Jeder fünfte Todesfall weltweit durch ungesunde Ernährung

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Jeder fünfte Todesfall weltweit durch ungesunde Ernährung

Neue Studienergebnisse legen nahe, dass die Ernährung wesentlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko und die Sterblichkeit hat. Weltweit sind schätzungsweise pro Jahr insgesamt 11 Mio. Todesfälle und 255 Mio. krankheitsbelastete Lebensjahre mit einer schlechten Ernährung verbunden.

In der im Fachmagazin „The Lancet“ publizierten „Global Burden of Disease“-Studie [1] wurden von 1990 bis 2017 in 195 Ländern Verbrauchstrends von 15 verschiedenen Ernährungsbestandteilen bewertet. Ziel der Untersuchung war es, die Auswirkungen einer ungesunden Ernährung auf die Sterblichkeit und Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu untersuchen.

Ungeachtet einiger regionaler Unterschiede kommen die Autoren insgesamt zu dem Schluss, dass in keiner Region der Welt die optimale Menge aller 15 Nahrungskomponenten verzehrt wird.

Weltweit zu viel zuckerhaltige Getränke, verarbeitetes Fleisch und Salz

Die größten Defizite wurden bei Milch, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen festgestellt. Einen globalen Übergebrauch weisen die Daten hingegen bei zuckerhaltigen Getränken, verarbeitetem Fleisch und beim Salzkonsum aus – mit dramatischen Folgen: Ein hoher Kochsalzverbrauch könne für etwa 3 Mio. Todesfälle und 70 Mio. DALYs („disability-adjusted life years“ = krankheitsbelastete Lebensjahre) verantwortlich gemacht werden.

In Deutschland sind laut GBD-Studie allein 162 ernährungsbedingte Todesfälle pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen (im Vergleich: in Israel sind es 88,9). Hierzulande gelte laut Studienauswertung vor allem der deutlich zu geringe Verzehr an Vollkornprodukten als einer der häufigsten ernährungsbedingten Risikofaktoren für Krankheit und Sterblichkeit.

„Die Studie bestätigt erneut, dass die Ernährung ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit ist. Doch das gilt keinesfalls nur für das Diabetes- und Krebsrisiko. Wir wissen seit langem, dass eine ungesunde, vor allem auch salzreiche Ernährung den Blutdruck hochtreibt. Deshalb ist es wichtig, diesen Zusammenhang in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen“, erläutert Univ.-Prof. Dr. med. Bernhard Krämer (Universitätsklinikum Mannheim), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL).

20 bis 30 Mio. Menschen in Deutschland haben zu hohen Blutdruck

In Deutschland leben etwa 20 bis 30 Mio. Menschen mit einem zu hohen Blutdruck [2]. Häufigster Grund dafür ist ein ungesunder Lebensstil, d.h. vor allem ein Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung.

„Hoher Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor dafür, dass in den industrialisierten Ländern viele Menschen Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden und u.a. auch ein höheres Risiko für Nierenversagen haben“, so Prof. Dr. Peter Trenkwalder aus Starnberg, stellvertrender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

„Bluthochdruck ist quasi ein Bindeglied zwischen schlechter Ernährung und hoher Sterberate. Wer sich ungesund ernährt, entwickelt häufig Bluthochdruck, der wiederum kann dann auf lange Sicht, zumindest, wenn er nicht behandelt wird, zu lebensgefährlichen Herz-Kreislauferkrankungen führen.“

Blutdruck kann durch gesündere Ernährung gesenkt werden

Wie kann man sich also blutdruckfreundlich ernähren? Einer der wichtigsten Aspekte bei der Ernährung ist das Thema Kochsalz. Zwar ist Salz ein lebenswichtiger Bestandteil der Ernährung (erforderlich sind ca. 1 g pro Tag), aber dass zu viel Salz in der Nahrung die Entstehung von Bluthochdruck befördert und damit das Risiko für Folgeerkrankungen des Herzkreislaufsystems und der Nieren erhöht, ist durch zahlreiche Studien inzwischen belegt und unbestritten.

Die Weltgesundheitsorgansiation (WHO) empfiehlt täglich maximal 5 g Salz zu sich zu nehmen (respektive max. 2 g Natrium). Die von der Deutschen Hochdruckliga [3] maximal empfohlene Salzmenge beträgt 5 bis 6 g – derzeit werden hierzulande aber durchschnittlich 9 bis 12 g Salz täglich verzehrt. Wenn Menschen mit hohen Blutdruckwerten ihren Salzkonsum auf weniger als 6 g reduzieren, kann das den Blutdruck um bis zu 8 mm Hg senken.

Für Hochdruckpatienten gilt außerdem, dass generell durch Kochsalzbeschränkung die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verbessert und damit Medikamente eingespart werden können. Die Deutsche Hochdruckliga rät daher: Statt Salz bei der Zubereitung der Gerichte andere Gewürze und Kräuter verwenden, Essen auf dem Teller nicht nachsalzen, frische Lebensmittel bevorzugen, Mahlzeiten frisch zubereiten und Nahrungsmittel mit hohem Kochsalzgehalt meiden.

Darüber hinaus gilt: Genügend Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen! Wer gesund isst, hat in der Regel kein Problem mit Übergewicht, das ebenfalls den Blutdruck hochtreiben kann. Ebenso hilft Bewegung, den Blutdruck auf natürliche und einfache Weise zu senken.

→Literatur
[1] Lancet 2019; 393: 1958–72 Published Online April 3, 2019 http://dx.doi.org/10.1016/ S0140-6736(19)30041-8
[2] Epidemiologisches Bulletin 5/2015; Robert-Koch-Institut, Berlin
[3] Ernährung und Kochsalzverbrauch bei arterieller Hypertonie, Foliensatz; Deutsche Hochdruckliga e.V.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga (DHL)

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  • kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 5 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?