- Aus der Community
Der Sommer, der Diabetes und ich
3 Minuten

Eigentlich liebe ich ja eher den Frühling oder den Herbst. Mein Wohlfühlwetter ist T-Shirt-Wetter mit einer leichten Brise – ich hasse es, zu schwitzen, und im Sommer ist es mir in der Regel zu warm. Es sein denn, ich habe frei oder bin am Meer!
Bezogen auf mein Diabetes-Management merke ich schon einen Unterschied zwischen den Jahreszeiten. Aber was ist anders im Sommer?
Ich esse anders!
Auf meinem Speiseplan im Sommer steht wesentlich mehr kaltes, leichtes Essen wie Salate, Obst und Gemüse. Außerdem habe ich auch weniger Hunger als im Winter und esse somit kleinere Portionen. Das bekommt mir ganz gut. Ich denke dann, das sollte ich auch im Winter öfter machen. Aber ehrlich gesagt ist es im Winter dann auch schnell wieder vergessen, denn dann warten andere Herausforderungen.

Ich bewege mich anders!
Im Sommer bin ich grundsätzlich aktiver. Ich bin früher wach, ich komme besser aus dem Bett und bewege mich mehr, weil ich einfach Lust darauf habe, draußen und aktiv zu sein. Kennt ihr vielleicht auch. Gerade in der Übergangszeit ist der neue Rhythmus erst einmal eine Umstellung für den Körper, und auch diabetesmäßig ist das eine oder andere anzupassen.
Ich spritze anders!
Im Sommer kann sich ein Teil meiner „Lieblingsspritzstellen“ mal ausruhen. Ich weiß, Rotation ist total wichtig, aber es gibt ein paar Stellen, die ich im Winter leider regelmäßig immer wieder etwas überstrapaziere. Sie sind einfach, sehr einfach, mit dem Pen in bestimmten Situationen zu erreichen.
Im Sommer finde ich es total klasse, mehr Auswahl zu haben. An heißen Tagen kommt noch die schnellere Wirksamkeit des Insulins dazu. Auch wenn Unterzuckerungen nerven, kann ein niedriger Wert zur richtigen Zeit, nämlich in der Nähe einer Eisdiele, schnell behandelt werden. Das ist vielleicht einer der Nachteile bei der Nutzung von Pens. Das Insulin, das drin ist, ist halt drin, und wenn es gerade besser wirkt oder einfach gerade weniger benötigt wird, ist die Hypoglykämie da und fordert eine Reaktion.
Camping ohne Kühlschrank! Praktisches Wissen aus einem technischen Studium!

Und hier noch ein kleines Diabetes-Anekdötchen aus der Sommerzeit. Vor vielen Jahren hat es mich auf einen Campingplatz ohne Kühlschrank verschlagen oder er war so eklig, dass ich mein Insulin nicht abgeben wollte. Das weiß ich leider nicht mehr. Auf jeden Fall war klar, im Zelt ist es tagsüber zu warm und im Auto sowieso.
Mein damaliger Freund war gerade mitten in seinem Studium und hatte glücklicherweise in der Vorlesung gut aufgepasst: Kühlen durch Verdunstung! Das war das Zauberwort. Wir haben also das Insulin in ein nasses Handtuch gewickelt und an den Zelteingang gehängt. In einem leichten Windhauch wurde es dann quasi automatisch gekühlt. Zum Glück wurde es nicht geklaut, denn darüber hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht – ich war jung! Heute würde ich es wahrscheinlich anders organisieren und besser ausgerüstet sein – aber es hat funktioniert und mir damals den Urlaub gerettet.
Positive und negative Überraschungen
Der Sommer hat für das Diabetes-Management sowohl positive als auch negative Überraschungen auf Lager. Das stelle ich immer wieder fest, und das heißt für mich, wachsam und flexibel zu bleiben, die Umstellung mit den Anlaufschwierigkeiten gelassen zu sehen, dranzubleiben und den Sommer zu genießen.
Im Sommer braucht man manchmal eine leckere Abkühlung – Caro hat ein paar coole Rezepte für euch zusammengestellt.
Wie Ina hat sich auch Katharina darüber Gedanken gemacht, was sich im Sommer in Bezug auf den Diabetes ändert – hier findet ihr ihren Podcast zum Thema.
Wenn es sehr heiß ist, spielt Heikes Diabetes verrückt. Wie hält sie es bei hohen Temperaturen am besten aus?
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Begleit-Erkrankungen
- Behandlung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 2 Wochen
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße