- Ernährung
Essstörungen häufiger als angenommen
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Eine Studie zeigt, dass Essstörungen unter jungen Diabetikerinnen weit verbreitet sind. Wer aber beispielsweise durch Insulin-Purging Gewicht verlieren will, steigert so auch das persönliche Risiko für Komplikationen.
Über ein Drittel aller Mädchen und jungen Frauen mit Typ-1-Diabetes laufen Gefahr, bis zu ihrem 25. Lebensjahr eine Essstörung zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine kanadische Studie mit weiblichen Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 23 Jahren. Gerade in dieser kritischen Entwicklungsphase erhöhen Essstörungen das Risiko für Folgeerkrankungen wie etwa Netzhautschädigungen erheblich.
Gefährlicher Trend: Insulin weglassen, um Gewicht zu verlieren
Gewichtssorgen und Diäten gegen Übergewicht sind im Jugendalter weit verbreitet und führen nicht zwangsläufig zu schwerwiegenden Essstörungen. Auch bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes sind entsprechende Aktivitäten zur Gewichtsabnahme bekannt. Dazu zählt zusätzlich zu weithin bekannten Formen von Essstörungen auch das gesundheitsgefährdende absichtliche Weglassen des notwendigen Insulins (Insulin-Purging).
Dahinter steht das Ziel der Jugendlichen, Blutzucker über den Urin abzuführen und damit indirekt das Körpergewicht zu kontrollieren. Damit verbundene Überzuckerungen schaden dem jungen Organismus, das Risiko für langfristige Komplikationen wie Fettstoffwechselstörungen, Augen- und Nervenschäden steigt, und sogar die Lebenserwartung kann beeinträchtigt werden.
Über einen Gesamtzeitraum von 14 Jahren befragten die kanadischen Wissenschaftler in ihrer Studie 126 Mädchen im Alter zwischen durchschnittlich 11 und 23 Jahren insgesamt sieben Mal. Bei der sechsten Befragung litten bereits 19,8 Prozent an Essstörungen, bei der letzten Befragung sogar 40,8 Prozent. Die Befragungen wurden nach einem geprüften Verfahren durchgeführt.
Viele Arten von Essstörungen bei den Probandinnen
Die angegebenen Störungen reichten von zwanghaftem Diäthalten, Binge Eating mit periodischen Heißhungeranfällen, herbeigeführtes Erbrechen sowie absichtlichem Weglassen der Insulingaben bis hin zu Bulimie (Ess-Brechsucht) und Anorexie (Magersucht). Die Mädchen hatten beim ersten Auftreten einer Essstörung ein durchschnittliches Alter von 22,6 Jahren.
Wenn die Wissenschaftler in der Auswertung nicht nur eng definierte Essstörungen (ED = Eating Disorders), sondern Angaben zu leichter gestörtem Essverhalten (DEB = disturbed eating behaviour) mit berücksichtigen, fallen die Zahlen noch drastischer aus: Bei der siebten Befragung litten dann insgesamt 59,2 Prozent unter ED oder DEB. Zum Vergleich: Der Kinder- und Jugend-Gesundheits-Survey des Robert Koch-Instituts gibt an, dass in Deutschland bei etwa 20 Prozent aller 11- bis 17jährigen der Verdacht einer Essstörung vorliegt.
Die Wissenschaftler fordern dringlich weitere Untersuchungen bezüglich Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung dieser sensiblen Altersgruppe mit Typ-1-Diabetes.
Quelle: Pressemitteilung des Diabetesinformationsdienst am Helmholtz Zentrum München
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 18 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….