- Ernährung
diabetesDE: „Gesundes billiger, Ungesundes teurer machen!“
2 Minuten

Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung am 7. März macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe darauf aufmerksam, dass gesunde Massenlebensmittel zu niedrigen Preisen auch für finanzschwächere Menschen verfügbar sein müssen, um chronischen Krankheiten wie Adipositas und Diabetes vorzubeugen
Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht und das, obwohl die Bundesrepublik eines der reichsten Länder der Welt ist. Laut dem aktuellen Armutsbericht gelten hierzulande etwa 12,9 Millionen Menschen als arm, das entspricht 15,7 Prozent der Bevölkerung.
Besonders betroffen sind kinderreiche Familien, Arbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund sowie mit steigender Tendenz auch Rentner. Damit einher geht eine Verschlechterung ihrer Ernährung und Gesundheit insgesamt, Lebenschancen und die Möglichkeit zu sozialer Teilhabe verringern sich.
Wer weniger Geld zur Verfügung hat, lebt eher ungesund
Soziale Ungleichheiten erschweren den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und fördern ungesunde Ernährungsweisen. diabetesDE-Vorstandsmitglied Prof. Dr.Thomas Haak erläutert: „Davon sind besonders Kinder betroffen: Bessergestellte Familien mit hoher Bildung und hohem Haushaltseinkommen bereiten ihrem Nachwuchs häufiger frische Mahlzeiten mit Obst und Gemüse sowie hochwertigen Nahrungsmitteln wie Fisch zu, während Eltern aus sozial benachteiligten Verhältnissen ihre Kinder eher mit stark verarbeiteten und hochkalorischen Mahlzeiten mit ungünstigem Nährwertprofil – zu fettreich, zu süß und zu salzig – ernähren.“ In Deutschland sind heute etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut bedroht, nahezu jedes fünfte Kind ist arm.
„Typ-2-Diabetes entsteht unter anderem durch einen ungünstigen Lebensstil, der durch Über- und Fehlernährung, zu wenig Bewegung und ausgeprägtes Übergewicht gekennzeichnet ist“, so Diabetologe Haak, Chefarzt der Diabetes Klinik Mergentheim und Diabetes-Journal-Chefredakteur. „Gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten fängt jedoch bei gesunden Kaufentscheidungen an. Dafür müssen entsprechende Lebensmittel aber für jeden erschwinglich sein.“
- DEGS – Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland
- Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017
- Positionspapier soziale Ungleichheiten und Diabetes Typ 2
- „Soziale Ungleichheit und Diabetes“ aus dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017
- Nutrient Profile Model der Weltgesundheitsorganisation
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßt daher Eigeninitiativen wie die des Lebensmitteldiscounters Lidl, der freiwillig seine Eigenmarken im Sortiment einer Reduktionsstrategie um 20 % für zugesetzten Zucker und Salz bis 2025 unterzieht. Gemeinsam weisen diabetesDE und Lidl schon jetzt auf gesunde Rezepte mit gesunden Lidl-Eigenmarken nach WHO-Profil hin.
Lebensmittel mit viel gesättigten Fetten, Zucker und Salz sollten teurer werden
„Gesundes muss billiger, Ungesundes muss teurer werden!“ fordert deshalb Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Eine Zucker-Fett-Steuer in Kombination mit Subventionen für gesunde Lebensmittel oder eine Umstrukturierung der Mehrwertsteuer für Gesundes und Ungesundes sind ideale ökonomische Anreize für Hersteller, ihre Produkte gesünder zu gestalten. So wird Gesundes auch für ärmere Menschen bezahlbar.“
„Es ist z.B. nicht einzusehen, warum Mineralwasser heute noch mit 19 Prozent MWST. besteuert wird, eine ungesunde Limonade aber nur mit 7 Prozent. Würde das Mineralwasser mit 0 Prozent MWST., die Limonade mit 19 Prozent MWST. besteuert, entsteht ein Preisunterschied zwischen einem gesunden und einem ungesunden Getränk von annähernd 20 Prozent. Dies entspricht bereits annähernd der Empfehlung von WHO und UN, Ungesundes um ca. 20 Prozent zu verteuern“, so der niedergelassener Diabetologe aus Hamburg.
Quelle: Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles

< 1 minute
- Leben mit Diabetes

13 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 17 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück