- Ernährung
Ehe: gut oder schlecht für die Figur?
3 Minuten
Forscher haben untersucht, wie sich eine Partnerschaft auf das Ess- und Bewegungsverhalten auswirkt. Demnach ernähren sich Menschen in Partnerschaften gesünder, wiegen aber mehr.
Es wird allgemein angenommen, dass sich die Ehe positiv auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirkt. Trifft dieser “Ehe-Bonus” auch für den Gesundheitsindikator Körpergewicht zu? Dieser Frage gingen Wissenschaftler der Universität Basel und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung nach.
Dafür verglichen sie den Body-Mass-Index von verheirateten Paaren mit dem von alleinstehenden Menschen in neun europäischen Ländern. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Social Science & Medicine veröffentlicht.
Verbindung zwischen Familienstand und Körpergewicht
Eine Reihe von Studien zeigte: Die Ehe ist gesundheitsfördernd. Doch stimmt das nicht für alle Gesundheitsindikatoren, wie jetzt ein Wissenschaftlerteam aus Basel, Nürnberg und Berlin in einer aktuellen Studie belegt. Demnach ernähren sich zusammenlebende Paare zwar durchschnittlich besser als alleinstehende Menschen, jedoch wiegen sie auch signifikant mehr und treiben weniger Sport.
In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler die Verbindung zwischen dem Familienstand und dem Body-Mass-Index. Dieser Index setzt das Körpergewicht eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Ein zu hoher Body-Mass-Index kann dabei ein Risikofaktor für chronische Erkrankungen wie Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen sein.
Alleinstehende haben einen niedrigeren Body-Mass-Index
Für die Erhebung nutzten die Wissenschaftler repräsentative Querschnittsdaten von 10.226 Bürgern aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und Großbritannien. Die Studie ist die erste, die den Zusammenhang zwischen Familienstand und Body-Mass-Index in neun europäischen Ländern vergleicht.
Dabei betrachteten die Wissenschaftler nicht nur verheiratete, sondern berücksichtigten auch zusammenlebende Paare. Zusätzlich prüften sie mögliche Ursachen für die Gewichtszunahme mit Blick auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Befragten.
Über alle neun Länder hinweg zeigte sich, dass Paare im Vergleich zu Alleinstehenden einen höheren Body-Mass-Index haben – dies betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Dabei gibt es länderübergreifend erstaunlich wenige Unterschiede.
Kleine Unterschiede mit hoher Bedeutung
Ein normaler Body-Mass-Index liegt laut Weltgesundheitsorganisation zwischen 18,5 und 25. Von Übergewicht spricht man bei einem Wert zwischen 25 und 30, darüber von Adipositas oder Fettleibigkeit. Der durchschnittliche Body-Mass-Index der befragten alleinstehenden Männer lag bei 25,7, bei den verheirateten Männern waren es 26,3. Bei den Frauen lag der Durchschnittswert der unverheirateten bei 25,1 und der verheirateten bei 25,6.
Obgleich die Unterschiede im Index klein erscheinen, haben sie Bedeutung. Bei einer Durchschnittsfrau mit 1,65 Meter oder einem Durchschnittsmann mit 1,80 Meter Körpergröße sind dies etwa zwei Kilo Unterschied. Wichtig ist, dass diese Ergebnisse bereits den Einfluss des sozioökonomischen Status, des Alters und der Länderzugehörigkeit berücksichtigen.
Bedeutung sozialer Faktoren für die Gesundheit
“Die Resultate zeigen die Bedeutung von sozialen Faktoren für die Gesundheit. In diesem Fall, dass die Institution Ehe und relevante Verhaltensveränderungen im Kontext der Ehe direkt mit Ernährung und dem Körpergewicht zusammenhängen”, sagt Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs “Adaptive Rationalität” am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.
Mögliche Ursachen für diesen Trend lieferte die Erhebung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. So gaben Paare beim Thema Ernährung eher an, dass sie regionale und unbehandelte Produkte bevorzugen und auf Fertigprodukte verzichten. Die befragten Männer legten zudem mehr Wert auf biologische und fair gehandelte Lebensmittel, wenn sie in einer Partnerschaft waren.
Gebundene Männer: gesündere Ernährung, weniger Sport
“Das lässt darauf schließen, dass die Ernährung durch eine Partnerschaft vor allem für Männer bewusster und damit wahrscheinlich auch gesünder wird”, sagt Jutta Mata, Erstautorin und Assistenzprofessorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Basel. Jedoch heißt das nicht, dass sie allgemein gesünder sind. Denn die Studie zeigt auch, dass Männer in Beziehungen weniger Sport treiben als Alleinstehende. “Schaut man auf den Body-Mass-Index, sind Paare somit nicht in jeder Hinsicht gesünder, wie bisher angenommen”, so Jutta Mata.
In persönlichen Interviews wurden den Probanden Fragen zu Ernährungsverhalten, zu Einstellungen zur Ernährung und zum Bewegungsverhalten gestellt. Das ermöglichte eine hohe Datenqualität. Denn die Selbsteinschätzung von Menschen, zum Beispiel bezüglich ihres Gewichtes, ist realistischer, wenn man sich dabei gegenüber sitzt anstatt beispielsweise zu telefonieren.
Quelle: Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB)
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 2 Tagen, 3 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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