- Ernährung
„Macis“: Bio à la carte
4 Minuten

Das Echt essen-Gasthaus im Januar: Das „Macis ist ein angenehmes Gasthaus, das aber vielleicht noch mehr heimische Zutaten verwenden sollte.
Begeistert bin ich von Leipzig. Das ist eine Stadt, die ihren eigenen Rhythmus, ihre eigene Souveränität hat. Da ist kaum mehr dieses ewige West-Ost-Genöle, dieses ewige Herumstochern in der Vergangenheit. Da entsteht etwas Neues, etwas, das zum Kristallisationskern des ganzen Deutschlands werden kann. Denn nicht von ungefähr wurde der Untergang der DDR von Leipzig aus in Gang gesetzt.
Gastronomisch gehört die traditionsreiche Handels- und Messestadt sicher nicht zu den Glanzlichtern. Aber die Speisekarten vermitteln den Eindruck solider Gastlichkeit, selbst im historischen Auerbach-Keller stehen vernünftige Gerichte zur Auswahl. Ein wenig herausstechend ist das „Macis“, das bis vor kurzem noch als „Medici“ fungierte. Es ist ein interessantes Konzept, was die „Muskatblüte“, so die Übersetzung, hat: Es besteht aus einem Bioladen, einem Café und dem Gasthaus. Intelligent gemacht, weil sich so der Wareneinkauf und der Wareneinsatz finanziell und logistisch besser steuern lassen.
Leipziger Allerlei: Tradition trifft Moderne
Stilistisch ist das zentral gelegene Gasthaus ähnlich angelegt, wie vieles in Leipzig: Als gelungene Mischung aus Tradition und Moderne. Hinter der schönen Gründerzeitfassade verbirgt sich ein Haus mit großer Fensterfront, einem schönen Holzboden, alles kommt leicht und elegant daher. Dazu passen der souverän entspannte Service und die offenen Glasscheiben, durch die man den Köchen bei der Arbeit zusehen kann.
Ruht in sich: Koch Olaf Herzig
Ein ruhiger, freundlicher Koch ist der aus Westfalen stammende Olaf Herzig, der zwei Jahre in Italien gearbeitet hat, bevor er dann das „Medici“ aufmachte. Er kocht ausschließlich mit Bio-Produkten, was in Leipzig sicher noch etwas Ungewöhnliches ist. Entsprechend schwierig gestaltet sich oft die Suche nach den Viktualien. „Die Bauern müssen erst das Selbstbewusstsein für die guten Produkte bekommen“, meint Olaf Herzig.
Deshalb können hier die „Echt-Essen-Kriterien“, die davon ausgehen, dass möglichst viel aus der unmittelbaren Umgebung kommt, nur begrenzt gelten. Aber ich finde, ein solches Gasthaus, das noch viel Potential hat, gehört einfach dazu. Ich habe drei Gänge bestellt, die ohne Wein rund 45 Euro kosten. Nicht gerade billig, aber dem teureren Wareneinsatz der Bio-Produkte und dem „Metropolenbonus“ von Leipzig angemessen.
Vorgericht: Rucola-Variationen
Ruht in sich: Koch Olaf Herzig
Ein witziger Einstieg in das kleine dreigängige Menü, das ich bestellt habe: Ein paar Rucola-Blätter mit Balsamico-Zwiebeln und Pecorino-Scheiben. Schmeckt gut, hätte noch ein bisschen Würze vertragen.
Gang 1: Bunter Gemüsesalat
Ruht in sich: Koch Olaf Herzig
So etwas liebe ich: Ein Salat mal auf andere Art. Hier mit Kürbis, Chicorée (gut für den Winter, weil die sanften Bitterstoffe der Verdauung auf die Sprünge helfen). Die gerösteten Macadamianüsse dazu hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber sie schmeckten ordentlich – und der Fenchelsamen, der ebenfalls verdauungsfördernd wirkt, gibt dem Ganzen den letzten Pfiff. Ich habe eine halbe Portion bestellt, was völlig ausreicht.
Gang 2: Gemüsesuppe mit Schwarzwurzeln
Ruht in sich: Koch Olaf Herzig
Ein wahres Diabetikergemüse sind die Schwarzwurzeln, weil sie Inulin (nicht Insulin) enthalten, das als mehrkettiges Kohlenhydrat verstoffwechselt wird, ohne dass Insulin ausgeschüttet werden muss – was die Betazellen entlastet und der schlanken Linie zugute kommt. Eine ordentliche Suppe mit Curry und Kokoschips verfeinert, der aber irgendwie die letzte geschmackliche Raffinesse fehlt.
Gang 3: Zweierlei vom Lamm mit Schnibbelbohnen
Ruht in sich: Koch Olaf Herzig
Ein sehr gutes Gericht, Rücken und Keule vom Lamm von einem Tier aus dem nahen Meißen. Beides optimal auf den Punkt gebraten, mit Schnibbelbohnen (auch Bohnen sind mit ihrem Glukokinin Diabetes-freundlich) und schwarzen Oliven, eine Referenz an die italienischen Jahre von Olaf Herzig. Angenehm: Die Sauce ist leicht und trotzdem intensiv. Ich habe dazu einen ausgezeichneten 2007er Spätburgunder von Bürklin-Wolf aus der Pfalz getrunken, der mit 35 Euro aber nicht gerade zu den Schnäppchen gehört.
Fazit: Ein angenehmes Gasthaus, dem es nichts schaden würde, wenn die Küche noch einen Hauch engagierter zu Werke ginge – vielleicht noch mehr heimische Zutaten verwendete und manchmal sorgfältiger würzte. Aber das sind Kleinigkeiten, es bleibt der Eindruck einer sympathischen, empfehlenswerten Adresse.
von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
,
Internet: www.lauber-methode.de
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 6 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße