Einkochen

4 Minuten

© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Einkochen

Vom Frühsommer bis in den Herbst beschert uns die Natur ­eine Fülle an heimischen Früchten. Frisch schmecken sie besonders intensiv und aromatisch. Und für den Rest des Jahres lassen sich Früchte und Gemüse aus Sommer und Herbst in Gläsern konservieren. Wie wäre es zum Beispiel mit fruchtigem Aufstrich fürs Brot oder pikantem Chutney zu Gemüse, Käse oder Fleisch? Lesen Sie, wie aus Früchten und Gemüse Köstlichkeiten werden fürs ganze Jahr.

Selber machen oder „do it yourself/DIY“ ist nach wie vor ein beliebter Trend. Ganz oben auf der Liste der Lieblings-DIYs steht Marmeladekochen. Es geht blitzschnell, lässt sich im Zuckergehalt genau justieren und schmeckt meist viel besser als gekaufte Konfitüre.

Außerdem lassen sich Zutaten raffiniert kombinieren, zum Beispiel Erdbeeren mit roter Paprika, Bananen mit Mango oder mit ein paar gehackten Nüssen, Kräutern, Blüten oder Kakaonibs. Wer die Gläser dann noch mit einem hübschen Etikett verschönt, hat ein echtes Unikat. Das macht auf dem Esstisch etwas her und bietet sich auch an als besonderes Gastgeschenk bei Einladungen.

Achten Sie aufs Etikett!

Konfitüre, Marmelade, Gelee oder Chutney gibt es in großer Auswahl in jedem Supermarkt. Allerdings ist besonders Chutney häufig recht teuer. So kann ein kleines 300-g-Glas schnell zwischen 2 und 8 Euro kosten. Denn Chutney wird gern als besondere Delikatesse verkauft. Allerdings enthalten die würzig-pikanten Frucht-Gemüse-Zubereitungen Zucker: Schaut man auf die Zutatenliste, stehen Zucker oder seine Synonyme hier meist schon an zweiter Stelle. Deshalb ist es ratsam, auf die Nährwertanalyse zu schauen und den Kohlenhydratgehalt entsprechend zu berücksichtigen, ähnlich wie bei Konfitüre etc.

Lassen Sie sich bei Marmelade nicht von Aussagen wie samtig-weich im Geschmack, natürlich süß, ohne Industriezucker oder mit besonders vielen Früchten zum Kauf motivieren. Gern führen auch Bezeichnungen wie ohne künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe in die Irre. All das bedeutet nicht gleichzeitig, dass weniger Zucker enthalten ist im Vergleich zur klassischen Konfitüre. Schauen Sie bei gekaufter Ware deshalb auf die Zutatenliste und die Nährwertanalyse. All das Kleingedruckte hilft Ihnen bei der Kohlenhydratberechnung.

Wie wäre es, wenn Sie selbst fruchtige und pikante Aufstriche kochen? Leckere Rezepte, die auch Anfänger bewältigen können, finden Sie am Textende – natürlich mit Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dann kann garantiert nichts schiefgehen.

Welcher Zucker für Marmelade und Co?


Verhältnis 3 : 1

     400 g fertiger Gelierzucker *
+ 10 g Stevia-Granulat
+ 1.500 g Früchte

oder

     500 g fertiger Gelierzucker 3 : 1 *
+ 1.500 g Früchte

oder

     500 g fertiger Stevia-Gelierzucker *
+ 1.500 g Früchte

oder

     500 g fertiger Xylit-Gelierzucker *
+ 1. 500 g Früchte

Zuckerfrei 2 : 1

     250 – 500 g Stevia-Erythritol-Gemisch *
+ 1.000 g Früchte
+ 1 Tütchen fertiges Gelierpulver *

oder

     120 g Erythritol oder braunes Erythritol
+ 200 – 400 g Stevia-Erythritol-Gemisch *
+ 1.000 g Früchte
+ 1 Tütchen fertiges Gelierpulver *

oder

     350 g fertiger Stevia-Gelierzucker *
+ 1 000 g Früchte

oder

     500 g fertiger Xylit-Gelierzucker *
+ 1.000 g Früchte


* bitte die genauen Mengenangaben auf der Verpackung des jeweiligen Herstellers beachten

Nur einwandfreie Früchte nehmen

Damit Ihre Küchenschätze ein Erfolg werden, braucht es etwas Handwerkszeug und wenige Regeln. Ganz wichtig: Verwenden Sie nur Obst und Gemüse mit einwandfreier Qualität. Es ist falsch zu denken, Früchte und Gemüse mit ersten Schimmelspuren seien für Marmelade noch brauchbar: Denn Schimmelpilze sind weitgehend hitzestabil und werden beim Kochen leider nicht zerstört.

Apropos Schimmel: Wenn Sie selbst kochen, können Sie die Menge an Zucker im Aufstrich einfach und leicht reduzieren (siehe folgenden Kasten); allerdings hat Zucker auch konservierende Eigenschaften – so kann es sein, dass zuckerreduzierte Konfitüre schneller Schimmel ansetzt als herkömmlich gezuckerte. Das ist bei gekaufter Ware ebenso der Fall.

Oberstes Gebot: sauber arbeiten!

Damit sich Schimmel gar nicht erst bildet, wählen Sie am besten kleine Gläser und bewahren angebrochene stets im Kühlschrank auf. Messer oder Löffel, mit denen Sie etwas aus dem Glas nehmen, sollten immer sauber sein! Auch wenn der Löffel lediglich zum Umrühren von Kaffee oder Tee verwendet wurde, sitzen an ihm unsichtbare Verunreinigungen; die wandern beim Verwenden des Löffels für Marmelade ins Glas.

Tipps für eine bessere Haltbarkeit:


Mit unseren praktischen Tipps werden Ihre Schätze im Glas ein voller Erfolg.

  • nur frisches, einwandfreies Obst und Gemüse verwenden
  • Einkochzeit und Mengen genau einhalten
  • Gläser mit Schraubdeckel (Twist-Off) verwenden
  • Gläser müssen komplett fettfrei und sauber sein
  • kleine Gläser verwenden
  • angebrochene Gläser stets im Kühlschrank aufbewahren
  • nur mit sauberem Besteck etwas aus den Gläsern entnehmen

Sauberes Arbeiten ist beim Kochen von süßen Aufstrichen oberstes Gebot. Kochtopf, Löffel, Passierstab und natürlich Gläser und Schraubdeckel sollten trocken und sauber sein. Prüfen Sie die Gläser auch auf mögliche Glassplitter oder andere Reste wie Krümel. Bei zuckerreduzierten Aufstrichen haben sich Gläser mit Schraubverschluss statt mit Gummiring bewährt. Auch nachdem sie ein paarmal geöffnet wurden, schließen sie dichter ab, was ebenfalls vor Schimmel bewahrt.

Dieses Jahr: weniger Aprikosen

Jeder hat seine Lieblingssorten, die er gern als Marmelade, Mus oder Gelee genießt. Gab es im Frühjahr vereinzelt Lieferengpässe, erholt sich der Obst- und Gemüsemarkt von den starken Reiseeinschränkungen (Corona-Krise). Es gab zum Beispiel weniger Exoten im Handel, dann waren sie teilweise etwas teurer als sonst. Greifen Sie jetzt zu heimischen Früchten. Besonders beliebt sind zum Beispiel sämtliche Beerenobstsorten, auch Steinobst wie Kirschen, Pfirsiche und Pflaumen oder Kernobst wie Äpfel und Birnen.

Schneller Fruchtaufstrich ohne Zuckerzusatz – so geht’s


250 bis 300 g geputztes und gewaschenes Beerenobst wie Erd- oder Himbeeren mit einem Passierstab sämig pürieren. Nach Geschmack durch ein Sieb streichen zum Entfernen der Körnchen. Nach Geschmack Mark einer Vanilleschote und ein paar Spritzer Flüssigsüßstoff unterrühren. Mit einem Schneebesen einen Messlöffel Xanthan (pflanzliches Verdickungsmittel) kräftig unterrühren, alternativ mit einem Passierstab. In ein sauberes Glas füllen, im Kühlschrank aufbewahren.

Berechnet werden hier lediglich die Kohlenhydrate aus dem verwendeten Frischobst.

Bei Import-Aprikosen kann das Angebot in diesem Jahr mager ausfallen. Schuld daran ist zum einen (je nach Region) z. B. Mangel an Kältestunden, zum anderen sind es Frostschäden. Aprikosen lassen sich in Konfitüre oder Chutney zum Beispiel durch Pfirsiche oder Nektarinen ersetzen. Alternativ können Sie Trockenaprikosen mehrere Stunden in Wasser einweichen und dann weiterverarbeiten. Es ist kein Hexenwerk, aus Früchten und Gemüse etwas Besonderes zu kochen. Probieren Sie es aus, denn selbst gemacht schmeckt einfach am besten. Wetten?


Autorin:

Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL und DGE
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (7) Seite 76-78

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  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • crismo antwortete vor 1 Woche

      @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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