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Der tägliche Diabetes-Mama-Fünfkampf
3 Minuten

Die Olympischen Spiele sind seit Kurzem vorbei. Es wurde viel gejubelt, aber auch geweint. Diese Wettkämpfe zeigen, dass Freud und Leid sehr nah beieinanderliegen können.
Und so ist es doch auch bei uns im täglichen Fünfkampf: Manchmal kommen wir gut mit den Anforderungen zurecht, die die Diabeteserkrankung unserer Kinder mit sich bringt. Manchmal könnten wir schier daran verzweifeln. Wir tragen täglich die unterschiedlichsten Wettkämpfe aus.
Meine Top 5 – meine ganz persönlichen Fünfkampf-Disziplinen:
Wettkampfdisziplin Nr. 1:
Kaffee, Kaffee, Kaffee

Wenn die Wachstumshormone mal wieder zuschlagen. Wenn die Blutzuckerwerte mal wieder total aus den Fugen geraten sind. Wenn ich mal wieder die Nacht zum Tag gemacht habe – dann starte ich in den Tag mit meiner Paradedisziplin: Kaffeekonsum.
Die erste Tasse zum Aufwachen und die zweite, dritte, vierte Tasse zum Wachbleiben und um irgendwie den Tag bis zum Abend überstehen.
Wettkampfdisziplin Nr. 2:
Schätzen von KE/BE/FPE/SEA …

Während andere Eltern ihre Kinder einfach drauflos essen lassen können, beginnt es in meinem Kopf zu arbeiten: Wie viele KE/BE stecken wohl in dieser Pizza? Wie viele FPE soll ich für die Pommes mit einrechnen? Gehen die Kohlenhydrate schnell ins Blut oder eher langsam? Brauchen wir also einen Spritz-Ess-Abstand? Hmmm. In dieser besonderen Disziplin werde ich wohl nie die Goldmedaille gewinnen. Dazu verschätze ich mich leider (noch) zu oft.
Wettkampfdisziplin Nr. 3:
Gewichtheben mal anders

Ist die Handtasche einer Frau schon gut gefüllt, so gilt das für eine Diabetes-Mama ganz besonders. Die zusätzlichen Utensilien sorgen dafür, dass wir Diabetes-Mamas es mit einem Gewichtheber (Leichtgewicht) aufnehmen können. Nicht nur, das unsere Handtaschen besonders schwer werden, sie müssen auch noch besonders groß sein. Schließlich brauchen Hypohelfer, Messgeräte, Teststreifen, Ersatzkatheter etc. auch ausreichend Platz. Leider kann ich auf die meisten Dinge nicht wirklich verzichten. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn ich etwas aussortiere, fehlt es mir am nächsten Tag garantiert.
Wettkampfdisziplin Nr. 4:
Wie viele gebrauchte Teststreifen und leere Verpackungen kann ich mit mir herumtragen?

Eine ganz besondere Disziplin. Für meine Tochter bin ich der wandelnde Diabetes-Abfalleimer. Egal, ob gebrauchte Teststreifen oder leere Traubenzuckerverpackungen: Ich bekomme alles jederzeit zugesteckt. Es gibt wohl kaum noch eine Jacken- oder Hosentasche, in der sich nicht irgendein Diabetes-Abfallprodukt befindet. Wie viele benutzte Teststreifen tragt Ihr so mit Euch rum?
Wettkampfdisziplin Nr. 5:
Schlaf wird überbewertet – nächtliches Blutzuckermessen

Bei unserer Tochter spielen vor allem die Blutzuckerwerte in der Nacht verrückt. Den einen Tag geht sie hoch. Den anderen Tag geht sie in den Unterzucker, und am dritten Tag passt es mal so einigermaßen. Leider nach keinem erkennbaren Muster. Da hilft bei uns leider nur eines: Wir müssen mindestens einmal in der Nacht ihren Blutzucker kontrollieren. Und das ist wohl die härteste Disziplin von allen: das nächtliche Blutzuckermessen. Wenn der Wecker mich aus dem Schlaf reißt, ist der nächste Tag für mich eigentlich schon wieder gelaufen. Was dann unweigerlich zu Wettkampfdisziplin Nr. 1 führt, um den Tag zu überstehen.
Wie heißt es bei Olympia so schön? Dabei sein ist alles. Doch ehrlich gesagt, könnte ich auf all diese ganz besonderen Herausforderungen des Alltags von Diabetes-Mamas/-Papas gerne verzichten, wenn unsere Tochter dafür kerngesund wäre. Doch da wir es leider nicht ändern können, geben wir jeden Tag unser Bestes für unsere Kinder. Und das ist das Wichtigste, was zählt. Und dafür haben wohl alle Diabetes-Eltern die Goldmedaille verdient.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße