Gasthaus Hellerau: Bodenständig

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© Gasthaus-Kaffee-Hellerau
Gasthaus Hellerau: Bodenständig

Das Echt essen-Gasthaus im Juli: In der einzigartigen Dresdner Gartenstadt servieren Monika und Volker Illers eine grundsolide Küche mit üppigen Portionen.

Bald 120 Jahre alt ist die Gartenstadt Hellerau im Norden von Dresden – und dennoch ist die Siedlung bis heute Vorbild für einen menschenfreundlichen Siedlungsbau. Die Idee für Hellerau stammt von Karl Schmidt, dem Begründer der „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“, eine Firma, die auf von renommierten Designern entworfene Möbel spezialisiert war, und die bis heute besteht. Den Masterplan mit klar abgegrenzten verschiedenen Wohnformen und geschwungenen Straßenzügen entwickelte der Architekt Richard Riemerschmid, der auch die markanten Gebäude der Werkstätten entwarf. Andere renommierte Architekten wie Heinrich Tessenow konzipierten weitere Gebäude, etwa das großzügige Festspielhaus, das bis heute auf Besucher wartet.

Üppiges Grün statt toter „Steingärten“: Dorffrieden

Stundenlang wandere ich durch Hellerau und staune, wie die unterschiedlichen Wohnformen und die unterschiedlichen Architekten eine abwechslungsreiche Atmosphäre geschaffen haben – und das Ganze trotzdem eine Einheit bildet. Bewundernswert auch das viele Grün – und ich sehe keinen einzigen der heute so beliebten, toten „Steingärten“ ohne Pflanzen. Für mich ist Hellerau die Blaupause eines Siedlungsbaus in Zeiten der Klimaerwärmung – und ein Masterplan für durchlüftete Wohnformen, die als Prävention gegen künftige Pandemien gebraucht werden.

Ort der Design-Geschichte: Deutsche Werkstätten

UNESCO Weltkulturerbe für Hellerau! Um diesen prestigeträchtigen Titel kämpft eine Bürgerinitiative. Das wäre höchst verdient für dieses ökologisch vorbildliche Ensemble. Schließlich besteht es im Wesentlichen unverändert seit weit über 100 Jahren – und demonstriert so, dass gute Architektur nachhaltig und wertbeständig ist.

Mein Vorschlag: Private und öffentliche Siedlungsentwickler haben nach Hellerau zu fahren, damit statt endlosen Reihenhausansammlungen wieder menschliche Wohnviertel entstehen.

Blick von der Terrasse auf typische Häuser: Gasthaus Hellerau

Eine „Seele“ hatte die Gartenstadt von Anfang an, nämlich einen Marktplatz, wo es alles zu kaufen gab. So konnten die rund 2000 Bürger und Handwerker ein Gefühl der Gemeinschaft entwickeln. Schon immer gab es am „Markt“ eine Gaststätte, was bis heute der Name „Kaffee Hellerau“ signalisiert, eine Bezeichnung, die aus Denkmalschutzgründen nicht geändert werden darf. Doch ein Café ist das Gasthaus längst nicht mehr. Denn seit über fünfeinhalb Jahren wirten hier die Köchin Monika Illers und der vom Niederrhein stammende Volker Illers, der den zugewandten Service besorgt – und uns auf der luftigen Terrasse mit aufgebackenem Brot und Frischkäse begrüßt.

Mit Kresse und Kresseöl verfeinert: Gurkenkaltschale

Frisch gekocht wird hier erfreulicherweise. So begeistert eine ausgezeichnete Gurkenkaltschale auf Joghurt-Basis, verfeinert mit einem Hauch Knoblauch und statt dem gewohnten Dill mit Kresse und selbst hergestelltem Kresseöl aromatisiert. Für fünf Euro eine große Portion. Weil wir die letzten Gäste an diesem Tag sind, kann ich mich in Ruhe umschauen – und fotografiere die berühmte, mäandernde Straße „Am grünen Zipfel“.

Sommerliche Gemüse, Champignons und Oliven: Pasta

Fleischselig ist die Küche, die auf der Terrasse und in dem gemütlichen Gastraum serviert wird. Ich probiere „Piccata alla Milanese“ für 14,90 Euro und bekomme zwei korrekt panierte, saftige Schnitzel vom sächsischen Schwein. Darüber 300! Gramm Spaghetti mit Tomatensoße und alles mit Käse überbacken. Ausgezeichnet schmeckt das, aber natürlich viel zu üppig. Gottlob kann die gertenschlanke Köchin auch vegetarisch und die Pasta mit Zucchini- und Möhrenstreifen, Champignons, Cherrytomaten mit frisch geriebenem Parmesan für 13,50 Euro ist zwar auch mächtig, aber schaffbar. Auf jeden Fall zwei köstliche Gerichte, die der gutbürgerlichen Küche alle Ehre machen.

Schafft das Kunststück aus süffig und trocken: Mosel-Riesling

Während ich einen fluffigen Butterkuchen genieße, studiere ich die Weinkarte. Sie listet interessante Güter und vermerkt dankenswerterweise auch den Restzuckergehalt. Mir sind die Tropfen durchweg zu süß. Nur, ich bin ja auch nicht die Zielgruppe. Aber der umtriebige Wirt hat immer eine Lösung – und präsentiert mir seinen Hauswein. Schmeckt erstaunlich süffig – und der soll trocken sein? Ein Anruf beim freundlichen Winzer in Ellenz an der Mosel schafft Klarheit: 2,1 Gramm Restzucker, perfekt! Darauf noch einen Schluck, schließlich senkt trockener Wein den Blutzucker. Zur Verstärkung des Effekts noch ein weich gebrannter Apfelbrand von „Prinz zur Lippe“ aus Meissen – und ein rundum gelungener Wirtshaustag klingt beschwingt aus.

„Gasthaus Kaffee Hellerau“


Adresse: Markt 15, 01109 Dresden

Öffnungszeiten: In pandemischen Zeiten können die Öffnungen variieren – am besten telefonisch anfragen. Montags ist jedenfalls zu.

Kontakt: 0351/88 34 470, www.gasthaus-kaffee-hellerau.de/

Drei Minuten sind es vom Gasthaus zur Haltestelle der Linie 8, die in 25 Minuten in die Dresdner Innenstadt fährt.

Schmidt´s heißt ein nach dem legendären Werkstattgründer Karl Schmidt benanntes Restaurant, das eine gehobene Küche offeriert. In den ehemaligen Werkstätten befindet sich das Gasthaus, denn heute hat die inzwischen auf Innenausbau spezialisierte Firma ihre Produktionsstätte in einem eleganten Gebäude auf der gegenüberliegenden Straße.

Dresden Empfehlungen: „Großer Garten“ heißt ein wirklich großer Park nahe der Altstadt mit alten Bäumen, prächtigen Anlagen, einem Schloss. Auf der zuführenden Lingnerallee ist freitags ein Bauernmarkt, wo die fein gewürzte Rostbratwurst am Eingang ein Muss ist.

„Suitess“ nennt sich ein angenehmes Luxushotel direkt an der Frauenkirche, wo es sich erstaunlich günstig nächtigen und im zugehörigen Restaurant „Moritz“ gut speisen lässt.

Eine der schönsten deutschen Städte ist Dresden. Ihre tagsüber fast schon erschlagende barocke Pracht inszeniert die Elbmetropole nächtens elegant und filigran.

Schlosskirche: Größter Sakralbau der Stadt

Zwinger: Barocke Festung am Wasser

Frauenkirche: Auferstanden aus Ruinen


ECHT ESSEN  heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.



von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de

Internet: www.lauber-methode.de

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    • Hallo mr,

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      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?