Kohlenhydrate berechnen: So schätzen Sie Speiseeis richtig

2 Minuten

© © macrovector - Fotolia.com
Kohlenhydrate berechnen: So schätzen Sie Speiseeis richtig

Leckere Abkühlung bei diesen Temperaturen gefällig? Da denkt natürlich jeder sofort an Speiseeis. Aber Insulinpatienten sollten vorsichtig sein: Eis ist nicht gleich Eis, und entsprechend schwierig ist es oft, die Menge der Kohlenhydrate richtig zu berechnen bzw. einzuschätzen. Ernährungs-Expertin Evelin Sadeghian nennt praktische Tipps.

In der Regel wird Speiseeis aus Milch, Milcherzeugnissen, Ei, Zuckerarten, Honig, Trinkwasser, Früchten, Butter, Pflanzenfetten, Aromen und/oder färbenden Lebensmitteln hergestellt. Abhängig von der jeweiligen Speiseeissorte und dem Geschmack werden weitere Zutaten verwendet, beispielsweise Kakao, Schokoloade, Kaffee, Nüsse, Nougat oder Rosinen – und zugelassene Farbstoffe sowie Stoffe mit stabilisierender Wirkung, verdickender oder emulgierender Wirkung.

Vorgaben für Inhaltsstoffe und den Gehalt

Für folgende Speiseeis-Bezeichnungen gibt es Vorgaben für die Inhaltsstoffe: Cremeeis, Rahmeis, Milcheis und Eiscreme müssen bestimmte Mengen Milchfett oder Milch enthalten, Eiscreme zum Beispiel 10 Prozent Milchfett.

Für Fruchtsorbet, Fruchteis und Fruchteiscreme gibt es Vorgaben für den Fruchtanteil, Fruchteis muss mindestens 10 bis 20 Prozent Früchte enthalten. Wassereis hat einen Fettgehalt von weniger als 3 Prozent. Softeis ist keine eigentliche Eissorte, sondern beschreibt eine besondere Form der Herstellung: Es handelt sich um ein aufgeschäumtes Speiseeis.

Speiseeis-Packungen mit Nährwertangaben

Bei Fertigpackungen erleichtern Nährwertangaben die Berechnung. Vorgeschrieben ist die Mengenangabe, in Liter (l) oder (ml). Fehlt die Angabe in Gramm (g), ist beim Berechnen/Abwiegen zu beachten, dass 1.000 ml Eis etwa 500 Gramm entsprechen. Beispiel: 100 ml Eis enthalten 16 g Kohlenhydrate (KH); entsprechen ca. 50 g Eis.

Auf einen Blick: Kohlenhydratgehalt von Speiseeis

  • Milchspeiseeis: 1 Portion (ca. 75 g): 17 g KH
  • Fruchteis: 1 Portion (ca.75 g): 22 g KH
  • Eiswaffel: klein (ca. 15 g): 12 g KH, mittel (ca. 22 g): 18 g KH, groß (ca. 26 g): 21 g KH

Wissenswertes zu Speiseeis

  • 10 bis 20 Prozent Früchte müssen in Fruchteis mindestens enthalten sein
  • 3 Prozent Fettgehalt wird im Wassereis nicht erreicht
  • 10 Prozent Milchfett ist in Eiscreme enthalten

Berechnung schwierig, doch Faustformel hilft

Für eine Eiswaffel sollten je nach Größe etwa 1 bis 2 Kohlenhydrateinheiten (KE) veranschlagt werden. Die tatsächliche Eismenge einzuschätzen, gestaltet sich etwas schwieriger. Die Portionen können mitunter sehr unterschiedlich ausfallen, da es keine klassischen Eiskugeln in genormter Größe gibt.

Als grobe Faustformel kann eine Portion Milcheis, je nach Größe, mit 1 bis 2 KE veranschlagt werden. Eine Portion Fruchteis, je nach Größe, mit 1,5 bis 2,5 KE.

Weniger Kohlenhydrate in Softeis

Eine Portion Softeis ist im Vergleich zu Milcheis leichter, hier empfiehlt es sich, eine geringere Kohlenhydratmenge zu kalkulieren. Den Lieblings-Eisbecher richtig einzuschätzen, gelingt erfahrungsgemäß gut, wenn man bei der Zubereitung zuschaut und alle kohlenhydrathaltigen Zutaten zusammenzählt.


von Evelin Sadeghian

Evelin Sadeghian ist Diätassistentin, zertifizierte Adipositas-Trainerin (DAG) und Ernährungsberaterin für Kinder, Jugendliche und deren Eltern. Sie ist tätig in der Abteilung „Diabetologie, Endokrinologie, Gastroenterologie und Klinische Forschung“ am Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Grillen mit Diabetes: Kulinarisches Sommervergnügen
Ob auf dem heimischen Balkon, im Garten als großes Barbecue oder auf einem Grillplatz: 96 Prozent der Menschen hierzulande lieben es in der warmen Jahreszeit öfter den Grill anzuzünden. Gewusst wie ist Grillen auch bei Diabetes möglich – Ernährungs-Expertin Kirsten Metternich von Wolff erklärt, worauf es ankommt.
Grillen mit Diabetes: Kulinarisches Sommervergnügen | Foto: ivanko80 – stock.adobe.com

3 Minuten

Eis genießen mit Diabetes – die besten Tipps
Je besser das Wetter ist, desto mehr Eis wird genascht. Knapp acht Liter Eis ließen sich die Menschen hierzulande im ­vergangenen Jahr schmecken. Wie man Eisgenuss mit dem Diabetes in Einklang bringt und weitere Tipps, was sonst noch bei der kalten Köstlichkeit zu beachten ist, erklären wir hier.
Eis genießen mit Diabetes – die beste Tipps

4 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße