- Ernährung
Ernährungsdiskussion: Mehr Sachlichkeit und Gelassenheit, bitte!
2 Minuten
Fleischverzicht: Weniger Polarisierung und ehrliche Diskussionen wünscht sich Diabetes-Journal-Redakteur Gregor Hess in der Ernährungsdiskussion.
Fleisch, Milch, Eier: Ja oder nein? Bei der polarisierenden Frage geht es für viele um die (Tofu-)Wurst. Und viel zu häufig entsteht darüber ein hitziger verbaler Schlagabtausch: Die einen propagieren eine fleischlose oder gar gänzlich auf tierische Produkte verzichtende Ernährung; die anderen wollen sich ihren Fleischgenuss nicht madig machen lassen und ihn schon gar nicht einschränken. Kaum ein anderes Thema ist so persönlich und gesellschaftsrelevant zugleich – und betrifft dazu den Alltag eines jeden; da sind die Fronten schnell verhärtet.
Ob beim Festtagsmahl mit Verwandten, bei der Firmen-Weihnachtsfeier oder beim Abendessen mit Freunden: “Ihr seid egoistisch, bequem und ignorant”, tönen die einen, “Ihr gängelt Eure Mitmenschen, seid mangelernährt und verhaltet Euch unnatürlich”, schallt es zurück. Ein Konsens wird meist nicht angestrebt … und auch nicht erreicht.
Oft wird jegliche Streitkultur vergessen
So richtig kontrovers und militant wird es, wenn diese Scheindebatten im Internet ausgetragen werden. Die räumliche Distanz und die Anonymität verleiten viele dazu, jegliche Streitkultur zu vergessen und die Gegenseite wüst zu beschimpfen. Gut zu beobachten war dies wieder Anfang des Jahres, als die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Zeitung Le Monde diplomatique den Fleischatlas 2014 veröffentlicht haben.
Dabei handelt es sich um eine Essay-Sammlung mit Daten und Fakten zum Thema Tiere als Nahrungsmittel. Die Kommentarbereiche der darüber berichtenden Online-Medien sowie deren Social-Media-Kanäle wurden sofort zum digitalen Schlachtfeld der Agitation. Moderate Stimmen gingen unter – die Hardliner beider Seiten behielten einmal mehr die Oberhand.
Auf einzelne Argumente einzugehen, würde den Rahmen sprengen – dazu ist mir die unsägliche Art der Debatte zuwider. Ich bin diese emotionalen und wenig zielführenden Zankereien mittlerweile ziemlich leid, vor allem zu Tisch – und gehe ihnen möglichst aus dem Weg. Denn ich selbst habe diesbezüglich einen sehr individuellen Blickwinkel und fühle mich oftmals als unfreiwillig zwischen den Fronten stehend:
Sachlicher und gelassener, bitte!
Vor einigen Jahren habe ich mich nämlich dazu entschlossen, auf Fleisch zu verzichten. Milchprodukte, Eier und ein- bis zweimal im Monat Fisch esse ich jedoch weiterhin. Damit bin ich für viele der Streithansel, im wahrsten Sinne weder Fisch noch Fleisch, und bekomme es im Zweifel von beiden Seiten ab. Ich kann als zwischen den Stühlen Sitzender deshalb nur bitten: Werdet sachlicher und gelassener bei dem Thema!
Dass aus ökologischer, ethischer und gesundheitlicher Sicht insgesamt zu viel Fleisch und andere tierische Produkte konsumiert werden, sollte auch dem passioniertesten Steak-Liebhaber mittlerweile klar sein. Dass man bei einer solch elementaren Angelegenheit aber auch niemanden mit Vorwürfen und Verboten überzeugt und missionarischer Eifer kontraproduktiv ist, muss sich hingegen so mancher Veganer endlich verinnerlichen.
Ernährungsexpertin Kirsten Metternich hat übrigens in dieser Ausgabe viele Informationen und Rezepte zu veganer Ernährung zusammengetragen. Sachlich und ohne erhobenen Zeigefinger erklärt sie, dass vegane Ernährung ohne Mangelerscheinungen heutzutage problemlos möglich ist und gerade auch der Stoffwechsel von Diabetikern es ihnen durchaus dankt, wenn sie ab und an mal einen veganen Tag einlegen.
von Gregor Hess
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (2) Seite 17
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747



Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.