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Noch viele offene Fragen zum Typ-1-Diabetes-Screening: DDG sieht noch Lücken bei Evidenz, Qualität und Versorgung
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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) nimmt in einem Positionspapier eine abwägende, aber klare Haltung zur Früherkennung des Typ-1-Diabetes ein. Noch gebe es in wichtigen Bereichen Lücken und für ein bevölkerungsweites Screening auf Insel-Autoantikörper sieht die Fachgesellschaft daher derzeit keine Grundlage.
Zwar ist die wissenschaftliche Entwicklung schon weit vorangeschritten, doch nach Einschätzung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) fehlen noch zentrale Voraussetzungen, um ein Typ-1-Diabetes-Screening-Programm flächendeckend und bevölkerungsweit – z.B. im Rahmen der Fr1da-Studie – zu verankern. Im Zentrum der Debatte steht die Möglichkeit, Typ-1-Diabetes bereits vor der klinischen Manifestation zu erkennen, also mittels Nachweis multipler Autoantikörper in den Stadien 1 oder 2, bei denen noch keine merkbaren Symptome auftreten.
Damit könnten Hochrisikopersonen frühzeitig beobachtet, Familien vorbereitet und sogar krankheitsverzögernde Maßnahmen eingeleitet werden. Mit dem Einsatz des seit Anfang 2026 in Europa zugelassenen monoklonalen Antiköpers Teplizumab lässt sich die klinische Manifestation des Typ-1-Diabetes um im Mittel zwei Jahre verzögern. Zudem könnte eine frühe Diagnose v.a. bei Kindern und Jugendlichen die diabetische Ketoazidose bei Erstmanifestation verhindern oder seltener machen. Diese Komplikation aufgrund extrem hoher Glukosewerte kann sogar lebensbedrohlich werden.
Das Positionspapier betont aber auch die Grenzen vor allem des bevölkerungsweiten Screenings. Ein positiver Antikörperbefund erlaubt zwar eine Risikoeinschätzung, der exakte Zeitpunkt der Erkrankung bleibt aber unvorhersehbar. Hinzu kommt: Die derzeit verfügbaren Tests sind nicht standardisiert, zwischen einzelnen Assays bestehen Unterschiede in Vergleichbarkeit und Kalibrierung und für ein Screening in der Allgemeinbevölkerung fehlen ausreichend belastbare Langzeitdaten. Auch die Frage, ob sich ein Screening-Programm gesundheitsökonomisch lohnt, ist offen.
Screening in strukturierte Pfade einbetten
Die DDG ordnet das Thema außerdem anhand klassischer Screening-Kriterien ein. Ein sinnvolles bevölkerungsweites Screening setzt nicht nur eine relevante Erkrankung und eine erkennbare Frühphase voraus, sondern auch einen geeigneten Test, klare Entscheidungskriterien, eine gesicherte Nachsorge und ein Versorgungssystem, das auffällige Befunde verlässlich auffangen kann. Genau in diesen Punkten sieht die DDG derzeit Defizite.
Ein Screening darf aus ihrer Sicht kein isolierter Labortest sein, sondern muss in strukturierte diagnostische und therapeutische Pfade eingebettet werden. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Positionspapier möglichen Nebenwirkungen eines Screenings. Wer über ein erhöhtes Erkrankungsrisiko informiert wird, kann psychisch belastet werden. Das gilt besonders für Eltern betroffener Kinder. Auch ethische Fragen spielen eine Rolle, etwa wenn Minderjährige ohne unmittelbaren Behandlungsanlass getestet werden.
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Die DDG mahnt deshalb eine sorgfältige Abwägung zwischen möglichem medizinischem Nutzen und potenziellen Schäden an. Unterm Strich sieht die DDG derzeit noch keine ausreichende Grundlage für ein bevölkerungsweites Screening auf Typ-1-Diabetes. Die Chancen der Früherkennung werden anerkannt, ebenso die wissenschaftlichen Fortschritte.
Für die Umsetzung in die Breite braucht es nach Auffassung der Deutschen Diabetes Gesellschaft jedoch mehr:
- bessere Evidenz zur klinischen Wirksamkeit,
- validierte Testsysteme und standardisierte Verfahren,
- gesicherte Versorgungs- und Nachsorgestrukturen und
- weitere gesundheitsökonomische und ethische Bewertungen.
2027: Leitlinie zum Typ-1-Diabetes-Screening
Derzeit erarbeiten DDG, die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gemeinsam eine Leitlinie zum Screening auf Typ-1-Diabetes (Evidenzlevel 2e). Die Literaturrecherche wird das IQWiG übernehmen. Die Leitlinie soll im ersten Halbjahr 2027 fertig sein.
Nicole Finkenauer ist Publizistin. Sie ist verantwortliche Redakteurin der diabetes zeitung, dem offiziellen Organ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Sie schreibt auch für den Diabetes-Anker und findet es toll, die beiden Welten (Fachpersonal und Betroffene) miteinander verknüpfen zu können. Zudem ist sie eine der Hosts des Diabetes-Anker-Podcasts – und freut sich immer über Ideen für Themen und Gäste!
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 15 Stunden, 28 Minuten
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar - olivers antwortete vor 11 Stunden, 38 Minuten
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver
zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂



