Neuer Leitfaden zur Ernährungs­therapie in Klinik und Praxis

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Neuer Leitfaden zur Ernährungs­therapie in Klinik und Praxis

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) haben in Kooperation mit weiteren Fachgesellschaften den neuen Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) veröffentlicht.

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes mellitus Typ 2, die zum großen Teil durch eine unausgewogene Ernährung ausgelöst werden. Die Ernährung beeinflusst auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Lebensmittelunverträglichkeiten. Der ernährungsmedizinischen Versorgung kommt eine immer größere Bedeutung bei der Behandlung von Krankheiten zu.

Daher erfolgte jetzt eine grundlegende Neufassung des bisher in der Ernährungstherapie angewandten Rationalisierungsschema von 2004 durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM), in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) und dem BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE).

Leitfaden auf der Grundlage evidenzbasierter Leitlinien

Gemeinsam haben die Autoren es sich zum Ziel gesetzt, auf Grundlage evidenzbasierter Leitlinien einen aktuellen Leitfaden für die praktische Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) zu verfassen. Der Leitfaden erscheint heute erstmals in der Aktuellen Ernährungsmedizin.

„Die Ernährung spielt nicht nur in der Prävention von Erkrankungen, sondern auch in der Therapie eine wichtige Rolle“, sagt Privatdozent Dr. med. Frank Jochum, Präsident der DGEM und Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau. „Wissenschaftliche Studien belegen, dass die gezielte Ernährungsintervention im medizinischen Alltag bei vielen Erkrankungen eine vergleichbare Bedeutung hat wie die Verordnung krankheitsspezifischer Medikamente.“

Wissenschaftlich gesicherte Ernährungsempfehlungen für die Therapie

Eine erfolgreiche Behandlung beruht nach Ansicht der Experten auf wissenschaftlich gesicherten Ernährungsempfehlungen. „Wir haben LEKuP entwickelt, um allen in der Klinik, Praxis und Pflege Tätigen eine einfache Orientierungshilfe für eine moderne ernährungsmedizinische Versorgung an die Hand zu geben“, erklärt Professor Dr. med. Hans Hauner, Institut für Ernährungsmedizin der TU München, für die DGE und als Sprecher der Autorengruppe. „Im Leitfaden sind die vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der DGE sowie – alternativ – die mediterrane oder vegetarische Kost als Grundkostformen definiert“

„In unserem ursprünglichen Rationalisierungsschema wurden die Besonderheiten der Ernährungstherapie für bestimmte Krankheitsbilder dargestellt. Dies gilt nun in besonderem Maße auch für LEKuP, der spezifische Handlungsempfehlungen, zum Beispiel bei Nierenkrankheiten, bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei entzündlich-rheumatischen und orthopädischen Diagnosen oder bei neurologischen oder onkologischen Erkrankungen auflistet“, so Professor Dr. med. Gerd Bönner, Präsident der DAEM.

Orientierung für Verantwortliche in Ernährungstherapie und Patientenverpflegung

Die Empfehlungen im Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis richten sich an alle Verantwortlichen für die Ernährungstherapie und die Patientenverpflegung, insbesondere Ernährungsfachkräfte, Ärzte, Träger von und Führungskräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Verantwortliche in den Küchen, im Service, in der Therapie und in der Pflege. Der Leitfaden soll zudem eine Orientierung für Kostenträger im Gesundheitswesen darstellen.

Der Leitfaden kann hier abgerufen werden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM)

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  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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