Mit kleinen Stupsern zu gesunder Ernährung

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© Fotolia – Robert Kneschke
Mit kleinen Stupsern zu gesunder Ernährung

Die Platzierung von Lebensmitteln in Kantine und Mensa beeinflusst unser Essverhalten. Dies machten sich Hamburger Forschende zunutze: Sie rückten Obst, Gemüse und Salat ins Blickfeld der Besucher und erhöhten so den Absatz gesunder Lebensmittel. Dahinter steht ein Begriff aus der Psychologie: ‚Nudging‘ – kleine Stupser regen die Menschen zu guten Entscheidungen an.

Millionen von Menschen essen jeden Tag in einer Kantine, Mensa oder Kindertagesstätte. Damit haben diese Einrichtungen großen Einfluss auf unser Ernährungsverhalten. Gute Vorsätze, sich gesünder zu ernähren, sind schnell dahin, wenn in der Kantine direkt die Currywurst in den Blick gerät und an der Kasse das Süßigkeitenregal lockt.

Seit einiger Zeit haben Ernährungswissenschaftler einen Begriff aus der Verhaltenspsychologie für sich entdeckt: Nudging – das englische Wort für Anstupsen. Die Theorie dahinter besagt, dass Menschen Entscheidungen häufig nicht rational treffen, sondern durch ihre Umgebung beeinflusst werden. Durch Entscheidungserleichterungen oder spielerische Ansätze können Menschen dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu ändern. Wichtig ist dabei, keinen Zwang auszuüben – es bleibt jederzeit die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden.

Obst und Gemüse im Blick der hungrigen Gäste

Ein Wissenschaftlerteam aus Hamburg untersuchte, ob und wie Kantinengäste zu einer gesünderen Auswahl ihres Essens gebracht werden können. Mit Maßnahmen wie den folgenden stupsten sie die Menschen hin zu gesünderen Alternativen:

  • Gesunde Speisen stehen ganz oben auf dem Speiseplan
  • Gesunde Gerichte stehen in der ersten Ausgabetheke
  • Salate werden am Eingang der Kantine angeboten
  • Gesunde Getränke wie Wasser und frische Säfte werden in Sichthöhe platziert
  • Auf Augenhöhe befinden sich dekorative Körbe mit frischen Früchten

Diese einfachen Veränderungen erwiesen sich als durchaus effektiv: Der Verkauf der gesunden Lebensmittel ließ sich dadurch steigern. Sinnvoll sei es, vegetarische Gerichte besonders zu bewerben und Salat als feste Beilage bei Tellergerichten anzubieten, so die Forschenden.

Für die Gastronomiebetriebe sei der Aufwand gering und verursache keine Kosten. So plant die Arbeitsgruppe bereits weitere Projekte, sowie die Erstellung eines Leitfadens für Betriebe mit Gemeinschaftsverpflegung. Für die Ergebnisse interessiert sich auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Nach deren Meinung liegen im deutschsprachigen Raum noch zu wenige Forschungsergebnisse zu dem vielversprechenden Ansatz von Nudging im Bereich Gemeinschaftsverpflegung vor.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 2 Wochen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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