- Begleit-Erkrankungen
Bluthochdruck und Übergewicht erhöhen Demenz-Risiko: Sieben Tipps zur Vorbeugung
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Eine aktuelle Studie zeigt einen kausalen Zusammenhang zwischen Übergewicht, Bluthochdruck und dem Risiko für eine Demenz-Erkrankung. Experten der Deutschen Herzstiftung nennen konkrete Tipps und Maßnahmen zur Vorbeugung, mit denen sich beide Risikofaktoren im Alltag reduzieren lassen.
Rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat einen hohen Blutdruck, viele wissen nichts davon. Wer über längere Zeit unbehandelte oder unzureichend behandelte Werte von über 140/90 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) hat, riskiert nicht nur Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschäden. Eine aktuelle Studie rückt nun zusätzlich den Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und Demenz-Erkrankungen in den Fokus.
Daten von über 500.000 Menschen zeigen eindeutigen Zusammenhang
Für die Untersuchung werteten dänische Wissenschaftler die Daten von mehr als 500.000 Menschen in Dänemark und England aus, die über viele Jahre beobachtet worden waren. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Übergewicht das Risiko für eine vaskuläre Demenz erhöht, also für eine Demenz-Form, die durch geschädigte Blutgefäße verursacht wird. Die Forscher fanden einen eindeutigen Zusammenhang: Mit steigendem Body-Mass-Index (BMI) nimmt auch die Wahrscheinlichkeit für diese Demenz-Erkrankung zu.
Ein zentraler Befund der Studie: Das erhöhte Risiko geht zumindest zum Teil auf zu hohen Blutdruck zurück. Die gefäßschädigende Wirkung von Übergewicht beruht in der Regel auf einem dauerhaft erhöhten Druck in den Arterien. Interessant ist das vor allem deshalb, betonen die dänischen Autoren, weil sowohl Übergewicht als auch Bluthochdruck vermeidbar beziehungsweise behandelbar sind. Damit ergeben sich praktische Ansatzpunkte für die Demenz-Vorbeugung.
„Diese Studie zeigt einmal mehr, wie enorm wichtig es ist, beiden Risikofaktoren frühzeitig vorzubeugen, zumal Bluthochdruck und Adipositas auch Teil des tödlichen Quartetts, des metabolischen Syndroms, sind, zu dem auch Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zählen“, sagt Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Kardiologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Um Folgen einer schleichenden Herz-Kreislauf-Erkrankung durch Vorsorge zu vermeiden, rät die Herzstiftung zu einem Gesundheits-Check-up beim Hausarzt, einmalig ab 18 Jahren und ab 35 Jahren alle drei Jahre.
Blutdrucksenkung verringert das Demenz-Risiko
Es ist nicht die erste Studie, die nahelegt, dass eine konsequente Blutdrucksenkung auf unter 140/90 mmHg, idealerweise auf 120/70 mmHg, das Demenz-Risiko positiv beeinflussen kann. Das betont Prof. Dr. Michael Böhm, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung und emeritierter Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. „Es kommt durch chronisch hohen Blutdruck vermutlich zu strukturellen Veränderungen und zu einer Volumenreduktion im Gehirn. Die betroffenen Regionen sind mitverantwortlich für die kognitive Leistung“, erläutert er den Zusammenhang in einem Beitrag der Herzstiftung.
Prof. Böhm verweist unter anderem auf die Ergebnisse australischer Forscher. Sie werteten insgesamt fünf Studien mit mehr als 28.000 Patienten aus und stellten fest, dass eine medikamentöse Blutdrucksenkung um 10 mmHg systolisch und 4 mmHg diastolisch das Demenz-Risiko um über zehn Prozent verringert. Je stärker die Blutdrucksenkung ausfiel, desto deutlicher sank auch das Demenz-Risiko. Das galt sogar bis zu einem Blutdruck von 100/70 mmHg, ohne dass sich Hinweise auf eine schädliche Wirkung zeigten.
Zusätzlich zitiert Prof. Böhm eine chinesische Beobachtungsstudie mit rund 34.000 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 63 Jahren. Ein Teil von ihnen nahm an einem überwachten Blutdruck-Behandlungsprogramm teil. Diese Gruppe hatte im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Therapieprogramm ein deutlich geringeres Demenz-Risiko und einen langsameren kognitiven Abbau.
Blutdrucksenkung nutzt in jedem Alter
„Menschen leiden unter Bluthochdruck und Übergewicht oft schon im mittleren Alter. Demenz-Erkrankungen dagegen entwickeln sich schleichend und sind oft erst im höheren Alter präsent. Eine konsequente Blutdruck-Einstellung im mittleren Alter zahlt sich jedoch später in punkto Demenz aus“, so Prof. Böhm. Er verweist unter anderem auf die Herz-Hirn-Studie, für die Daten von 1200 Argentiniern zwischen 21 und 95 Jahren mit Bluthochdruck ausgewertet wurden, um das künftige Demenz-Risiko zu berechnen. Bei 40 Prozent der Probanden fand sich ein erhöhtes Demenzrisiko, mehr als die Hälfte davon, 28 Prozent der Gesamtgruppe, gehörte zur Altersgruppe der 47- bis 53-Jährigen.
„Die Behandlung erhöhter Blutdruckwerte nutzt in jedem Alter und schützt dabei nicht nur vor einem akuten Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Ereignissen. Auch längerfristig zahlt es sich aus, da es seltener zu einer Demenz kommt“, bekräftigt Prof. Böhm. Auch ältere Menschen profitieren noch: Eine italienische Studie mit Personen ab 65 Jahren zeigte, dass Therapietreue bei der Blutdrucksenkung mit weniger Demenz-Diagnosen einherging. Der schützende Effekt ließ sich sogar bei über 85-Jährigen eindeutig nachweisen.
Sieben Basis-Tipps im Alltag gegen Bluthochdruck und Demenz
Wie lassen sich diese Erkenntnisse in praktische Empfehlungen übersetzen? „Erhöhten Blutdruckwerten sollte zunächst immer durch einen gesunden Lebensstil entgegengewirkt werden. Dazu gehören allen voran Ausdauerbewegung und der Abbau von Übergewicht“, sagt Prof. Voigtländer, Ärztlicher Direktor der Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am Main. Die Herzstiftung hat dazu einen Plan mit Basis-Tipps zusammengestellt.
1. Blutdruck regelmäßig kontrollieren und bei erhöhten Werten zum Arzt gehen
Erhöhter Blutdruck verursacht oft kaum Symptome, deshalb sind regelmäßige Messungen wichtig, per Selbstmessung, beim Arzt oder in der Apotheke. Nach den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) aus dem Jahr 2024 sollten Erwachsene unter 40 Jahren alle drei Jahre ihren Blutdruck ärztlich checken lassen. Ab 40 Jahren, vor allem bei Risikofaktoren für Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, wird eine jährliche Kontrolle empfohlen.
Nach ESC-Angaben gelten Werte unter 120/70 mmHg als optimal. Fallen bei einer Messung leicht erhöhte Werte zwischen 120 bis 139 systolisch und 70 bis 89 mmHg diastolisch auf, wird die regelmäßige Kontrolle umso wichtiger. „Denn mit dem Alter nimmt das Risiko für Bluthochdruck zu. Das trifft zum Beispiel Frauen nach den Wechseljahren oft ganz unbemerkt, obwohl ihre Werte zuvor stets in Ordnung waren“, erklärt Prof. Voigtländer. Bei solchen leicht erhöhten Werten sollte versucht werden, sie durch einen veränderten Lebensstil zu senken.
„Diese Werte mögen sehr streng und schwer erreichbar wirken. Sie haben sich jedoch in Studien als die für die Gefäßgesundheit erstrebenswerten Werte herausgestellt“, so Prof. Voigtländer. „Bei einer medikamentösen Therapie muss individuell immer geschaut werden, ob die niedrigen Werte dann auch gut vertragen werden, allerdings braucht es auch etwas Zeit, bis sich ein Körper, der lange Zeit hohe Werte toleriert hat, an niedrige Werte gewöhnt hat“, erläutert der Kardiologe.
Von Bluthochdruck sprechen Ärzte, wenn Oberarm-Messungen in der Praxis oder Klinik an zwei verschiedenen Tagen Werte von 140/90 mmHg oder höher ergeben. Kardiologen raten, gemessene Werte mit einem Blutdruck-Pass zu protokollieren. „Mit dem Blutdruck-Pass haben Patienten und ihr Arzt immer den Überblick über die Blutdrucksituation“, erklärt Prof. Voigtländer.
2. Auf ausreichende Bewegung achten
Sport und Alltagsbewegung senken den Blutdruck um 5 bis 9 mmHg systolisch und 3 bis 5 mmHg diastolisch. Empfohlen wird Ausdauertraining wie flottes Gehen, Radfahren, Joggen oder Schwimmen, möglichst fünfmal pro Woche für mindestens 30 Minuten. „Auch kürzere Abschnitte von zehn bis fünfzehn Minuten wirken bereits blutdrucksenkend. Man kann also auch mit zweimal 15 Minuten pro Tag beginnen“, rät Prof. Voigtländer. „Mit Ausdauerbewegung sinkt die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht und damit einen der wichtigsten Risikofaktoren für Bluthochdruck und andere Herzkrankheiten zu entwickeln.“ Ergänzend wird ein Kraftausdauertraining niedriger Intensität empfohlen. Welches Training im Einzelfall geeignet ist, sollte vorher ärztlich abgeklärt werden.
3. Übergewicht vermeiden
Eine Gewichtsreduktion um durchschnittlich 4 Kilogramm senkt den Blutdruck laut Studien um etwa 4 mmHg systolisch und 2 mmHg diastolisch. Mit jedem weiteren Kilogramm sinkt der Blutdruck im Schnitt um zusätzlich 1 bis 2 mmHg.
4. Salzkonsum reduzieren
Etwa jeder zweite Bluthochdruck-Patient reagiert salzempfindlich. Wer täglich einen Teelöffel Kochsalz einspart, das entspricht rund 5 Gramm, kann laut Studien seinen systolischen Blutdruck um 6 bis 8 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken. Hilfreich kann sein, einen Teil des Kochsalzes durch das ebenfalls salzig schmeckende Kaliumchlorid zu ersetzen, das als Fertigmischung erhältlich ist. Zu beachten sind zudem versteckte Salzmengen, etwa in Brot, Wurst, Käse oder Fertiggerichten.
5. Alkoholkonsum einschränken
Alkohol enthält nicht nur viele Kalorien, er treibt auch den Blutdruck nach oben. Er beschleunigt den Herzschlag und fördert die Ausschüttung blutdrucksteigernder Hormone. Studien belegen einen direkten Zusammenhang zwischen Alkoholmenge und Blutdruckanstieg. Bei Männern steigt der Blutdruck meist ab etwa 30 Gramm Alkohol pro Tag, bei Frauen bereits ab etwa 20 Gramm.
Wer zuvor größere Mengen getrunken und den Konsum eingeschränkt hat, kann eine Blutdrucksenkung von 4 bis 7 mmHg systolisch und 3 bis 5 mmHg diastolisch erreichen. Als Richtwert gilt: maximal 20 Gramm Alkohol täglich für Männer, etwa die Hälfte für Frauen. 10 bis 12 Gramm entsprechen etwa 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein beziehungsweise Sekt. Risikofrei ist auch dieser Konsum nicht, schon geringe Mengen können Zellen und Organe wie das Herz schädigen und die Entstehung von Krebs begünstigen.
6. Stress vermeiden
Beruflicher und privater Stress lässt den Blutdruck ebenfalls steigen. Pausen, Entspannung und ausreichend Schlaf wirken dem entgegen, ebenso Entspannungsprogramme, Yoga, Meditation oder Atemübungen.
7. Auf das Rauchen verzichten
Der Blutdruck sinkt in der Regel schon nach einer Woche ohne Zigaretten. Das Herz-Kreislauf-Risiko nähert sich nach wenigen Jahren dem von lebenslangen Nichtrauchern an. Den Umstieg auf E-Zigaretten halten Lungen- wie Herzspezialisten unter gesundheitlichen Gesichtspunkten nicht für eine Alternative.
Medikamentöse Therapie
Reichen diese Alltagsmaßnahmen für eine Normalisierung des Blutdrucks nicht aus, kommen blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz, um Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, koronare Herzkrankheit, Vorhofflimmern und Demenz vorzubeugen. Die konsequente Einnahme von Antihypertensiva wird spätestens ab Blutdruckwerten von 140/90 mmHg empfohlen. Bei Patienten mit weiteren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das bereits bei niedrigeren Werten sinnvoll sein.
mit Materialien der Deutschen Herzstiftung e.V.
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lena-schmidt postete ein Update vor 2 Wochen
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße





