Na, dann prost? So geht’s!

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Na, dann prost? So geht’s!

Ganz Deutschland im Fußballfieber: Die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt mit um die Weltmeisterschaft! Die Fans vor dem Fernseher trinken gern mal ein Bier oder ein Glas Wein. Ist das bei Diabetes ein Problem?

Ein kühles Bier zischt einfach gut – nicht nur während der WM. Solange es bei einer wohldosierten Menge bleibt, können auch Diabetiker Alkohol genießen – vorausgesetzt, der Arzt hat nichts dagegen.

Alkohol trinken – Blutzucker im Auge behalten

Alkohol senkt die Zuckerwerte – und das schon in kleinen Mengen. Dies ist besonders wichtig für insulinpflichtige Diabetiker und Menschen, die Sulfonylharnstoffe oder Glinide einnehmen. Alkoholbedingte Unterzuckerungen treten meist nachts auf, denn: Alkohol blockiert die Zuckerneubildung in der Leber und zwar 6 bis 36 Stunden nach Alkoholgenuss.

Je hochprozentiger der Alkohol war oder je mehr getrunken wurde, desto stärker ist auch die Unterzuckerungsgefahr. Hochprozentiges wie Klarer, Obstler und Cognac kann zudem die Magenentleerung verzögern – dadurch wirken kohlenhydrathaltige Lebensmittel langsamer als üblich auf den Blutzucker.

Was sonst noch zu beachten ist

Wer Alkohol trinken möchte, sollte also vorher den Blutzucker messen und außerdem die Alkoholmenge notieren. Grundsätzlich ist es gut, zum Alkohol etwas Kohlenhydrathaltiges zu essen – also z. B. zum Wein nicht nur Käsewürfel, sondern auch Brot. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Insulindosen zu reduzieren. Vor dem Schlafengehen muss unbedingt der Blutzucker nochmals gemessen werden.

Herkömmliches Bier wie Pils, Kölsch oder Alt hat einen Malzzuckergehalt von etwa 20 g in 500 ml. Wenn zu Bier, Sekt oder trockenem Wein eine kohlenhy­drathaltige Mahlzeit gegessen wird, müssen Mengen von maximal zwei normal großen Gläsern Bier oder Wein nicht mit Insulin abgedeckt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass es besser ist, kurzzeitig einen erhöhten Blutzucker zu tolerieren, als mögliche nächtliche Unterzuckerungen durch den Alkohol in Kauf zu nehmen. Alkoholfreies Bier hat pro halbem Liter im Schnitt 26 g Kohlenhydrate. Der Restalkoholgehalt liegt bei maximal 0,2 bis 2 Vol.%; der Kohlenhydratgehalt kann mit Insulin abgedeckt werden.

Jeder reagiert anders

Jeder Mensch reagiert anders auf Alkohol – oft abhängig von der Tagesform und von dem, was zuvor gegessen wurde. Deshalb gilt: kohlenhy­drathaltige Lebensmittel zu Bier oder Wein essen, messen und Alkoholmenge notieren. Hochprozentiges und sehr süße Getränke (Liköre, Cocktails) sind nicht zu empfehlen.


von Kirsten Metternich

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstra0e 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

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  • schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche

    Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • calvin240 antwortete vor 1 Woche

      Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • uho1 antwortete vor 1 Woche

      @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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