- Eltern und Kind
Worauf darf Alonso Vidal hoffen?
3 Minuten
Der Fußballstar Arturo Vidal (FC Bayern München) lässt seinen an Diabetes erkrankten Sohn in Turin behandeln; erprobt wird die „künstliche Bauchspeicheldrüse“. Ist damit eine Heilung möglich? Ein Interview mit Prof. Thomas Danne bringt Klarheit.
Alonso Arturo Vidal ist sechs Jahre alt und hat Typ-1-Diabetes; sein Vater ist Arturo Vidal, Mittelfeldspieler beim FC Bayern München. Der Junge unterzieht sich einer „neuartigen Behandlung“ – so stand es in der Münchner Abendzeitung und im Internet. Bekannt geworden ist dies durch einen Twitter-Beitrag von Vidal. Darin schreibt er vom „ersten Experiment weltweit für die künstliche Bauchspeicheldrüse“. Sein Sohn wird in Turin (Italien) behandelt.
Mit der künstlichen Bauchspeicheldrüse ist aber kein Organ gemeint, das eingepflanzt werden kann und dann die Insulinproduktion übernimmt. Sie besteht vielmehr aus: einer Insulinpumpe, einem Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung, einem Blutzuckermessgerät zur Kalibrierung des Sensors und einem Computerprogramm (Algorithmus), das die Pumpe automatisch steuert.
Alle diese Geräte können über Funkwellen miteinander kommunizieren, es wird daher auch von einem Closed loop (einem geschlossenen System) gesprochen. Wenn die Zusammenarbeit zwischen den Geräten gut funktioniert, ist dieses Closed loop zwar ein großer Fortschritt in der Behandlung des Diabetes – aber nicht gleichzusetzen mit einer Heilung!
Geforscht wird weltweit
Weltweit arbeiten Forschergruppen an der künstlichen Bauchspeicheldrüse/dem closed loop – darunter eine italienische Gruppe. Studien dieser Gruppe finden auch in dem Turiner Krankenhaus statt, in dem der Sohn von Vidal behandelt wird. Weit fortgeschritten in der Forschung ist das DREAM-Konsortium, das aus Forschern aus Slowenien, Israel und Deutschland (Prof. Danne, Prof. Kordonouri, beide Hannover) besteht (siehe z. B. Diabetes-Eltern-Journal 2/2013).
Prof. Thomas Danne ist Kinderdiabetologe und Chefarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin „Auf der Bult“ (Hannover). Er erklärt, wie weit die Forschung an der künstlichen Bauchspeicheldrüse fortgeschritten ist.
Diabetes-Journal (DJ): Herr Professor Danne, was ist das für ein Projekt, das durch den Fußballstar Vidal so viel Aufmerksamkeit bekommt?
Prof. Dr. Thomas Danne: Solche Projekte laufen ja nicht nur in Italien, sondern an vielen verschiedenen Orten weltweit. Grundsätzlich geht es darum, eine Insulinpumpe automatisch zu steuern, und zwar mit den Werten, die ein in der Haut gelegter Glukosesensor misst. Damit das klappt, muss eine Computersteuerung dafür sorgen, dass die Pumpe direkt aus diesen Daten gesteuert wird, ohne dass der Patient selbst eingreifen muss.
DJ: Ist das dasselbe Forschungsprojekt, an dem Sie auch beteiligt sind?
Danne: Man muss das sportlich sehen, das ist ja das Schöne in der Wissenschaft: Es arbeiten verschiedene Gruppen mit verschiedenen Ansätzen an dieser künstlichen Bauchspeicheldrüse. Da gibt es die Gruppe in Italien, dann das DREAM-Konsortium, in dem ich mitarbeite. Es gibt aber auch eine Gruppe in Boston, die einen etwas anderen Ansatz hat und nicht nur Insulin, sondern auch Glukagon verwendet. Auch in Kanada und Australien gibt es Versuche, den Weg zum Ziel zu finden.
DJ: Für wie aussichtsreich halten Sie den Versuch, den die Italiener machen?
Danne: Nun, ich denke, natürlich ist jeder Wissenschaftler immer überzeugt, dass er den einzig richtigen und am weitesten entwickelten Vorschlag hat. Bis jetzt haben wir von den Italienern nur Ergebnisse gesehen von einigen wenigen Erwachsenen. Das ist unter semifreien Bedingungen gelaufen, das heißt, die Studienteilnehmer sind im Hotel unter Bewachung gewesen. Andere Forschungsgruppen sind schon so weit, dass die Studienteilnehmer das System schon über längere Zeit zu Hause ausprobiert haben – darüber gibt es schon publizierte Daten aus sechswöchigen Versuchen unter häuslichen Bedingungen. Was die italienische Gruppe bisher veröffentlicht hat, schien alles noch nicht ganz so weit zu sein, aber vielleicht ist jetzt der aktuelle Versuch weiter. Besser werden wir darüber Bescheid wissen im Frühjahr beim ATTD-Kongress in Mailand, wo üblicherweise alle Gruppen zeigen, wie weit sie sind.
DJ: Wie kommt es, dass der Sohn von Arturo Vidal an der Studie teilnimmt?
Danne: Ich nehme an, dass die Familie Vidal über die Zeit, in der Arturo Vidal für Turin gespielt hat, den Kontakt aufgenommen hat und deshalb den weiten Weg nach Turin fährt, obwohl er Versuche natürlich auch hier in Deutschland hätte haben können.
DJ: Aber es ist doch auf jeden Fall eine Studie; das System ist also noch nicht dafür gedacht, dauerhaft eingesetzt zu werden?
Danne: Nein, dauerhaft sicherlich nicht, das ist mit Sicherheit eine Studie. Im April diesen Jahres hat das Unternehmen DreaMed eine strategische Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Medtronic bekanntgegeben, mit dem Ziel, den CE-zertifizierten DREAM-Algorithmus des DREAM-Konsortiums in die nächste Generation der Medtronic-Pumpen zu übertragen. Die Tests laufen im Moment. Ich denke, es wird sicherlich noch zwei Jahre dauern, bis das System tatsächlich Marktreife hat.
Interview: Nicole Finkenauer-Ganz
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (11) Seite 14-15
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 2 Tagen, 1 Stunde
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 2 Tagen, 1 Stunde
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 2 Tagen
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 1 Tag, 23 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 1 Tag, 22 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 14 Stunden, 38 Minuten
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jasminj antwortete vor 13 Stunden, 28 Minuten
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 6 Tagen, 5 Stunden
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 6 Tagen, 3 Stunden
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂