Heiß oder kalt genießen: Kaffee, Tee und Kakao

5 Minuten

© beats_ – stock.adobe.com
Heiß oder kalt genießen: Kaffee, Tee und Kakao

Kaffee, Tee und auch Kakao gehören für Jung und Alt zum Leben dazu. Das Angebot an fertigen Getränken für den heißen und kalten Genuss ist immens. Wir erklären Ihnen, worauf Sie hier schauen sollten. Denn neben Kalorien steckt besonders in Fertiggetränken einiges an Zucker – mit der Folge eines raschen Anstiegs des Blutzuckerwerts.

Kein Tag ohne Kaffee oder Tee – wie ist es da bei Ihnen? Trinken Sie die Heißgetränke pur, also ohne Milch, Sahne oder Zucker? Oder darf es eine Prise süß sein mit etwas flüssigem Süßstoff oder einer Süßstoff-Tablette? Die Varianten, wie sich Kaffee, Tee und teils auch Kakao genießen lassen, sind unendlich.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie sie im Hinblick auf Ihren Diabetes damit umgehen und auch Fertiggetränke passend einschätzen. In unserer Tabelle weiter unten finden Sie zudem eine Nährwert-Übersicht gängiger Getränke auf Basis von Kaffee, Tee und Kakao.

Morgenstund’ hat Kaffee im Mund

Knapp vier Tassen Kaffee trinken die Deutschen täglich, heißt es in der Kaffee-Konsum-Studie des Deutschen Kaffeeverbands. Dabei beschränkt sich der Kaffee nicht nur auf die Tasse am Morgen, sondern er wird überwiegend außer Haus getrunken – bei der Arbeit oder als Fertigprodukt unterwegs, im Café oder Restaurant. Der klassische Kaffee bietet keine Schwierigkeiten im Hinblick auf seine Nährwerte und die Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Doch wie ist es mit Cappuccino und Co?

Warm, kalt, süß, weniger süß …

  • Überlegen Sie, wie oft es täglich Kaffee-Getränke mit Milch und anderen Zusätzen sein sollen. Sie liefern Kalorien und beeinflussen den Blutzucker.
  • Augen auf beim Eistee-Kauf: Auch wenn “weniger süß” auf dem Fertigprodukt steht, ist Zucker enthalten.
  • Kakao lässt sich mit zuckerfreien, veganen Milch-Alternativen und klassischem Kakaopulver kalorien- und kohlenhydratarm selbst zubereiten.

Kaffee-Fertiggetränke sind meistens reich an Zucker

Eiskaffee, Kaffee mit Flavour, also aromatisiert, mit Milch oder veganen Alternativen oder Kakao – für jeden Geschmack entwickelt die Industrie ständig neue Sorten. Dabei sind diese Fertiggetränke fast immer gezuckert und im Grunde genommen so süß und kohlenhydratreich wie einige Desserts. Neben herkömmlichem Zucker kann in der Zutatenliste beispielsweise Dextrose, Glukose oder Glukose-Sirup stehen.

Kaffee-Zubereitungen mit Geschmack, wie Karamell, Schokolade, Zimt oder Popcorn sind sehr süß und damit zuckerreich. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Genuss einen Blick auf Zutatenliste und Nährwertanalyse zu werfen. Hier gibt es die Angaben, wie viel Energie und wie viele Kohlenhydrate in einer Portion stecken.

Einfacher ist es, Kaffee-Spezialitäten wie Latte macchiato, Espresso oder Cappuccino selbst zuzubereiten. Fettarme Milch oder ungesüßte Sojadrinks eignen sich besonders gut zum Aufschäumen. Wer es süß mag, kann eine kleine Menge Süßstoff verwenden. Für einen Cappuccino nehmen Sie einen Espresso mit aufgeschäumter Milch. Für Latte macchiato wird der Espresso in einem hohen Glas auf heiße Milch mit Schaum gegossen, sodass sich drei Schichten bilden.

Wie viel Kaffee soll es sein?

Die Behauptung, Kaffee entziehe dem Körper Wasser, ist überholt. So heißt es vonseiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass eine Koffein-Menge bis zu 400 mg, die über den Tag verteilt getrunken wird, für gesunde Erwachsene gesundheitlich unbedenklich ist. Praktisch wären das etwa drei bis fünf Tassen mit einer Gesamtmenge von 400 bis 500 ml, je nach Brühstärke.

Wer Mühe hat, täglich seine Flüssigkeitsmenge von eineinhalb bis zwei Litern zu trinken, kann diese zu einem halben Liter durch Kaffee decken. Gleiches gilt auch für schwarzen und grünen Tee. Insgesamt ist demnach eine Menge von einem halben Liter täglich möglich – praktisch zum Beispiel 300 ml Kaffee plus je eine kleine Tasse schwarzer und grüner Tee (200 ml).

Tab. 1: Was ist im Getränk? Kalorien, Fett, Kohlenhydrate und Zucker in Kaffee, Tee und Kakao. | Foto: MedTriX

Eistee – zuckerreich und süß

In Ostfriesland leben hierzulande die Menschen mit dem höchsten Tee-Verbrauch. Laut Angaben des aktuellen Tee-Reports des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands werden in Deutschland jährlich rund 50 Milliarden Tassen Tee getrunken. Dabei haben Kräuter- und Früchtetee die Nase vorn und fließen in 31 Milliarden Tassen. Praktisch sind das täglich 185 ml Tee für jeden Menschen hierzulande. Auch bei Tee sind die Varianten immens.

Praktisch kalorien- und kohlenhydratfrei sind klassische Beuteltees sowie lose Tees aus Kräutern. Bei losem Früchtetee lohnt wiederum der Blick auf die Nährwerte. Denn Früchtetees können gezuckerte und getrocknete Früchte oder andere süße Bestandteile enthalten. Die Nährwertanalyse auf der Verpackung gibt Auskunft, wie hoch der jeweilige Kohlenhydratgehalt sein kann. Ob diese den Blutzucker beeinflussen, hängt von der verwendeten Menge pro Tasse ab und kann individuell verschieden sein.

Eine deutliche Reaktion des Blutzuckers erleben Sie beim Genuss von fertigem Eistee mit Zucker. Produkte, die zum Beispiel mit der Aufschrift “weniger süß” oder “ohne Haushaltszucker” deklariert sind, können dennoch zuckerreich sein. Hier kommt die Süße beispielsweise durch Honig, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder einfach etwas weniger des herkömmlichen Zuckers.

Rezept-Ideen mit Kaffee, Tee und Kakao

Penne mit Kaffee und Hähnchen

Penne mit Hähnchen, Kaffee-Bohnen und rotem Pfeffer – ein Rezept für ein ungewöhnliches Zusammenspiel, das überrascht.

zum Rezept

Weitere Rezepte zum Thema:

Kakao: Süßigkeit in flüssiger Form

Im Grunde ist Kakao Schokolade in flüssiger Form. Etwa 2,7 kg Kakao nutzt jeder Konsument jährlich in Deutschland, erklärt eine Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Kakao kann die Energie einer gesunden Mahlzeit in einer Tasse vereinen, beispielsweise, wenn er aus reichlich Zucker und Sahne besteht. Doch es geht auch mit weniger Kalorien.

Verwenden Sie dazu klassisches Kakaopulver und als Flüssigkeit entweder fettarme Kuhmilch oder eine vegane und zuckerfreie Milch-Alternative. Ungesüßte vegane Milch-Alternativen wie Soja-, Kokos- oder Mandeldrinks haben in einer 250-ml-Portion keine Auswirkung auf die Blutzuckerwerte, im Gegensatz zur klassischen Kuhmilch.

Erhitzen Sie die Flüssigkeit, rühren Sie das Kakaopulver mit einem Schneebesen in die heiße Flüssigkeit ein und süßen Sie nach Geschmack mit ein paar Spritzern flüssigem Süßstoff. Schon ist eine leckere Trinkschokolade mit deutlich weniger Kalorien aus Fett und Zuckerfertig. Das selbst gemachte Getränk lässt sich warm und abgekühlt trinken. Geben Sie bei Kakao stets klassischem Kakaopulver, welches stark und schwach entölt in jedem Supermarkt erhältlich ist, den Vorzug. Es ist zuckerfrei und in der stark entölten Version besonders gut löslich.

Wenig sinnvoll sind alle Instant-Kakaos. Deren Zuckergehalt liegt im Schnitt bei 81 Prozent. In einem gehäuften Teelöffel Pulver steckt rund ein Würfelzucker. Produkte, die als “weniger süß” oder “30 % weniger Zucker” deklariert werden, sind immer noch kohlenhydratreich, wie Sie in unserer Übersicht auf der nächsten Seite sehen können. Möglich sind dagegen Instant-Kakaos, die mit Erythrit gesüßt und somit zuckerfrei sind. Schauen Sie zur Sicherheit auch bei Kakao auf Zutatenliste und Nährwertanalyse. So können Sie das jeweilige Heißgetränk am besten einschätzen und mit Lust und Freude genießen.


von Kirsten Metternich von Wolff

Avatar von kirsten-metternich-von-wolff

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (10) Seite 74-77

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Neues CGM-System für Menschen mit Typ‑2‑Diabetes: Glukosesensor Dexcom Flex ist ab sofort in Deutschland erhältlich
Ein neu verfügbares CGM-System richtet sich an Erwachsene mit Typ‑2‑Diabetes, die ihren Stoffwechsel genauer im Blick behalten möchten. Der Glukosesensor Dexcom Flex kann bis zu 15 Tage lang getragen werden. Er misst Werte rund um die Uhr, zeigt Glukoseverläufe per App an und soll helfen, Alltagssituationen, Medikamente und Werte besser aufeinander abzustimmen.
Neues CGM-System für Menschen mit Typ‑2‑Diabetes: Glukosesensor Dexcom Flex ist ab sofort in Deutschland erhältlich | Foto: Dexcom

4 Minuten

Community-Rezept: Gemüse- Curry von Annika
Herzhaft, ballaststoffreich und vegan: Das Gemüse-Curry-Rezept von Annika aus der Community vereint Blumenkohl, Kichererbsen und Kokosmilch zu einem sättigenden Hauptgericht. Pro Portion liefert es 18 g Ballaststoffe – ideal auch als Meal-Prep für Menschen mit Diabetes.
Community-Rezept: Gemüse-Curry von Annika | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

3 Minuten

Community-Beitrag
Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 5 Tagen, 8 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 6 Tagen, 2 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%