„Kreuz“: Land-Genuss

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© Restaurant Kreuz
„Kreuz“: Land-Genuss

Das Echt essen-Gasthaus im Dezember: Das Gasthaus bei Basel serviert die Klassiker der Schweizer Küche in bodenständiger Qualität.

Schön, dass es sie noch gibt: Gastliche Häuser, die eine Geschichte erzählen, eine Seele haben. Einer dieser raren Schätze ist das „Kreuz“ in Metzerlen, was südlich von Basel direkt an der elsässischen Grenze liegt. Eine sanfte Landschaft, wo sich Wiesen, Weinberge, Wälder und Wanderwege abwechseln. Hier wirtet unterhalb der Kirche in der siebten Generation die Familie Schaffter – und seit einigen Jahrzehnten führt der Koch Stefan Schaffter den Betrieb. Er ist der erste Wirt, der das Haus ausschließlich als Gasthaus betreibt und die traditionelle Landwirtschaft der Familie seines Bruders Kurt überlässt.

So gehört es sich: Drei Stufen führen zum Landgasthof.

Ideal für eine Einkehr ist der Sonntag Mittag, wo das „Kreuz“ bestens besucht ist von fein gekleideten Menschen aller Stände, jüngeren und älteren Pärchen, Familien mit Kindern bis zu mondänen Damen aus dem wohlbestallten Basel. Herzlichst der Empfang durch Veronika Meier, Schaffters Partnerin, und ihrem freundlichen weiblichen Serviceteam. Sofort umfängt den Gast eine wohltuende Unaufgeregtheit – und er fühlt sich geborgen.

Wo sich gestern und heute treffen: „Stübli”.

Zwei Räume (und im Sommer einen Garten) besitzt der Landgasthof, und wir sitzen im gemütlichen „Stübli“, wo Bilder der Ahnen hängen und ein Kachelofen, der in der Schweiz „Kunst“ heißt, eine wohlige Atmosphäre verbreitet. Klassiker der Schweizer Küche stehen auf der übersichtlichen Karte, wie Kalbsgeschnetzeltes mit Röschti, Kalbsrahmschnitzel mit Butternüdeli, Kalbsleberli mit Röschti. Das klingt alles mundwässernd – und das schmeckt auch genau so.

Schlichtes Gericht, raffiniert serviert: Kürbissuppe

Tadellos, schwebend elegant ist zum Start die Kürbissuppe, verfeinert mit einem schaumigen Schuss Sahne und gottseidank nicht ranzigen Kürbiskernen. Es sind solche Kleinigkeiten, die eine gute von einer besseren Küche unterscheiden. Die feine Weinkarte führt auch Tropfen aus der nahen Umgebung und interessante Schweizer Weine, die es bei uns praktisch nicht gibt, etwa Humagne Rouge aus dem Wallis. Ich wähle das Pendant zum badischen Gutedel, einen süffigen Chasselas aus dem Waadtland zu 6 Franken fürs Einerle, also 0,1 Liter.

Duftende innere Käse-Werte: Cordonbleu

Richtig gefreut habe ich mich auf das Hauptgericht, das es in dieser perfekten Form nur in der Schweiz gibt: Kalbs-Cordonbleu, ein Stück Fleisch, in das eine Tasche geschnitten wird, die mit Schinken und Käse gefüllt wird. Entscheidend ist der Käse – und das sind hier zwei der besten aus dem französisch-schweizerischen Käseparadies, nämlich Vacherin und Gruyère. Dazu fein geschnittene Pommes und knackiges Gemüse – ein Genuss für 39,50 Franken, was rund 37 Euro entspricht. Das ist nicht billig, aber für die ausgezeichnete Qualität gerechtfertigt, denn in der Schweiz ist Fleisch ziemlich teuer, weil im Gegensatz zu unserer überwiegenden Massentierhaltung bewusst auch eine kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert wird.

So vorbildlich wirtschaftet auch der neben dem „Kreuz“ stehende „Chirsgartenhof“ (Kirschgartenhof), wo 25 Mutterkühe und Mastrinder noch draußen grasen dürfen, und wo aus dem Obst der Hochstammbäume (ja, die gibt es noch!) köstliche Marmeladen gerührt werden. Viele Produkte des Hofes, der zur Familie seines Bruders gehört, werden auch in der Schaffter-Küche verarbeitet. Die kurzen Wege vom Erzeuger zum Verwender, hier funktionieren sie einwandfrei.

Vollendet wird mein Mahl von einem ausgezeichneten Stück selbst gebackener Linzertorte für 5,50 Franken und einer Tasse Kaffee. Erfreulich: Ich fühle mich gesättigt, aber nicht übersättigt – ein angenehmes Gefühl, das für Stunden anhält.

Bodenständig und sympathisch: Stefan Schaffter

Viele Köche fürchten sich vor dem Gang zu den Gästen. Nicht so Stefan Schaffter, dem der Plausch mit den Gästen sichtlich Freude macht. Das liegt sicher auch daran, dass er im Umgang mit unterschiedlichen Menschen versiert ist, schließlich tagen die Dorfprominenz und Teile der Solothurner Regierung gerne in dem behaglichen Landgasthof. Das ist Schweiz: Die Regierung tagt auf Augenhöhe mit ihren Bürgern – was auch erklärt, warum bei den Eidgenossen so vieles so viel besser läuft.

Im Dialekt unterhalte ich mich mit dem Wirt – und es macht Spaß, ihn zu fotografieren. Eins ist sicher: Es war nicht das letzte Mal, dass ich in diesem angenehmen Gasthaus einkehre.

Fazit: Ein Landgasthof auf der Höhe der Zeit – und trotzdem der Zeit enthoben.

„Kreuz“


Adresse: Hauptstraße 5, CH-4116 Metzerlen-Mariastein (Vom Bahnhof SBB in Basel fahren Tram und Bus in einer knappen Stunde bis vor die Wirtshaustür.)

Öffnungszeiten: Geöffnet Mittwoch bis Sonntag. Warme Küche ab 11 Uhr 30 und wieder ab 18 Uhr

Kontakt: 004161/731 14 95, www.kreuz-metzerlen.ch/home

„AUFGEGABELT“ heißt ein einzigartiges, fast 400 Seiten umfassendes Büchlein, wo die Wirtschaften drin stehen, die alle so lieben – und die es doch so selten gibt: Beizen, wie die urigen kleinen Gasthäuser in der Schweiz heißen, aber auch aus der „besseren“ Küche solche, die ehrlich kochen; die wissen, wo ihre Produkte herkommen, etwa die „Säge“ in Flüh. Es finden sich aber auch handwerkliche Brauereien, echte Metzger wie „Fässler“ in Appenzell, authentische Läden wie „Jeger“ in Solothurn und außergewöhnliche Refugien, wie das urige „Landvogthaus“ im Kanton Glarus.

Erfreulicherweise weist der von dem klugen Journalisten Martin Jenni verantwortete Führer auch auf das „Kreuz“ hin – und es gibt in dem beschaulichen Metzerlen mit der Beiz „Lämmli“ gleich noch einen zweiten Sehnsuchtsort mit jahrhundertelanger Tradition. Gute Gründe also für einen baldigen Ausflug in den Kanton Solothurn.

Erschienen ist AUFGEGABELT im schweizerischen at-Verlag, bewährte Heimat außergewöhnlicher Koch- und Heilkundebücher.


ECHT ESSEN
heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.



von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de

Internet: www.lauber-methode.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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