- Ernährung
Metzgerei Friedrich: From Nose to Theke
5 Minuten
Das Echt essen-Gasthaus im Februar: Die eigenen Kühe weiden vor der Stadt. Verkauft wird das selbst geschlachtete Fleisch mitten in Köln. Ein einzigartiges Modell mit großer Zukunft.
Auf zwei Fragen gibt es selten wahrheitsgetreue Antworten: „Liebst du mich wirklich?“ und „Woher kommt das Fleisch?“ Immerhin, bei der Fleischfrage gibt es nun einen Lichtblick, zumindest für die Kunden der Metzgerei Friedrichs im gutbürgerlichen Kölner Stadtteil Sülz. Die Familienmetzgerei hält nämlich eine runde Stunde östlich der Domstadt im Bergischen Land eine eigene Rinderherde. Nur wenige Kilometer von diesem Hof entfernt wird geschlachtet und alles im eigenen Betrieb zu Fleisch und Wurst verarbeitet. So können die Kunden in Sülz sicher sein, dass sie genau wissen, wo die Ware vom Rindvieh herkommt – ein für eine Großstadt wohl ziemlich einmaliges Modell in Deutschland.
Mampfen zufrieden das eigene Heu: Friedrichs-Rinder
Bereits in der dritten Generation existiert der Bauernhof im ländlichen Bergischen Land zwischen Gummersbach und Siegen. War es anfangs eine reine Milchviehwirtschaft, so stellte der gelernte Metzgergeselle Christoph Friedrichs den Betrieb auf Mutterkuhhaltung um – und alles ist seit 28 Jahren vorbildlich ökologisch zertifiziert. Rund 30 Rinder werden gezüchtet und gehalten, vor allem die für ihre hohe Fleischqualität bekannten Rassen Charolais und Limousin. Im Sommer weiden die Tiere auf den mit über 30 Hektar sehr großzügigen Feldern und Wiesen rund um den Hof und sind im Winter im offenen Tretmiststall. Das alles hat nichts mit der berüchtigten Massentierhaltung zu tun, wobei ich mir die Ställe noch geräumiger und lichter vorstellen könnte. Auf jeden Fall macht das Vieh einen zufriedenen Eindruck.
Ganz wichtig: Die Tiere erhalten ausschließlich selbst angebautes Futter, Antibiotika, Hormone und Mastfutter sind gottseidank tabu. Einen entscheidenden Vorzug hat diese Konzentration auf das Eigene: So wird nur so viel Vieh gehalten, wie es Hof und Natur verkraften können – intelligenter lässt sich Nachhaltigkeit nicht gestalten!
Freude an der Arbeit: Metzgermeister Kent Osenberg
So vorbildlich wie das Vieh aufwächst, so vorbildlich wird es verarbeitet: Die auf traditionelle Weise geschlachteten Tiere hängen eine Woche ab – und werden dann auf dem heimischen Hof vom Metzgermeister Kent Osenberg und drei Mitarbeitern zerlegt und ohne Geschmackverstärker verarbeitet. Geräuchert wird mit Spänen von Buchenholz, was die ganze Metzgerei in einen verführerischen Duft hüllt. Auffallend: Es herrscht eine fröhliche Atmosphäre, alle sind mit Freude bei der Arbeit. Konsequenterweise konzentrieren sich die Friedrichs auf die Rinderzucht und beziehen die Schweine vom hochinteressanten Bauern Korte im Sauerland, wo die Schweine in Freiluftställen und auf der Weide gehalten werden. Das Geflügel stammt von einem Betrieb bei Dortmund, der selbst schlachtet.
Wie es sich gehört, wird alles verwertet – wobei leider nicht alle Teile im Laden zu haben sind. So vermisse ich schmerzlich Delikatessen wie Kutteln und Ochsenmaulsalat, was aber wahrscheinlich in Köln unverkäuflich wäre. Von Nose to tail heißt diese vollständige Nutzung eines Tieres – was bei mir flapsig mutiert ist zu „From Nose to Theke“.
Beste regionale Qualität: Metzgerei Friedrichs
Die Theke steht seit drei Jahren in einem eigenen Laden in der lebendigen Sülzburgstraße nahe der Kölner Uni. Eine veritable Stammkundschaft wurde aufgebaut, die auch den deftig-raffinierten Mittagstisch zu schätzen weiß, für den inzwischen zwei Köche zuständig sind. Bemerkenswert: Die Friedrichs waren die ersten, die nach zehn Jahren in Köln wieder eine handwerkliche Metzgerei gegründet haben. Ein Laden mit einer unverkennbaren Handschrift aus unverputzten Ziegeln und rustikalen Sitzbänken. Hier macht sich bemerkbar, dass der 38-jährige David gelernter Zimmermann ist. Dass sein 40 Jahre alter Bruder Sebastian viel von Kommunikation versteht, zeigt der ungemein sympathische Auftritt im Netz. Transparenz ist das Motto der Friedrichs – und Transparenz wird auch gelebt: Fensterscheiben ermöglichen einen Blick ins Kühlhaus und in die Vorbereitungsküche. Energiesparend und trotzdem angenehm ist die Lichtinszenierung mit LED-Lampen.
Hier herrscht Transparenz: Blick ins Innere
Mich haben die geräucherte Fleischwurst begeistert – und auch die Würste, die nur so strotzen vor Fleisch, sie sind sehr fest, wobei mir vor allem die bestens gewürzte frische Bratwurst und die Rindswurst schmecken. Allerdings muss schonend gegart werden, sonst geraten sie leicht trocken. Ein Gedicht der Tafelspitz, den ich nach einem Rezept von David Friedrichs zubereitet habe, der anfangs in der Metzgerei gekocht hat: Rund 800 Gramm Tafelspitz anbraten, Wurzelgemüse zugeben und mit 350 Milliliter vom eigenen Rinderfond ablöschen. Das Ganze eine starke Stunde sanft köcheln und zehn Minuten ruhen lassen. Plus eine Prise frischen Meerrettich. Das spart die Fahrt nach Wien, denn der Klassiker mundet dort auch nicht besser!
Sebastian, Christoph, David: Die geerdeten Friedrichs
Ja, ich gebe zu, die Friedrichs begeistern mich! Das fängt mit dem kräftigen Handschlag an, geht weiter mit der offenen Art der Familie. Aufgebaut hat der 61-jährige Christoph mit seiner Frau Petra den Betrieb – und er arbeitete jahrelang hauptberuflich auch als Rettungssanitäter, was der Familie in der volatilen Landwirtschaft auf jeden Fall eine Existenz sicherte. Inzwischen sind beide Eltern in dem Betrieb fest angestellt. Die beiden Brüder sind auf dem Hof groß geworden, sind dort bis heute geerdet, wohnen aber mitten in Köln in einem angesagten Viertel. So kennen und bedienen sie die Bedürfnisse einer urbanen Kundschaft, der Worte wie Tierwohl nicht nur Lippenbekenntnisse wert sind, sondern die sich das auch was kosten lassen – wobei sich die Preise im schicklichen Rahmen halten.
Ohne Perspektive ist die derzeitige konventionelle Landwirtschaft, die mit ihrer Maßlosigkeit die eigenen Lebensgrundlagen zerstört. Sei es die Gesundheit der Böden; sei es die Artenvielfalt; sei es die Lebensräume der Tiere, etwa der Bienen. Das wissen die Friedrichs. Daraus folgt bei ihnen aber nicht Resignation, sondern sie bauen etwas Neues, etwas Nachhaltiges auf und nennen sich deshalb selbstbewusst „Friedrichs – Die Metzgerei“.
Kreise zieht der ungewöhnliche Ansatz. So ist es kein Wunder, dass der Familie in einem bestbürgerlichen Kölner Stadtteil die Übernahme einer Metzgerei angetragen worden ist, was wohl noch in diesem Jahr erfolgen soll. Die Räume sind dort deutlich größer, sodass auch eine kleine, feine Produktion frischer Wurstwaren möglich wird. Frische Wurstwaren in einem Wohngebiet – das Metzgerhandwerk hat eine neue goldene Zukunft!
Lassen Sie sich animieren von www.friedrichs-diemetzgerei.de

ECHT ESSEN heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.

von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
Internet: www.lauber-methode.de
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
