- Ernährung
Ballaststoffe
3 Minuten
Sie stecken in Salat, Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen und Getreide. Für Diabetiker sind sie besonders wichtig, denn sie haben einiges zu bieten: Die Palette reicht vom gemäßigten Blutzuckerverlauf über die Verbesserung des Fettstoffwechsels bis hin zu einem angenehmen Sättigungsgefühl sowie einer guten Verdauung. Es spricht also einiges dafür, sich Ballaststoffe täglich in großer Menge schmecken zu lassen.
Haben Sie schon einmal etwas von Cellulose oder Pektingehört? Das sind zwei der Stoffe, die zur Gruppe der lebenswichtigen Ballaststoffe gehören. Es gibt sie nur in pflanzlichen Lebensmitteln. Dabei werden sie in zwei Gruppen geteilt: einerseits in lösliche, zu denen Pektin und Lignin gehören, zum anderen unlösliche; dazu zählen Cellulose und Hemicellulose.
Die Löslichen binden Wasser und quellen auf – ein Grund, warum zum Beispiel geriebene Möhren und Äpfel sowie zerdrückte Bananen und Erdbeeren natürliche Mittel gegen Durchfall sind. Denn alle enthalten wasserbindendes Pektin.
Statt Verdauungsmittel besser ballaststoffreich essen
Die unlöslichen Ballaststoffe lockern die Stuhlkonsistenz und sorgen dafür, dass die Verdauung auf entspanntem Weg funktioniert. Das ist wichtig, denn einem trägen Stuhlgang versuchen viele Menschen mit Tropfen und Pülverchen auf die Sprünge zu helfen. Auf Dauer wird das Thema Verdauung damit zunehmend zu einer stressigen Sache.
Viel besser wäre es, seine Ess- und Bewegungsgewohnheiten umzustellen. Das Rezept ist gänzlich einfach: täglich Ballaststoffe essen, dazu genug Wasser trinken und öfter eine Runde um den Block gehen. Wer über einen langen Zeitraum unterstützende Medikamente eingenommen hat, braucht allerdings Geduld, bis sich der Verdauungsapparat langsam an die neue, natürliche Situation gewöhnt.
Bei der Umstellung auf ballaststoffreicheres Essen können vermehrt Blähungen auftreten. Hier hilft es, täglich zwei bis drei Tassen Kümmel-Anis-Fenchel-Tee zu trinken oder etwas Kümmel im Gemüse (entweder lose oder im Teefilter) mitzukochen. Diese Mittel helfen übrigens auch, wenn zum Beispiel durch Diabetes-Medikamente vermehrt Blähungen auftreten.
Ballast, der dem Körper guttut
Wer Lebensmittel mit hohem Gehalt an Cellulose und Co täglich zu sich nimmt, betreibt aktive Gesundheitspflege von innen: Denn viele Studien bestätigen immer wieder, wie wichtig und gut sie für den Stoffwechsel sind. So weiß man heute, dass ein hoher Anteil löslicher Ballaststoffe günstige Wirkungen auf den Glukosestoffwechsel hat: Sie sorgen für einen gemäßigten Blutzuckerverlauf. Auch der Fettstoffwechsel wird positiv beeinflusst. Der Grund liegt wohl in einer Verzögerung der Glukoseaufnahme im Darm.
Ferner gehen Experten davon aus, dass jemand, der regelmäßig Ballaststoffe aus Getreide- und Vollkornprodukten isst, ein niedrigeres Risiko in sich trägt, überhaupt Diabetes zu bekommen. Nicht nur das: Auch im Hinblick auf einen gesunden Darm spielen sie eine entscheidende Rolle. Internationale Studien zeigen, dass regelmäßiges ballaststoffreiches Essen einen wichtigen Beitrag zur Darmkrebsvorsorge leisten kann.
Ebenso wichtig sind die Ballaststoffe als sättigendes Beiwerk: Denn die meisten von Ihnen kennen das leidige Thema Abnehmen; auch das tut dem gesamten Stoffwechsel gut – nur leider ist es oft schwer, wenn der Magen knurrt und der Schweinehund rebelliert. Hier helfen ballaststoffreiche Lebensmittel.
Ganz gleich, ob ein frisch gekochter Eintopf aus Linsen, Erbsen oder Kidneybohnen, richtiges Vollkornbrot, eine Karotte zwischendurch oder ein Teller Rohkost: Alles muss richtig gut gekaut werden und macht dabei angenehm satt. So lässt sich die eine oder andere Heißhungerattacke in Schach halten.
30 oder besser 40 Gramm pro Tag sollten es sein
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, täglich mindestens 30 g Ballaststoffe zu essen. Aufgrund der vielen positiven Wirkungen auf den Diabetes empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Diabetikern sogar eine noch höhere Menge als die DGE. Optimal wären 40 g täglich. Klingt gut, sieht leider in der Realität nicht ganz so vorbildlich aus.
Laut Daten der Nationalen Verzehrsstudie II essen Frauen täglich etwa 23 und Männer rund 25 g Ballaststoffe. Damit liegen die meisten Menschen hierzulande unter dem empfohlenen Richtwert von 30 g für Gesunde. Eine ernüchternde Bilanz, die zeigt, dass flächendeckend nach wie vor zu wenig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, frisches Gemüse und Obst fester Bestandteil des tägliche Essens sind.
Gesundes Innenleben der Gerste
Ein uraltes Getreide feiert aktuell sein Comeback in der modernen Küche und eignet sich besonders bei Diabetes: Waren es früher Hafertage, um den Stoffwechsel wieder auf Spur zu bringen, geht das heute auch dank Gerste. Eine spezielle Art ist besonders reich am löslichen Ballaststoff Beta-Glucan.
Sogar in Formula-Diäten (flüssige Komplettmahlzeiten bei starkem Übergewicht) wird dieser Ballaststoff mittlerweile erfolgreich eingesetzt; er trägt dazu bei, dass der Blutzucker gemäßigter verläuft und sich Cholesterinwerte bessern. Mit diesem heimischen Produkt lassen sich zum Beispiel Müsli, Risotto oder klassische Kohlenhydratbeilagen zu Fleisch, Fisch und Gemüse zubereiten.
Zum Einstieg in eine gesunde Gewichtsabnahme empfiehlt zum Beispiel Diabetes-Journal-Autor und Diabetologe Dr. Meinolf Behrens vom Diabeteszentrum Minden seinen Patienten Gerstentage. Dabei wird die Tagesenergiemenge von 900 bis 1.500 Kilokalorien stufenweise erhöht. Im Schnitt liegt der Anteil am entsprechenden Gerstenprodukt bei 130 g Flocken oder Körnern. Sie lassen sich pikant und süß zubereiten.
Im späteren Alltag sollte täglich eine kleine Menge von 3 bis 5 g Beta-Glucan dazugehören. Praktisch wäre also ein Müsli oder Salat mit ein paar Gerstenflocken. So kann also die moderne Form der Hafertage aussehen. Dank Gerste, Hülsenfrüchten, frischem Gemüse und Obst sieht es in der Praxis schon viel einfacher aus, sein tägliches Ballaststoffkonto zum Wohl der Gesundheit zu füllen.
von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (6) Seite 74-77
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 3 Tagen, 16 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße