- Ernährung
Mit Kaffee gegen die Kilos
2 Minuten
Eine aktuelle Untersuchung zur Wirkung von Koffeinkonsum auf das Körpergewicht, die im Rahmen des Kompetenznetzes Adipositas entstanden ist, gibt Hinweise darauf, dass Kaffeetrinker einen geringeren Body Mass Index (BMI) aufweisen und durch ihren Koffeinkonsum langfristig ihr Gewicht besser erhalten können als Menschen, die keinen Kaffee trinken.
Zeigt her eure Tassen
Nicht neu, aber aktueller denn je, ist die Erforschung der Auswirkungen des Konsums koffeinhaltiger Getränke, die vor allem in der westlichen Welt als auch weltweit zu den meistverbreiteten Getränken neben Wasser zählen. In einer Auswertung des im Rahmen des Kompetenznetzes Adipositas geförderten Deutschen Gewichtskontrollregisters konnte nun einmal mehr der positive Beitrag von Koffein zur Gewichtserhaltung festgestellt werden. Ziel des Deutschen Gewichtskontrollregisters, das auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt war, war es, herausfinden, welche Faktoren für eine langfristige Gewichtsstabilisierung von Bedeutung sind. Dabei wurden unter anderem auch die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten untersucht und die Ergebnisse mit einer allgemeinen Bevölkerungsstichprobe verglichen.
Weniger Gewichtszunahme durch Kaffeekonsum
“Es konnten signifikante Unterschiede bezogen auf den Konsum koffeinhaltiger Getränke zwischen den 500 Personen aus dem Deutschen Gewichtskontrollregister und der Allgemeinbevölkerung gefunden werden”, erläutert Prof. Dr. med. Martina de Zwaan, Leiterin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, die die Studie maßgeblich begleitete. So wurden in der Personengruppe aus dem Deutschen Gewichtskontrollregister im Vergleich zur Bevölkerungsstichprobe deutlich höhere Mengen Kaffee und koffeinhaltige Getränke pro Tag konsumiert (im Mittel: 3,83 gegenüber 3,35 Tassen pro Tag; Gesamtspektrum: 1-7 Tassen in beiden Gruppen). Kontrolliert man die genannten Unterschiede mit den erhobenen sozio-demographischen Variablen, dem BMI als auch mit der körperlichen Aktivität, so bleibt die Differenz des Kaffeekonsums (Quotenverhältnis: 1,18) weiterhin als signifikant bestehen.
Die Teilnehmer des Gewichtskontrollregisters, die über ein Jahr erfolgreich Gewicht um mindestens zehn Prozent abnahmen und das reduzierte Gewicht nachhaltig über mindestens ein Jahr halten konnten, konsumierten deutlich höhere Mengen Kaffee und koffeinhaltige Getränke im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerungsstichprobe. ²
Geringerer BMI bei Kaffeetrinkern
„Der Koffeinkonsum scheint also negativ mit einer langfristigen Gewichtszunahme in Verbindung zu stehen, das heißt, man nimmt nach einer Gewichtsabnahme weniger schnell wieder zu, wenn man in größeren Mengen Koffein zu sich nimmt“, so de Zwaan. Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass Kaffeetrinker einen geringeren BMI aufweisen. Koffein, als Stimulanz des zentralen Nervensystems wird nach wie vor als die aktivste metabolische Komponente des Kaffees angesehen und mit verschiedenen Auswirkungen auf den Stoffwechsel in Verbindung gebracht: erhöhter Energieverbrauch, erhöhte Wärmebildung und verbesserte Fettverbrennung im Muskel unter körperlicher Aktivität.
Gesundheitsfördernde Wirkung
Der moderate Konsum von Kaffee ist nicht mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden, sondern zeigt vielfach sogar gesundheitsfördernde Wirkungen. Hierfür ist nicht nur Koffein selbst entscheidend. Weitere Inhaltsstoffe von Kaffee und Tee spielen vermutlich eine wichtige Rolle. Als moderat wird im Allgemeinen eine Aufnahme von etwa 300mg Koffein pro Tag angesehen, wobei eine Tasse Kaffee, je nach Zubereitungsart und Sorte, zwischen 40 und 120mg Koffein enthält. Studien zeigen präventive Effekte, auch bei höheren Zufuhrmengen.
Exzessiver Konsum kann jedoch zu unerwünschten Wirkungen führen. Dabei bestehen hinsichtlich der Verträglichkeit von Koffein große individuelle Unterschiede. Der Genuss koffeinhaltiger Kaffees und Tees kann eine Gewichtsreduktionsmaßnahme positiv unterstützen. Erfolgreicher und langanhaltender Gewichtsverlust und -erhalt können jedoch nur durch langfristige Veränderungen der Ess-, Trink-, Bewegungs- und Verhaltensgewohnheiten gelingen.
Quelle: Pressemitteilung des Kompetenznetz Adipositas
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
