Essen in Deutschland

4 Minuten

© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Essen in Deutschland

Sauerkraut, Thüringer Rostbratwurst oder doch lieber eine Currywurst? Quarkkeulchen, Himmel un Äd, Handkäs mit Musik oder Birnen, Bohnen und Speck? Die Liste der kulinarischen Klassiker, die Deutschland zu bieten hat, ist legendär. Vieles lässt sich mit weniger Fett, Speck und Sahne genauso lecker kochen. Wir geben Ihnen Praxistipps und haben passende Rezepte aus deutschen Kochtöpfen dazu – auf geht’s.

Oft wird ihr Licht unter den Scheffel gestellt, doch Essen und eine Fülle an Lebensmitteln aus den 16 Bundesländern Deutschlands sind weit über heimische Grenzen hinaus bekannt und beliebt. So gibt es kein anderes Land auf der Welt mit solch einer Auswahl an Brot und Brötchen.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – aber die Deutschen lieben es

Besonders beliebt unter den mehr als 300 deutschen Brotsorten sind Vollkornbrote und Pumpernickel: dank ihres Ballaststoffgehaltes das perfekte Brot bei Diabetes, im Vergleich zu Weißbrot und hellen Brotsorten. Nicht nur im Ausland kennt und liebt man deutsches Brot: Die Bundesbürger an sich essen es gern – und das täglich. Im Schnitt isst jeder hierzulande pro Jahr 87 Kilogramm, das sind rund drei bis vier Scheiben pro Tag. Im Vergleich isst der Durchschnittsfranzose lediglich 55 Kilogramm Baguette im Jahr.

Brot an sich ist nicht so kalorienreich wie oft angenommen, viel eher das, was daraufkommt: Butter, Schmalz, Wurst, Käse, Süßes wie Nuss-Nougat-Creme oder Konfitüre summieren sich zu einer saftigen Menge an Kalorien – vor allem aus Fett und Zucker. So können zwei reichlich belegte Stullen zum Abendbrot weit mehr Energie aus Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß haben als zum Beispiel eine warme Mahlzeit wie Gemüsesuppe oder eine Gemüsepfanne mit fettarmem Fleisch oder Fisch.

Deutsche essen gern und werden zunehmend runder

Es heißt immer, Amerika sei das Land der XXL-Portionen; doch auch hierzulande wird dabei nicht gegeizt. Das spiegelt sich auch im Körperumfang der Bundesbürger wider. Leider sind die Zahlen derer, die zu dick sind, weiter steigend. Laut des aktuellen 13. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind hierzulande 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen übergewichtig.

Ein hilfreicher Schritt, etwas dagegen zu tun, wäre die Verringerung der Portionsgrößen. Am Anfang mag es schwerfallen, doch der Körper gewöhnt sich Stück für Stück an kleinere Mengen. Und letztlich hilft es, die Portionen an Gemüse und Salat hochzuschrauben, dafür Fleisch, Saucen und Frittiertes möglichst überschaubar zu halten.

Die gesündere Form ist die bessere …

Während es in vielen anderen Ländern morgens eher spärlich zugeht, wird in Deutschland aufgetischt: Brötchen, Brot, Eier, Wurst, Käse, Konfitüre, Kaffee, Saft und Müsli. Besser wäre es, sich für eine Sache zu entscheiden, beispielsweise in der Woche morgens Müsli oder Vollkornbrot, und am Wochenende kann es dann auch mal ein Brötchen nebst Frühstücksei sein. Mittags geht es für die meisten Berufstätigen in die Kantine oder zum Imbiss um die Ecke. Das Leibgericht der Deutschen ist hier Schnitzel mit Pommes – ganz schön lecker und ganz schön fettig.

Besser wäre es, sich dies zum Beispiel einmal pro Woche als etwas Besonderes zu gönnen und an den restlichen Tagen auf Gemüse, Salat, Kartoffeln, Nudeln oder Reis umzusteigen – dazu gedünstetes oder in wenig Fett gebratenes, unpaniertes Fleisch von Huhn oder Pute und Fisch. Früher gab es abends traditionell belegte Brote.

Was bei abendlichen Mahlzeiten zu beachten ist

Heute wird in der Familie, wenn überhaupt, meist abends gemeinsam warm gegessen. Wenn der Hunger groß ist, wandert dann häufig mehr in den Bauch, als dem Körper guttut. Anschließend dauert es im Schnitt mindestens anderthalb bis vier Stunden, bis die Verdauung fertig ist. Das hängt ab von der Menge an Fett, von der Portionsgröße etc.

Wer Schwierigkeiten hat, einzuschlafen, sollte abends seine letzte Mahlzeit besser drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen essen – je fettärmer, desto besser. Viele schwören mittlerweile auf Low-carb-Gerichte am Abend wie Tomaten-Mozzarella, Salat mit Hähnchen oder Gemüsepfanne mit Meeresfrüchten, um ihr Gewicht im Griff zu halten oder abzunehmen. Wer Insulin spritzt oder Tabletten einnimmt, die eine Unterzuckerung verursachen können, bespricht eine solche Änderung der Ernährung am besten vorab mit seinem diabetesbehandelnden Arzt.

Was zum besseren Einschlafen sonst noch hilft, ist der Verzicht aufs abendliche Naschen von süßen und salzigen Knabbereien sowie Alkohol (siehe Titelthema). Besser wäre ein entspannter Verdauungsspaziergang. Wer durch seinen Diabetes eine Spätmahlzeit braucht, isst beispielsweise einen Joghurt mit Früchten oder nimmt ein Glas Buttermilch und zwei bis drei Nüsse zu sich.

Spitzenreiter auf heimischen Tellern

Mit Gemüse und Obst lassen sich sämtliche Gerichte im Hinblick auf Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aufwerten. Laut Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) aß jeder Bundesbürger im letzten Jahr täglich knapp 250 g Obst (88,7 kg pro Jahr) und gerade mal 195 g Gemüse (71,7 kg im Jahr). Besonders bei frischem Gemüse und Salat könnte es etwas mehr sein. Zu den knackfrischen Lieblingssorten gehören nach wie vor Äpfel, Bananen, Tomaten, Möhren und Zwiebeln.

Im Kirchheim-Shop:

Heimatküche für Diabetiker und alle Genießer

Oft verkannte und verkochte Traditionsgerichte abgeklopft auf ihr vitales Potential: 44 verfeinerte und verschlankte Rezepte.
H. Lauber; 1. Auflage 2015; 19,90 €
zum Kirchheim-Shop

Auf dem Teller mögen viele besonders gern Spaghetti Bolognese, Pizza und Döner. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese Gerichte ständig und überall verfügbar sind. Viele jüngere Menschen kennen bekannte heimische Klassiker gar nicht mehr oder wissen nicht, wie sie gekocht werden. Doch so schwer ist es gar nicht, man muss sich nur heranwagen. Lassen Sie sich inspirieren von unseren Tipps und Rezepten auf den nächsten Seiten. In diesem Sinne guten Appetit bei Handkäs mit Musik, Eintopf oder Roter Grütze.


von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (9) Seite 72-74

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Schwieriger Start mit Diabetes: Tiefs und Hochs im Wechsel
Janina Klinger ist ein Multitalent. Obwohl ihr Start in ihr Leben mit Typ-1-Diabetes ein schwieriger war, hat sie ihren Weg gemacht und dabei alle Tiefs und Hochs gemeistert. Sie hat eine Tochter und arbeitet heute als Erzieherin – mit ein Anstoß für ihr neues Buch.
Schwieriger Start mit Diabetes: Tiefs und Hochs im Wechsel | Foto: privat

8 Minuten

Rezept für Apfel-Quark-Auflauf
Süßer Genuss ohne Reue: Dieses Rezept für einen proteinreiche Apfel-Quark-Auflauf ist schnell zubereitet, zuckerarm und ideal für die Obst-Resteverwertung. Ein leichtes, leckeres Gericht für jede Tageszeit, das mit unter 300 Kalorien pro Portion überzeugt.
Rezept für Apfel-Quark-Auflauf | Foto: Bernhard und Gabi Kölsch / MedTriX

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 6 Tagen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

Verbände