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DiaBuchtipp: Vom Schwergewicht zum Wohfühl-Ich – Das Steiner-Prinzip
3 Minuten

Matthias Steiner hat seit exakt seinem 18. Geburtstag Typ-1-Diabetes. Das hat ihn nicht davon abgehalten, seine Karriere als Gewichtheber weiterzuverfolgen und 2008 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking in der Superschwergewichtsklasse zu holen. Matthias Steiner widmete diesen Sieg seiner ein Jahr zuvor verstorbenen Ehefrau und nahm die Medaille mit einem Foto von ihr in der Hand entgegen. Lange galt er als „der stärkste Mann der Welt“. Das alles verdient in meinen Augen schon ungeheuren Respekt. Ich weiß schließlich bereits aus meinen bescheidenen Erfahrungen als Hobbyathletin, wie anspruchsvoll es sein kann, Typ-1-Diabetes und Sport miteinander zu vereinbaren.

Doch nach dem Ende seiner aktiven Sportlerkarriere hat Matthias Steiner nun auch noch 45 Kilo Körpergewicht verloren. Und er hat ein Buch darüber geschrieben, wie er vom Schwergewicht zum Wohlfühl-Gewicht gelangt ist. Der Titel interessierte mich, obwohl ich normalerweise kein besonderes Faible für Diätbücher habe. Ich trage zwar ein paar mehr Kilos mit mir herum, als ich mir eigentlich wünschen würde – aber es sind nur ein paar Kilos, die weder gesundheitlich noch optisch bedenklich wären. Daher hält sich mein Diät-Ehrgeiz in Grenzen und mit ihm mein Interesse an der entsprechenden Ratgeberliteratur. Das Buch von Matthias Steiner hingegen gefällt mir aus mehreren Gründen gut.

Erstens, weil er darin auch seinen Typ-1-Diabetes immer wieder nennt.
„Mit der Wirkung von Insulin auf den Körper kenne ich mich sehr gut aus. Ich bin ein unfreiwilliger Experte auf diesem Gebiet“, schreibt er, und: „Als Typ-1-Diabetiker lernst du zwangsläufig deinen Körper kennen oder, um es positiv zu formulieren: Im Verhältnis zu einem Gesunden kennst du dich mit deinem Körper einfach besser aus.“ Stimmt – und dieses Wissen können wir auch zum Abnehmen nutzen.
Zweitens, weil er sich für mehr Bewegung im Alltag starkmacht.
Es ist ja kein Geheimnis, dass man leichter abnimmt, wenn man sich viel bewegt und auf diese Weise mehr Kalorien verbrennt, als man zu sich nimmt. Doch Matthias Steiner kann aufgrund seiner Erfahrung als Kraftsportler sehr glaubwürdig und anschaulich schildern, wie sich ein Mehr an Muskelmasse positiv auf den Energiegrundumsatz auswirkt. Außerdem will er nicht jeden Leser zum Profisportler machen, sondern ermuntert vielmehr, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen und die Freude an der Bewegung wiederzufinden. Dann ist Sport kein lästiges Pflichtprogramm mehr, sondern eine Wohltat.
Drittens, weil er über seine Erfahrungen in der Tanzshow „Let’s dance“ berichtet.
Ich muss gestehen, dass ich diese Show bis Anfang dieses Jahres nicht wirklich auf dem Radar hatte. Doch zum einen tanze ich selbst mit meinem Mann Standard/Latein und schaue gern anderen Paaren beim Tanzen zu. Und zum anderen fand ich es spannend, im Laufe der Staffel zu beobachten, wie Matthias Steiner sich zusehends geschmeidiger und eleganter auf dem Parkett bewegte. Von seinen gelegentlichen öffentlichen Kommentaren zu den Tücken des Blutzuckermanagements beim Tanzen einmal ganz abgesehen.
Viertens, weil er ein ähnliches Verhältnis zu Kohlenhydraten hegt wie ich.
Matthias Steiner beschreibt sehr schön, wie Insulin die Fettverbrennung hemmt und damit das Abnehmen erschwert. Folglich sollte man darauf achten, so wenig wie möglich Insulin im Blut zirkulieren zu lassen. „Ich schaue immer, dass ich so wenig Insulin wie möglich verbrauche. Im Gegensatz zum gesunden Menschen kann ich das genau sehen und auch steuern. Normalerweise komme ich mit der Insulinmenge in meiner Insulinpumpe sieben Tage lang aus. Esse ich aber mehr Kohlenhydrate oder treibe weniger Sport als sonst in einer Woche, komme ich mit der Ampulle nur fünf Tage aus. Esse ich hingegen weniger Kohlenhydrate oder treibe mehr Sport, dann reicht das Insulin sogar für neun Tage!“, schreibt er. Wenn er nur fünf Tage mit seinem Insulin auskommt, dann wiegt er gleich ein Kilo mehr. Es geht nicht darum, Menschen im Sinne einer strikten Low-Carb-Diät den Konsum von Kohlenhydraten zu verbieten – doch man sollte verstehen, dass man Bewegung braucht, um diesen Treibstoff zu verbrennen, von dem es in unserer industrialisierten Welt einfach viel zu viel gibt. Und das ist beim Essen eigentlich auch genau meine Devise.
Fazit: Ein schönes Buch für alle, die gern ihren Stoffwechsel besser verstehen und ein bisschen abspecken möchten – und die ein paar praxisnahe Motivationstipps dafür suchen.
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kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 10 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 4 Tagen
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In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück