- Ernährung
„Fuchshöhle“: Raimar Pilz, Meister der Kräuter und Aromen
3 Minuten
Das Echt essen-Gasthaus im August: Raimar Pilz, Koch der „Fuchshöhle“, hat einen riesigen Kräutergarten, aus dem heraus er Frisches in seine Gerichte integriert.
Ein ungewöhnlicher Name, für den es eine ganz einfache Erklärung gibt: Die Fuchshöhle wurde von einer Familie Fuchs vor über 100 Jahren gegründet – und weil das Haus schon damals drei Aus- oder Eingänge hatte, ähnlich wie bei einem Fuchsbau, bürgerte sich dieser Name ein. Die Fuchshöhle ist also ein Traditionshaus mit einer wunderhübsch bemalten Fassade und mit ausgemalten Innenräumen voller deftiger Trinksprüche, wo man sich sofort wohl fühlt, sei es in den gemütlichen Gasträumen, sei es im Sommer auf der Terrasse, wo ausgewählte Duftpflanzen für ein sensorisches „Aromenmenü“ sorgen, das sich im Laufe des Tages ändert. Schön ist auch der Platz vor dem Gasthaus mit dem barocken Münster gegenüber und der nahegelegenen alten hölzernen Rheinbrücke, einem für Autos gesperrten Kleinod.
![]() |
![]() |
| Bemalte Fassade: Fuchshöhle in Bad Säckingen | In den Kräutern: Koch Raimar Pilz |
Die Wirtsleute
Dass in der „Fuchshöhle“ sofort eine angenehme Atmosphäre herrscht, ist das Verdienst von Annett Ronneberger, die den Service leitet, während Raimar Pilz hinter dem modernen Herd steht. Kennen gelernt habe ich die beiden, als sie noch an der Ostsee ein Restaurant leiteten – und schon dort hatte Raimar Pilz das, was mich an ihm bis heute fasziniert: Einen riesigen Kräutergarten, aus dem heraus er wie kaum ein zweiter Frisches in seine Gerichte integriert. Auch in Bad Säckingen hat er vom Pfarrer den Münstergarten gepachtet, Kräuter gepflanzt. Und er ist mehrmals in der Woche im nahen Schwarzwald, sammelt selbst wilde Kräuter. Immer stärker versucht er auch, eigene Lieferanten zu finden, die ihm etwa regelmäßig nachhaltig gezüchtete Fische, Fleisch aus dem Schwarzwald und ökologisch angebautes Gemüse liefern – weshalb in die Speisekarte ein Verzeichnis vieler Lieferanten integriert ist.
Das Menü
Raimar Pilz ist kein Show-Koch, seine Bühne ist die Küche, im Service agiert seine Frau mit einer freundlichen Brigade, die alle kundig die schönen Kreationen des Kochs erläutern können. Hier ein „Echt-Essen-Menü“ von ihm:
Gang 1: Essenz von Beinwell und Saibling

Typisch Raimar Pilz: Wo andere ein Blatt vom vergessenen Heilkraut Beinwell bloß als Dekoration verwenden, hat er daraus mit Kalbsbrühe eine intensive Essenz gekocht, welche den Gaumen wunderbar auf die kommenden Genüsse einstimmt. Dazu ein Stück vom Elsässer Saibling, sanft in Zitronenverveine pochiert und mit frischen Fenchelpollen bestreut. Die kleine Blüte ist übrigens Waldmeister, dazu ein roter Feldklee, der leicht säuerlich schmeckt.
Schon optisch ein Gedicht: Geräucherte Forelle mit ein wenig Sahne leicht aufgeschlagen, dazu zwei intensiv schmeckende Rote Bete. Probieren Sie dazu ruhig das Goldblättrige Milzkraut und die Sauerkleeblüte, der sie machen das Gericht noch leichter verdaulich.
Gang 3: Wildkräutersüppchen mit gebratener Wildente

Die Königsdisziplin für einen Kräuterkoch: Hier wird die Wildkräutersuppe mit Giersch, Wilde Möhre, Kerbel, ein wenig Milch und Eigelb hergestellt. So schön kann wilde Vitalität schmecken!
Gang 4: Haselbachsaibling auf grünen Erbsen

Im nahen Schwarzwald plätschert der urwüchsige Haselbach. Dort hat Philip Trefert eine vorbildliche demeter-Fischzucht, aus der auch dieser superfrische Saibling stammt. Dazu die wohlschmeckendsten Proteinbomben der Welt, die Erbsen im leichten Schaumsud. Die darauf liegende Hippe verdankt das schöne Rot dem Saft von Roter Bete, und die Körner sind schwarzer Sesam. Auch essbar: Die Blüte vom Stiefmütterchen!
Natürlich gibt es bei Raimar Pilz auch sehr schöne Desserts, etwa einen gefüllten Baumkuchen mit Mispeln und Mandeleis. Aber das empfehle ich Diabetikern nur in Maßen – und dann am besten, wenn mittags gegessen wird, was vom Stoffwechsel her eh am Optimalsten ist. Lassen Sie das Dessert weg, können Sie hinterher besonders getrost den Blutzucker messen – und sich freuen, dass Genuss und Gesundheit tatsächlich auf das Trefflichste harmonieren können.
Ein solches Menü kostet um die 40 Euro. Dazu passen gut die gästefreundlich kalkulierten Weine aus dem nahen Markgräflerland, etwa ein trockener Gutedel oder ein Grauburgunder von Karlheinz Ruser aus Tüllingen bei Lörrach. Raimar Pilz beherrscht aber auch eine ganz besondere Spezialität: Zu den einzelnen Gerichten Tees zu servieren, etwa zum Kalbfleisch einen Tee aus Löwenzahn und Zitronenverveine oder zu Erdbeeren einen Holunderblütentee.
von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
,
Internet: www.lauber-methode.de
⇒ zurück zur „Echt essen“-Übersicht
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
L’Imprimerie: Vive la France
4 Minuten
- Ernährung
Izmir: „Fischeparadies“
6 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55


