Abnehmen mit Diabetes – geht das?

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Abnehmen mit Diabetes – geht das?
titelbild-abnehmen mit Diabetes_BSL.Olivia Peters

Hallo ihr lieben Diabetiker, ich wollte mal etwas „ausprobieren“ und schauen, was im Endeffekt dabei herauskommt. Wovon ich rede: von Kilogramm und Kohlenhydraten. Ok, ich höre ja schon auf, um den heißen Brei herumzureden. Ich denke, wie die Überschrift ganz gut beschreibt, geht es um das Thema: Abnehmen. Das Wort Diät mag ich überhaupt nicht und so war es ja auch nicht, denn ich habe auf nichts verzichtet.
(P.S.: Ich hasse es, auf Sachen verzichten zu müssen, das macht keinen Spaß und man bekommt so nur noch mehr Lust darauf, sie zu essen.)

Doch was war mein Plan? Sport? Feste Zeiten? Nur noch Low Carb? Nein! Ich bin absolut kein Fan von Diäten und ich war auch nie dick. Doch ich habe viele Jahre Leistungssport betrieben und wollte mich selbst mal testen, ob ich es schaffe, nur durch ein bisschen gesündere Ernährung 1-2 Kilos zu verlieren. Dann stellte ich mir die Frage: „Wie stelle ich das bloß am schlausten an, ohne ständig in die Hypo-Falle zu kommen und ohne hungern zu müssen?“ Außerdem wollte ich, dass mir nichts am Essen fehlt, also Mahlzeiten weglassen.
Ich verrate euch jetzt meine Tipps und Tricks, wie ich ganz langsam (über 6 Monate hinweg), 5 kg verloren habe. Also, man muss Geduld mitbringen.
(P.S.: Die Ernährung, Verdauung und der Diabetes ticken bei jedem anders. Deswegen möchte ich dazu sagen: Ich bin KEIN Ernährungsexperte und kann NICHT garantieren, dass dir meine Tipps etwas bringen. Jeder hat eine andere Ernährung und reagiert auf Ernährungs-Wechsel anders. Also bitte nicht krampfhaft versuchen, meine Tipps zu befolgen und dadurch den Spaß am Essen zu verlieren.)

Tipp Nr. 1.): „Zum Frühstück, unter der Woche, gesund. Am Wochenende darf zugeschlagen werden.“

Abnehmen mit Diabetes_Bild5

Ich bin ein absoluter Nutella-Freak, am liebsten auf einem warmen Toast. Das kann ich jeden Tag essen, nicht nur morgens. So ungefähr sah mein Frühstück aus. Nutella und Toast + Kaffee. Doch ich habe auch gemerkt, dass ein Toast oder zwei Toasts mich nicht sonderlich satt machen. Bisher glaube ich, das die „Abschaffung“ meines heißgeliebten Nutella-Toasts unter der Woche das Schlimmste an meinem ganzen Plan war. Also habe ich nach einer guten Alternative gesucht. Etwas, was ich gerne esse, morgens keine hundert Jahre für die Zubereitung braucht und länger satt macht. Porridge oder Haferflockenbrei kamen für mich gar nicht in Frage. Ih! Bah! – mag ich nicht. Aber dass Haferflocken lange satt machen, wusste ich. Außerdem mag ich sehr gerne den griechischen Naturjoghurt, der ist schön cremig und man braucht ihn (eigentlich) nicht nachzusüßen und wenig Kohlenhydrate bringt er auch noch mit. Damit stand es fest, mein Frühstück.

Ich esse also, unter der Woche, morgens = griechischen Naturjoghurt mit einem Apfel oder einer Banane oder Haferflocken oder (Vollkorn-) Cornflakes. Schmeckt mir sehr gut und macht satt.

Abnehmen mit Diabetes_Bild2

Am Wochenende wird dann „geschlemmt“. Da gibt’s gar keinen Joghurt, zumindest nicht für mich. Da gibt es leckere Brötchen oder Toast, mit ordentlich Nutella. Nicht nur eins, sondern so, wie mein Hunger gerade ist. Jawohl.

Was ich noch dazusagen möchte, ich halte das natürlich nicht seit 6 Monaten jeden Tag unter der Woche aus, nur Joghurt zu essen. Das wäre zu eintönig. Natürlich esse ich öfter auch mal meinen heißgeliebten Nutella-Toast oder ein Brötchen oder nur „normale“ Cornflakes. Aber so grundsätzlich versucht man natürlich, sich daran zu halten. Deswegen esst das, wonach euch ist, und zwingt euch nicht.

Tipp Nr. 2.): „Nicht hungern. Zwischenmahlzeiten sind immer o.k.. Mittagessen auch.“

Da wären wir bei Nr. 2.)! Das ist eigentlich gar nicht schwer, denn ich kann nur sagen, beim Mittagessen ist mir alles egal. Egal ob es Pfannkuchen gibt oder eine leckere Hähnchen-Gemüse Pfanne. Völlig egal. Zum Mittagsessen ist bei mir alles erlaubt. Da darf es natürlich auch Nachtisch geben. Und wo wir gerade beim Nachtisch sind. Ja, auch ich bekomme manchmal über den Tag verteilt ein „Hungerchen“. Dann möchte ich nicht unbedingt eine Banane oder eine Gurke essen. Ich bin ja eher so die Süße. Vormittags finde ich Schokolade & Co. (in Maßen) noch vollkommen o.k. Also, wenn du Lust hast, dann iss ein Stück oder zwei…oder drei. Als Abwechslung zu Schokolade, Gummibären und Co. habe ich Müsli-Riegel für mich entdeckt. Da gibt es auch so leckere Sesam-Honig-Riegel, bei denen auch die Zähne und der Mund etwas zu tun haben. Außerdem ist man dann nicht so schnell fertig mit dem Essen wie bei einem Stück Schoki. ☺

Also Mittagessen, was du möchtest und Zwischenmahlzeiten sind vollkommen o.k., nur die süßen Sachen habe ich auf den Vormittag/Mittag beschränkt. Ab frühem Abend dann doch lieber die Gurken- oder Karotten-Sticks.

Tipp Nr. 3.): „Low Carb am Abend, aber so, dass ich satt werde.“

Ich höre schon die Menschen, die sagen: „Ih Bah, Gemüse, keine Kohlenhydrate, das kann nicht schmecken.“ Oh doch, und wie. Anfangs habe ich mich wirklich schwer getan, etwas zu finden, was „Low Carb“ (also Kohlenhydrat-arm) ist und mir schmeckt. Wir Deutschen sind ja Brot-Liebhaber, da zähle ich mich dazu. Doch mit der Zeit habe ich auch dort etwas gefunden, z.B. frisch gemachtes Rührei, Zucchini-Pfanne mit Grill-Käse-Würfeln. Grill-Käse und Zaziki, Gemüse-Suppen, Fisch oder Salat mit Feta-Käse oder Hähnchenbrust-Streifen. Das hört sich anstrengend an… ist es aber nicht. So ein Salat ist schnell gemacht, da geht auch schon Eisbergsalat oder Feldsalat. Ein bisschen aufgepeppt mit würzigen Ölen, schmeckt super… finde ich.

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Natürlich kommt dann die große Frage auf: „Kann man davon satt werden?“ Naja, von zwei Gabeln Salat bestimmt nicht, aber von einer normalen Portion – JA. Natürlich ist so etwas nicht gerade das sättigendste Abendmahl der Welt. Das stimmt, aber für den „späteren Appetit“ gab es früher immer meine „Spät-Schokolade“ oder Snacks. Auf der Couch ganz gemütlich. Dazu kommen wir jetzt.

Tipp Nr. 4.): „Schoki & Co mal ersetzen.“

Ich kann nicht ohne Schokolade und Co., am Abend. Das war schon immer so und wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Fand ich aber auch nie schlimm. War eben eine Art „Nachtisch auf dem Sofa“. Doch wenn man dann mal auf dem „abends Low Carb“-Trip ist, will man das ja nicht mit 3 Tafeln Schokolade wieder verschlechtern. Also brauchte ich eine Alternative. Obst. Ja, Obst. Da ist Fruchtzucker drin, ich weiß. Ich esse jetzt keine Bananen, sondern Weintrauben, Melone, Apfel-Mango-Mus, Ananas, Apfel usw. Alles, worauf ich Lust habe und was ich mag. Klar, man könnte auch ganz auf den „abendlichen Nachtisch“ verzichten, aber wie gesagt, bin ich nicht der Typ dafür. Und wenn man es nicht schafft, seine Vitaminchen tagsüber zu essen, kann man die Gelegenheit jetzt erst recht nutzen.

Abnehmen mit Diabetes_Bild4

Tipp Nr. 5.): „Der Plan ist nicht in Stein gemeißelt.“

Auf Pläne habe ich keine Lust, genauso wenig wie auf den Verzicht. Das heißt, mein Plan wurde (und wird) auch regelmäßig über Bord geschmissen. Abends Kohlenhydrate, morgens Nutella-Toast, den ganzen Tag über Schoki fürs Herz und Kuchen, wenn ich Lust drauf habe. Natürlich nicht alles an einem Tag, von so „Fress-Tagen“ halte ich nämlich nichts. Auch nicht von dem Begriff „Cheat Day“ („Mogel-Tag“), an dem du schlemmen kannst, wie du willst. So ein Blödsinn, finde ich. Ich habe gegessen, worauf ich Lust hatte. Keinen Sport betrieben, außer ab und an den Hula-Hoop-Reifen zu schwingen und den Rasen zu mähen.

Dadurch, dass ich Obst und Salat mag, war das nie eine Einschränkung für mich. Aber nach den ersten 1-2 Kilo, die sich auch wirklich länger hielten, also nicht nur durch Wasserverteilung verschwunden waren, bekommt man mehr Motivation.
Ich sehe noch genauso aus, trage keine andere Kleidung und passe auch sehr gut in meine Kleidung. Vielleicht brauche ich jetzt öfter einen Gürtel, aber den habe ich sowieso zuhause. Fünf Kilo in sechs Monaten ist nix, könnte man sagen. Ich sage, das ist gut so und in einer gesunden Art und Weise passiert, sodass ich nicht glaube, dass die 5 Kilo so schnell wiederkommen. Ich werde mein „Experiment“ jetzt noch weiterhin durchziehen und mal sehen, ob die Kilozahl stehen bleibt oder weiter fällt. Zu Weihnachten wünsche ich mir auf jeden Fall Schokolade vom Nikolaus und esse jetzt (im Herbst) schon wieder Lebkuchen. Auf dass die Plätzchen-Zeit beginnt. ☺

Wie denkst du denn über das Thema Ernährung und Diabetes? Schreib es gerne in einem Kommentar hier unter diesen Beitrag und teile deine Idee mit uns.

P.S.: Meine Blutzuckerwerte fanden die „Low Carb“-Geschichte am Abend erst nicht so „lustig“ und haben mit einer Hypoglykämie reagiert. Doch nach einer gewissen Eingewöhnungsphase und dadurch, dass ich auch noch Obst (oder Schokolade) gegessen habe, hatte ich immer genügend Kohlenhydrate im Blut, um beruhigt über die Nacht zu kommen. Ich habe morgens und mittags, sowieso bei den Zwischenmahlzeiten niemals an Kohlenhydraten gespart, sodass sich da der Blutzucker nicht umgewöhnen musste. Kohlenhydrate sind wichtig für unseren Energie-Haushalt, bitte niemals vergessen. Und mal eine Woche zu essen, was man möchte, ist auch erlaubt. Wie schon oben beschrieben, iss, worauf du Lust hast, und wenn du Lust auf einen gesunden Tag hast, dann zieh’s durch. ☺

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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