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Pubertät: Wenn Eltern schwierig werden …
3 Minuten

Die Pubertät kann sehr anstrengend sein, sowohl für die betroffenen Jugendlichen selbst als auch für deren Eltern. Ist dann noch ein ein Diabetes mit an Bord, macht dies die Gesamtsituation nicht gerade einfacher. Dies weiß auch Lucas Vater Michael Denkinger zu berichten…
Die Zeiten, in denen die Fußballschuhe in Lucas Sporttasche diametral zum Blutzuckermessgerät lagen, sind noch gar nicht so lange her. Die disziplinierte Regelmäßigkeit, mit der unser Sohn seinen Schulranzen einräumte, war ebenfalls beeindruckend.
Die Diabetes-Diagnose im Mai 2008 mit einem bis heute unfassbaren Schockwert von mehr als 900 mg/dl (50 mmol/l) hatte an diesem Tages- und Wochenrhythmus einen großen Anteil – Luca hatte bereits als Kind schnell erkannt, dass strukturelle Ordnung in Kopf und Tasche beim Diabetes-Management sehr helfen könnten.
Diabetes-Management passt sich pubertären Stimmungsschwankungen an
2017 sieht das ein bisschen anders aus. Völlig verloren gegangen ist Lucas Bereitschaft, die eigene Gesundheit gut zu managen, zwar nicht – sie passt sich jedoch aktuell sehr den Stimmungsschwankungen des pubertierenden Jugendlichen an. Die Dialoge, die sich daraus ergeben, hören sich alle in etwa so an:
“Hast du nach dem Essen nochmals gemessen, Luca?”
“Ja.”
“Wie ist dein Wert?”
“Ich glaube 380.” (Das sind 21,1 mmol/l.)
“Was heißt, ich glaube?”
“Weiß nicht, muss nachsehen.”
“Ja, sieh bitte mal nach.”
“Ja, 380”
“Das ist hoch, hast du korrigiert?”
“Nein, noch nicht, mache ich aber gleich – und Papa, übrigens: deine Fragerei nervt.”
“Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden”, lautet ein Buchtitel, der in sieben Wörtern zusammenfasst, wer nach einem wie oben beschriebenen Eltern-Kind-Gespräch meist als Verlierer aus der Unterhaltung hervorgeht. Ein bisschen Verständnis für die Situation unseres Sohnes und die eigene Gesprächsführung ist dennoch angebracht: Wer eine Unterhaltung mit seinem Kind nur noch auf den Begriffen Messen, Essen und Spritzen aufbaut, darf sich über eine abwehrende bis aggressive Grundstimmung nicht wundern.
Hormone wirbeln auch Insulinempfindlichkeit und -bedarf durcheinander
Denn: Die hormonellen Veränderungen in der Pubertät wirbeln nicht nur den Stoffwechsel, sondern zwangsläufig auch die Insulinempfindlichkeit und den Insulinbedarf gehörig durcheinander. Weil Adrenalin als Hormon zugleich die Freisetzung von Zucker aus der Leber fördert und Fettreserven abbaut, geht mit dieser Stress-Situation häufig eben auch eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels einher.
Ein mittelmäßiger bis schlechter HbA1c-Wert ist demzufolge nicht zwangsläufig der “Schlamperei” des Jugendlichen beim Diabetes-Management geschuldet. Dies sollten sich Eltern, aber auch Diabetesberater und -ärzte, immer wieder ins Gedächtnis rufen. Praxis- und realitätsnahe Lösungsansätze sind hier eher gefragt als reflexartig erhobene Zeigefinger mit Blick auf den im Lehrbuch oder in PR-Aktionen vorgegebenen “idealen” HbA1c-Wert.
Diabetes-Management: nicht für Eltern oder Ärzte, sondern fürs eigene Wohl
An einer Optimierung des Diabetes-Managements muss jedoch auch Luca mitwirken: Zunächst muss dem 14-Jährigen rasch wieder klar werden, dass er mit einem halbherzigen Dia-betes-Management nicht seinen Ärzten oder Eltern schadet, sondern nachhaltig seiner eigenen Gesundheit. Darüber hinaus sollte er wieder verstärkt damit beginnen, kritisch zu hinterfragen und Veränderungen anzustoßen, wenn er es für sinnvoll hält.
Dass er sich derzeit schon darüber erkundet, welcher Facharzt ihn noch vor oder nach seiner Volljährigkeit betreuen und weiter voranbringen könnte, ist schon einmal ein guter Ansatz. Dass er sich sehr kritisch mit den Texten auseinandersetzt, die sein Vater über ihn seit Jahren schreibt, ebenfalls.
von Michael Denkinger
Michael Denkinger (47) lebt mit seiner Familie in Memmingen und hat drei Kinder: Luca (14 Jahre), Angelina (16) und Timo (9). Er ist Inhaber der PR-Agentur Denkinger Kommunikation.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2017; 10 (4) Seite 30
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße