Fruchtzucker: keine gute Alternative bei Diabetes!

Fruchtzucker: keine gute Alternative bei Diabetes!
Fruchtzucker: keine gute Alternative bei Diabetes!
Foto: manyakotic – stock.adobe.com

Kannst Du Dich noch an Diabetiker-Schokolade, Diabetiker-Pralinen erinnern oder an Marmelade, die mit Fruchtzucker gesüßt wurde? Bis vor wenigen Jahren galt Fruchtzucker als das alternative Süßungsmittel für Menschen mit Diabetes. Heute wird Fruchtzucker bei Diabetes jedoch nicht mehr empfohlen – im Gegenteil sogar!

Seit Oktober 2012 dürfen keine Diabetiker-Lebensmittel mehr angeboten werden. Auf den Verpackungen solcher Lebensmittel stand „Für Diabetiker geeignet“. Einer der Hintergründe war, dass der Hinweis, dass Menschen mit Diabetes sorglos genießen können, als irreführend angesehen wurde. Dem Verbot vorausgegangen war eine Änderung in der Diätverordnung im Herbst 2010. Oft waren solche Lebensmittel mit Fruchtzucker gesüßt. Aber warum ist es gerade für Menschen mit Diabetes gar nicht gut, Fruchtzucker zu verwenden?

Fruchtzucker ist süßer als herkömmlicher Zucker und wurde früher häufig bei Diabetes empfohlen

Fruchtzucker (Fructose, oft auch Fruktose) gehört zur Gruppe der Zuckeraustauschstoffe. Diese sind nicht zu verwechseln mit künstlichen Süßstoffen! Fakt ist, dass Fruchtzucker im Vergleich zu herkömmlichem Haushaltzucker (Saccharose) kaum Insulin braucht, um verstoffwechselt zu werden. Deshalb wurde Fruchtzucker früher gerne als Süßungsmittel für Menschen mit Diabetes eingesetzt. Hinzu kommt, dass die Süßkraft von Fruchtzucker 1,1- bis 1,8-mal höher liegt als die des Haushaltszuckers. So war die benötigte Menge, um denselben Süßungsgrad zu erreichen, minimal geringer.

Rezept für Spaghetti Bolognese vegetarisch

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Allerdings ist sein Geschmack von Fruchtzucker nicht vergleichbar mit dem von Haushaltszucker (Saccharose). Fruchtzucker schmeckt leicht kühl und etwas künstlich. Und: Je nachdem, wie empfindlich jemand auf den Zuckeraustauschstoff reagiert, entstehen bereits durch den Genuss kleiner Mengen Fruchtzucker Blähungen oder sogar Durchfall. Eine ziemlich unangenehme Sache, insbesondere dann, wenn im Zuge der Diabetes-Therapie Medikamente wie Metformin eingenommen werden, bei denen als Nebenwirkung auch oft Blähungen auftreten. Noch ein Minuspunkt für den Fruchtzucker: Er enthält genauso viele Kalorien wie wie Haushaltszucker.

Vor allem bei Glucose-Fructose-Sirup gilt: Augen auf beim Kauf!

Fruchtzucker ist schön billig, deshalb wird er von der Lebensmittelindustrie gerne eingesetzt – zum Beispiel in Backwaren, da er zudem dafür sorgt, dass Gebäck schön braun wird. Aber auch als Trägersubstanz in zahlreichen Fertigprodukten kommt Fruchtzucker zum Einsatz. Neben den Bezeichnungen Fruchtzucker und Fructose/Fruktose kann er in der Zutatenliste auf der Verpackung als Maissirup, Fruchtsüße, Fruchtextrakt oder Invertzuckersirup stehen.

Besonders ungesund ist Glucose-Fructose-Sirup, der seit einigen Jahren in Europa zugelassen ist. Das ist ein Sirup, der aus Mais, Getreide und Kartoffeln gewonnen wird und Isoglukose oder „High Fructose Corn“-Sirup heißt. Seit 2017 ist der unbegrenzte Einsatz dieses sehr ungesunden und noch billigeren Zuckers für die Lebensmittelindustrie möglich. Fruktose-Glukose-Sirup besitzt den gleichen Kaloriengehalt wie Haushaltszucker und ist trotzdem anders einzuschätzen. Denn bei Isoglukose kann der Fruchtzuckeranteil höher liegen als beim herkömmlichen Zucker.

Was ist mit Fruchtzucker aus Obst? Bei Diabetes empfehlen sich vor allem wasserreiche Früchte

Natürlich vorkommender Fruchtzucker, z.B. aus frischen Früchten, ist in moderaten Mengen unbedenklich und wichtig für Menschen. Denn in frischem Obst sind außerdem Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Bei Diabetes empfiehlt es sich, auf wasserreiche Früchte, allen voran Beerenobst, zu setzen. Diese Früchtchen haben einen besonders niedrigen Gehalt an natürlichem Fruchtzucker, zugunsten von Ballast- und Vitalstoffen. Neben Beerenobst bieten sich frische Papaya, Äpfel, Rhabarber, Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen an. Auch ihr Gehalt an natürlicher Fructose ist moderat.

Fettleber wegen Fruchtzucker?

Mittlerweile ist wissenschaftlich bestätigt, dass ein regelmäßiger Konsum von Fruchtzucker als Zusatz in Lebensmitteln alles andere als gesund ist. Deshalb wird davon abgeraten, ihn als Süßungsmittel einzusetzen – weder zum Kochen noch zum Backen. Manche Hersteller werben damit, dass ihr Produkt „natürlichen“ Fruchtzucker enthält – auch solche Produkte solltest Du meiden. Ein übermäßiger Verzehr von Fruchtzucker kann die Entstehung von Übergewicht begünstigen. Auch die Insulinempfindlichkeit wird herabgesetzt.

Am gefährlichsten ist, dass Fruchtzucker zur Entwicklung einer Fettleber (nicht durch Alkohol bedingte Fettleber/nichtalkoholische Fettleber) beitragen kann. Mehr über die nichtalkoholische Fettleber findest du hier. Die Entstehung einer Fettleber wird durch den regelmäßigen Konsum von Fruchtzucker oder auch Isoglukose forciert. Auch auf den Harnsäurespiegel kann sich der regelmäßige Konsum von Fruchtzucker negativ auswirken und auf Dauer das Gichtrisiko erhöhen.

Autorin Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und ist Werbewirtin. Sie war viele Jahre in Reha-Kliniken, Hotels und Fitnessstudios sowohl in der Ernährungsberatung als in der Küche tätig.

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Ihre Schwerpunkte sind u.a. Diabetes, gesundes Essen und Trinken. Gesundes Backen, Frauengesundheit und Beauty sind die Schwerpunkte ihres Blogs www.herzwiese24.de.

Du möchtest mehr über Fruchtzucker wissen – dann schau in mein aktuelles Video etwas weiter oben an! Dort erkläre ich Dir, was Du über Fruchtzucker wissen solltest. Und ein leckeres Rezept darf natürlich auch nicht fehlen – dieses Mal darfst Du Dich auf Spaghetti Bolognese freuen – mal ohne Fleisch und superlecker. Das Rezept findet Du im Kasten weiter oben in diesem Beitrag.



von Kirsten Metternich von Wolff

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