Kinderklinik des Klinikums Kassel

2 Minuten

© D.MEISTER/KS/Ndzw
Kinderklinik des Klinikums Kassel

In der Kinderklinik werden jährlich 290 Kinder- und Jugendliche mit Diabetes betreut. Mehr als die Hälfte verwendet eine Insulinpumpe, und ein großer Teil der Kinder benutzt verschiedene Sensortechniken, um die Zuckerwerte zu kontrollieren.

Wir verstehen uns als Wegbegleiter der Familien in einen möglichst selbstbestimmten Alltag. Das geht nur mit Teamarbeit. Unser Team besteht aus drei Diabetologen/Innen, zwei Diabetesberaterinnen, einer Sozialarbeiterin, einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie speziell geschulten Kinderkrankenschwestern auf unserer Station.

Zusätzlich zu den regelmäßigen Terminen in unserer Ambulanz kann telefonisch oder per E-Mail jederzeit zu uns Kontakt aufgenommen werden; zudem gibt es flexible Beratungstermine. Neben ambulanten Schulungen finden über das Jahr verteilt verschiedene Schulungswochen in der Klinik statt. Hierbei kommen die Kinder und Jugendlichen in Kontakt, und zusätzlich zu den Schulungseinheiten gibt es ein wechselndes Sport- und Freizeitangebot.

Schulungsthemen, die für Jugendliche interessant sind

Je nach Alter werden die nächsten wichtigen Schritte besprochen (Schuleintritt und -wechsel); interessante Themen für Jugendliche wie Verhütung, Alkohol, Sport, Stress mit den Eltern sind Bestandteil der Schulung dieser Altersgruppe. Sollten sich im Verlauf größere Akzeptanzprobleme einstellen, ist eine stationäre Behandlung auf unserer Station für chronisch kranke Kinder möglich.

Wichtig bei der Vorstellung unserer Klinik ist es uns aber auch, exemplarisch die Stimmungslage einer aktuell neu betroffenen Familie darzustellen – lesen Sie dazu mehr im Interview:

Victoria hat Diabetes – ein Interview mit ihren Eltern

DEJ: Wie war es, als Ihnen mitgeteilt wurde, dass Ihre Tochter Victoria Diabetes hat ?

Ganz ehrlich, es war ein Schock! Es war ein Gefühl, als hätte uns jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir haben uns zuvor nicht mit der Krankheit beschäftigt, und plötzlich ist der Diabetes von einer Minute auf die andere in unser Leben getreten und ein Teil von uns allen geworden.

DEJ: Wie empfanden Sie die Schulung Ihres Kindes?

Unsere Tochter war sehr wissbegierig. Sie war uns in der Schulung immer einen Schritt voraus, wobei sich die gesammelten Inhalte am Ende gedeckt haben.

Victoria ist erst sieben und auf dem Weg nach Hause fragten wir sie, wie es zu Hause jetzt weitergeht. Auch darauf wusste Victoria nach so kurzer Zeit eine Antwort: “Papa, wir werden jeden Tag messen, korrigieren, warten und essen.”

DEJ: Fühlen Sie sich jetzt schon sicher für den Alltag ?

Wir fühlen uns sicher, sonst wären wir bestimmt noch etwas geblieben, um mehr Routine zu bekommen. Doch die Schulung ist so abwechslungsreich, dass man mit immer neuen Situationen konfrontiert wird und darauf richtig reagieren muss. Noch offene Fragen können wir noch während der Folgetermine stellen. Auch durch das Angebot, jederzeit anzurufen oder vorbeizukommen oder eine E-Mail zu schreiben, kriegt man etwas mehr Sicherheit. Es ist ein toll aufgestelltes Team, das intern sehr eng miteinander kommuniziert. Uns hat es an nichts gefehlt.

Kinderklinik des Klinikums Kassel

Klinikum Kassel,
Diabetesambulanz, Leitung: Martin Schebek,
Mönchebergstr 41-43, 34125 Kassel,
Tel.: 05 61/980 5444,
E-Mail: kinderdiabetesteam@klinikum-kassel.de


von Martin Schebek und Friederike Wiegand
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 29

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetisches Fußsyndrom: Füße bei Diabetes auf Dauer gesund erhalten
Kalte Füße, trockene Haut, kleine schlecht heilende Wunden an den Füßen – auf diese Warnsignale sollten Menschen mit Diabetes achten, damit kein diabetisches Fußsyndrom entsteht. Denn geschädigte Nerven und verengte Gefäße können gefährliche Folgen haben. Doch es gibt Möglichkeiten, dem vorzubeugen und die Füße gesund zu halten.
Diabetisches Fußsyndrom: Füße bei Diabetes auf Dauer gesund erhalten | Foto: bilanol – stock.adobe.com

3 Minuten

Rezept für Gratinierte Sommer-Früchte
Sommer auf dem Grill: Aprikosen und Nektarinen werden mit Zitronensaft und Rosmarin aromatisiert, mit Camembert überbacken und in nur 20 Minuten servierfertig. Mit Nährwerten pro Portion eignet sich das Dessert auch für die diabetesbewusste Küche.
Rezept für Gratinierte Sommer-Früchte | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

Verbände