbiss, Bäcker oder Fast-Food-Restaurant
Alle Bundesländer begrüßen Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung, jedoch wird auf der anderen Seite deutlich, dass keines der Länder in naher Zukunft die verbindliche Einführung der DGE-Qualitätsstandards plant. Die Bundesländer verweisen stattdessen auf die Eigenverantwortung der Träger, die im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung und mit Unterstützung der jeweiligen Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung an der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards arbeiten sollen.
In Zusammenarbeit mit den Vernetzungsstellen gäbe es die Möglichkeit für Schulen, sich beraten zu lassen und ihre Speisepläne einem DGE-Qualitätscheck zu unterziehen, allerdings ist dieses Angebot freiwillig. Vielfach wird unterstrichen, dass die DGE-Qualitätsstandards bereits jetzt in Teilen Berücksichtigung finden und auch zur Ausgestaltung der Catererverträge genutzt werden können.
Nur mit einheitlichen Standards könne sich hochwertige Verpflegung flächendeckend etablieren
Trotz der Anstrengungen der Bundesländer, die Qualität des Kita- und Schulessens zu verbessern, setzt sich DANK für eine bundesweit verpflichtende Einführung der DGE-Qualitätsstandards ein. Nur so kann sich eine qualitativ hochwertige Verpflegung etablieren, die sich nicht nur auf Schulen und Kitas mit besonders engagierten Trägern oder gut vernetzten Elterninitiativen beschränkt, sondern deutschlandweit zum Standard wird und somit alle Kinder und Jugendliche erreicht.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße