Laktose-Intoleranz: Wenn Milch nicht gut vertragen wird

3 Minuten

Laktose-Intoleranz: Wenn Milch nicht gut vertragen wird | Foto: denis_vermenko - stock.adobe.com
Foto: denis_vermenko - stock.adobe.com
Laktose-Intoleranz: Wenn Milch nicht gut vertragen wird

Ein Glas Milch – für viele ein Genuss, für andere der Auslöser von Bauchschmerzen. Wenn Milch und Milchprodukte regelmäßig Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen, steckt dahinter oft eine Laktose-Intoleranz. Diese kann auch bei Menschen mit Diabetes vorkommen und wirft dann oft zusätzliche Fragen auf.

Laktose ist Milchzucker, ein natürlicher Bestandteil der Milch. Damit der Körper diesen Zucker aufnehmen kann, muss er im Dünndarm in seine beiden Einzelteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) aufgespalten werden. Dafür ist ein Enzym namens Laktase notwendig.

Fehlt dieses Enzym ganz oder wird es nur in geringen Mengen gebildet, bleibt die Laktose unverdaut. Sie gelangt in tiefere Darm-Abschnitte, in denen sie von Bakterien abgebaut wird. Das Ergebnis: Gase und organische Säuren entstehen – und die machen sich durch Blähungen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl und Durchfall bemerkbar.

Ursachen einer Laktose-Intoleranz

Eine Laktose-Intoleranz kann unterschiedliche Ursachen haben:

  1. angeborene Form – sehr selten
    Der Körper produziert von Geburt an keine Laktase (Alaktasie). Betroffene Säuglinge reagieren schon auf Muttermilch mit schweren Durchfällen und Gedeihstörungen.
  2. primäre Laktose-Intoleranz – die häufigste Form
    Bei den meisten Menschen weltweit (etwa 75 Prozent) nimmt die Laktase-Produktion im Laufe des Lebens ab (Hypolaktasie). Diese genetisch gesteuerte Veränderung ist natürlich, führt bei manchen jedoch zu Symptomen. Ob und wann Beschwerden auftreten, ist individuell unterschiedlich.
  3. sekundäre Laktose-Intoleranz – Folge anderer Erkrankungen
    Hier ist die Laktase-Produktion im Rahmen einer Schädigung der Dünndarm-Schleimhaut vorübergehend oder dauerhaft vermindert. Auslöser können zum Beispiel chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), Zöliakie oder Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen sein.

Laktose-Intoleranz ist keine Allergie

Bei einer Milch-Allergie reagieren Betroffene bereits auf kleinste Mengen von Milch und Milchprodukten. Bei einer Laktose-Intoleranz werden kleine Mengen Milchzucker problemlos vertragen.

Der Standard in Deutschland ist der H2-Atemtest, bei dem der Gehalt an Wasserstoff (H2) in der Atemluft gemessen wird, der durch das Fermentieren der nicht vollständig aufgenommenen Kohlenhydrate im Darm entsteht. Gen-Tests sind nur bedingt aussagekräftig und der reine Blutzucker-Test wird heute kaum noch empfohlen.

Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.

Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Neun Tage, vier Länder, ein Ziel: Mit Diabetes über die Alpen
Die Dialetics xAlps zeigen, dass Diabetes kein Hindernis für große Träume sein muss. Unsere Community-Autorin Conny war in diesem Sommer bei der Tour über die Alpen mit dabei und berichtet hier von ihren Erwartungen, ihrer Verbreitung und ihren Erlebnissen.
Neun Tage, vier Länder, ein Ziel: Mit Diabetes über die Alpen | Foto: Mike Fuchs

6 Minuten

Community-Beitrag
3.700 Stufen mit Typ-1-Diabetes: Unser Selbstversuch auf der Europatreppe 4000
Wie verhält sich der Blutzucker bei mehreren Stunden intensiver Belastung? Was passiert mit einem AID-System beim Treppensteigen über mehr als 700 Höhenmeter? Und kann man die Europatreppe 4000, eine der anspruchsvollsten Treppenanlagen Europas, auch mit Typ-1-Diabetes sicher bewältigen? Sandy berichtet von seinem Selbstversuch.
3.700 Stufen mit Typ-1-Diabetes: Unser Selbstversuch auf der Europatreppe 4000 | Foto: Sandys Diabetes-Loop

3 Minuten

Community-Beitrag
Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%