Die Sicht der Eltern: Therapie-Anpassungen zu Hause – soll ich oder nicht?

2 Minuten

Die Sicht der Eltern: Therapie-Anpassungen zu Hause – soll ich oder nicht? | Foto: MDSIAM – stock.adobe.com
Foto: MDSIAM – stock.adobe.com
Die Sicht der Eltern: Therapie-Anpassungen zu Hause – soll ich oder nicht?

Viele Eltern, mit denen Maren Sturny in Kontakt kommt, fühlen sich unsicher: „Therapie-Anpassungen zu Hause? Das darf ich doch gar nicht“, hört sie oft. Sie hat sich dazu mit ihrem Diabetes-Team am Klinikum Dritter Orden in München ausgetauscht und teilt hier ihre Erkenntnisse.

Wieder zu Hause. Wir haben wie immer viel besprochen mit unserem Diabetes-Team und gemeinsam auch die Einstellungen in Sarah-Léonies Insulinpumpe angepasst. Meine Tochter wächst langsam in die Pubertät hinein, immer wieder „spinnen die Werte“.

Wichtigstes Learning heute: Wenn die Einstellungen, bei uns die der Insulinpumpe mit AID-Technologie, nicht mehr zu Sarah-Léonies Insulinbedarf passen, darf ich diese auch zwischen den Terminen anpassen. Ob mit oder ohne Rücksprache – das Diabetes-Team kann die Pumpendaten jederzeit einsehen und mich ggf. unterstützen – ist mir überlassen.

Das erste Mal

Vier Wochen später stelle ich fest, dass das Glukose-Niveau wieder höher ist. Ständig sind wir am Abgeben von Insulin zur Korrektur. Dabei ist meine Tochter gar nicht krank und so viele Fette und Proteine enthält das Essen auch nicht. Die Tendenz, dass sie nun mehr Insulin benötigt, hält sich auch in der Woche darauf noch.

Ich spreche mit dem Diabetes-Team. Sie schlagen mir vor, die Insulindosis für Kohlenhydrate, Korrektur und Basalrate jeweils um 10 Prozent zu erhöhen. Das ist der Vorschlag für uns, aber kann bei anderen individuell anders sein. Ich stelle nochmals sicher, in welche Richtung diese Anpassungen jeweils erfolgen sollen.

Wie ein Wunder

Und dann passiert das Wunder: Quasi über Nacht wird aus dem anstrengenden Diabetes wieder ein Teamplayer und bei uns kehrt wieder Entspannung ein. Unsere Ärztin erklärt mir, dass Kinder im Wachstum und mit Beginn der Pubertät einfach schrittweise immer mehr Insulin benötigen und dass das ganz normal sei. Diese Schritte können aber oftmals kürzer als drei Monate sein.

Volltreffer

Sarah-Léonies Körper stellt mich dieses Mal vor eine besondere Herausforderung, denn bereits vier Wochen später passt es wieder nicht mit den Werten trotz eines normalen Alltags. Soll ich warten bis zum nächsten Termin oder mich trauen? Nachdem ich einige Anzeichen für einen Hormonschub bei ihr erkenne, traue ich mich. Wieder justiere ich die Einstellungen, dieses Mal eigenmächtig, um 10 Prozent.

Zur Sicherheit habe ich unser altes Pumpenprofil gespeichert. Just in case … Nach einigen Tagen, in denen ich die Verläufe des Gewebezuckers sehr genau beobachte, entspanne ich mich. Alles im Lot, auch nachts wieder, denn da wüten bei uns die Hormone besonders stark. Volltreffer also und ich weiß nun, dass ich das auch zu Hause hinbekomme.

Therapie anpassen – alles Wichtige auf einen Blick
  1. Therapie-Anpassungen sind auch zu Hause erlaubt und gewünscht, also zwischen den Terminen mit dem Diabetes-Team.
  2. Für Rückfragen bei Unsicherheiten steht mein Diabetes-Team immer zur Verfügung.
  3. Ein genaues Beobachten der Werte nach den Anpassungen ist erforderlich.

von Maren Sturny

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (5) Seite 43

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: Wie Max und Marie ihren Diabetes mit der MiniMed 780G im Griff haben

In den kommenden Wochen veröffentlichen wir eine Serie von Beiträgen über vier Systeme zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-Systeme), die für Kinder und Jugendliche zugelassen sind. Los geht es mit der Vorstellung der MiniMed 780G von Medtronic.
Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: Wie Max und Marie ihren Diabetes mit der MiniMed 780G im Griff haben | Foto: rimmdream – stock.adobe.com

4 Minuten

Tipps für Familien mit Kindern mit Diabetes: Sonne, Strand und Pumpe – gut vorbereitet in den Urlaub

Die Temperaturen steigen ebenso wie die Vorfreude bei Groß und Klein: Der Sommer-Urlaub rückt näher. Und wie jedes Jahr heißt es im Vorfeld: planen, planen, planen. Was packen wir ein? Wie organisieren wir An- und Abreise? Und wenn dann noch der Diabetes des Kindes berücksichtigt werden muss, kann es noch mal komplizierter werden. Hier gibt es wichtige Tipps für die Vorbereitung.
Tipps für Familien mit Kindern mit Diabetes: Sonne, Strand und Pumpe – gut vorbereitet in den Urlaub | Foto: Sunny studio – stock.adobe.com

4 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Anzeige

Recor Medical

Das Verfahren der renalen Denervierung kann helfen, den Blutdruck effektiv zu senken.

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen