Fachgesellschaften kritisieren „Schonfrist für Industrie“

2 Minuten

© Fotolia – agongallud
Fachgesellschaften kritisieren „Schonfrist für Industrie“

Die „Schonfrist für die Industrie bedeutet Zehntausende vermeidbarer Fälle von Übergewicht und Folgeerkrankungen“ – die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hat die Vereinbarung zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmittelprodukten zwischen dem zuständigen Bundesministerium und den Verbänden der Lebensmittelwirtschaft scharf kritisiert.

Zur Grundsatzvereinbarung für die Reduktion von Zucker, Fett und Salz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit den Verbänden der Lebensmittelwirtschaft erklärt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK):

Enttäuschung über „verwässerte Ziele“ der Ministerin

„Es kann nicht sein, dass die Industrie sieben Jahre Schonfrist bekommt, um ihre Produkte gesünder zu machen. Das bedeutet Zehntausende neuer Fälle von Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen in Deutschland, die bei raschem Handeln womöglich zu verhindern wären. Wir sind enttäuscht, dass Ernährungsministerin Julia Klöckner hier ihre eigenen Ziele, die zunächst durchaus ambitioniert wirkten, derart verwässert. Andere Länder haben gezeigt, dass die Unternehmen sehr viel schneller zu einer Änderung von Rezepturen in der Lage sind – aber nur, wenn sie durch verbindliche Regeln und wirtschaftliche Anreize dazu motiviert werden.“

Die Industrie werde trotz Fehlverhalten mit Nachsicht belohnt

„Die Industrie kennt die Folgen ihrer ungesunden Produkte seit Jahren, hat aber kaum gehandelt. Dafür wird sie nun auch noch mit Nachsicht belohnt. Offen bleibt auch, in welchem Umfang die Hersteller überhaupt die ungesunden Lebensmittelbestandteile reduzieren wollen. Wir erwarten, dass Frau Klöckner jetzt zumindest hier durchgreift und bis Jahresende verbindliche Vereinbarungen vorlegt, die eine spürbare Entlastung bei Zucker, Fett und Salz bringen. Wenn die Ministerin das WHO-Ziel ‚Die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen‘ ernst meint, muss sie auch die Maßnahmen umsetzen, die die WHO mit diesem Slogan verbindet. Dazu gehört ein Verbot von Werbung für ungesunde Produkte, die sich an Kinder richtet.“

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Zusammenschluss von 22 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten einsetzt.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Diabetes und psychische Flexibilität – mit Psychologin Laura Klinker
Ein unerwarteter Wert, eine Unterzuckerung – und plötzlich ist der Frust da. Im Diabetes-Anker-Podcast erklärt Psychologin Laura Klinker, warum unterdrückte Gefühle solche Situationen oft verschärfen und wie psychische Flexibilität im Alltag mit Diabetes gelingen kann.
Porträt der lachenden Psychologin Laura Klinker vor hellblauem Hintergrund, mit langen braunen Haaren und gemustertem Pullover; oben rechts das Logo des Diabetes-Anker-Podcasts.

2 Minuten

Präventionsoffensive: Auftakt zum breiten Angriff auf chronische Krankheiten?
Noch wird um die genaue Ausgestaltung der „Zuckersteuer“ gerungen. Mit einer „Präventionsoffensive“ will das Bundesgesundheitsministerium dafür sorgen, dass diese Abgabe kein Strohfeuer im Kampf gegen Typ-2-Diabetes und andere chronische Krankheiten bleibt.
Zwei Fußballspielerinnen in schwarzen und blauen Trikots laufen auf einem grünen Rasen einem Fußball hinterher. Die Aufnahme aus der Vogelperspektive symbolisiert Bewegung und Prävention.

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 19 Stunden, 52 Minuten

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂