Mit kleinen Stupsern zu gesunder Ernährung

2 Minuten

© Fotolia – Robert Kneschke
Mit kleinen Stupsern zu gesunder Ernährung

Die Platzierung von Lebensmitteln in Kantine und Mensa beeinflusst unser Essverhalten. Dies machten sich Hamburger Forschende zunutze: Sie rückten Obst, Gemüse und Salat ins Blickfeld der Besucher und erhöhten so den Absatz gesunder Lebensmittel. Dahinter steht ein Begriff aus der Psychologie: ‚Nudging‘ – kleine Stupser regen die Menschen zu guten Entscheidungen an.

Millionen von Menschen essen jeden Tag in einer Kantine, Mensa oder Kindertagesstätte. Damit haben diese Einrichtungen großen Einfluss auf unser Ernährungsverhalten. Gute Vorsätze, sich gesünder zu ernähren, sind schnell dahin, wenn in der Kantine direkt die Currywurst in den Blick gerät und an der Kasse das Süßigkeitenregal lockt.

Seit einiger Zeit haben Ernährungswissenschaftler einen Begriff aus der Verhaltenspsychologie für sich entdeckt: Nudging – das englische Wort für Anstupsen. Die Theorie dahinter besagt, dass Menschen Entscheidungen häufig nicht rational treffen, sondern durch ihre Umgebung beeinflusst werden. Durch Entscheidungserleichterungen oder spielerische Ansätze können Menschen dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu ändern. Wichtig ist dabei, keinen Zwang auszuüben – es bleibt jederzeit die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden.

Obst und Gemüse im Blick der hungrigen Gäste

Ein Wissenschaftlerteam aus Hamburg untersuchte, ob und wie Kantinengäste zu einer gesünderen Auswahl ihres Essens gebracht werden können. Mit Maßnahmen wie den folgenden stupsten sie die Menschen hin zu gesünderen Alternativen:

  • Gesunde Speisen stehen ganz oben auf dem Speiseplan
  • Gesunde Gerichte stehen in der ersten Ausgabetheke
  • Salate werden am Eingang der Kantine angeboten
  • Gesunde Getränke wie Wasser und frische Säfte werden in Sichthöhe platziert
  • Auf Augenhöhe befinden sich dekorative Körbe mit frischen Früchten

Diese einfachen Veränderungen erwiesen sich als durchaus effektiv: Der Verkauf der gesunden Lebensmittel ließ sich dadurch steigern. Sinnvoll sei es, vegetarische Gerichte besonders zu bewerben und Salat als feste Beilage bei Tellergerichten anzubieten, so die Forschenden.

Für die Gastronomiebetriebe sei der Aufwand gering und verursache keine Kosten. So plant die Arbeitsgruppe bereits weitere Projekte, sowie die Erstellung eines Leitfadens für Betriebe mit Gemeinschaftsverpflegung. Für die Ergebnisse interessiert sich auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Nach deren Meinung liegen im deutschsprachigen Raum noch zu wenige Forschungsergebnisse zu dem vielversprechenden Ansatz von Nudging im Bereich Gemeinschaftsverpflegung vor.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Diabetes und psychische Flexibilität – mit Psychologin Laura Klinker
Ein unerwarteter Wert, eine Unterzuckerung – und plötzlich ist der Frust da. Im Diabetes-Anker-Podcast erklärt Psychologin Laura Klinker, warum unterdrückte Gefühle solche Situationen oft verschärfen und wie psychische Flexibilität im Alltag mit Diabetes gelingen kann.
Porträt der lachenden Psychologin Laura Klinker vor hellblauem Hintergrund, mit langen braunen Haaren und gemustertem Pullover; oben rechts das Logo des Diabetes-Anker-Podcasts.

2 Minuten

Präventionsoffensive: Auftakt zum breiten Angriff auf chronische Krankheiten?
Noch wird um die genaue Ausgestaltung der „Zuckersteuer“ gerungen. Mit einer „Präventionsoffensive“ will das Bundesgesundheitsministerium dafür sorgen, dass diese Abgabe kein Strohfeuer im Kampf gegen Typ-2-Diabetes und andere chronische Krankheiten bleibt.
Zwei Fußballspielerinnen in schwarzen und blauen Trikots laufen auf einem grünen Rasen einem Fußball hinterher. Die Aufnahme aus der Vogelperspektive symbolisiert Bewegung und Prävention.

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 21 Stunden, 51 Minuten

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂