- Ernährung
Schlemmen im Freien: Grillen und Picknick
5 Minuten

Draußen sein, mit Freunden und Familie etwas unternehmen und dazu auch noch etwas Leckeres essen – ob würzig und feurig vom Grill oder zu Hause vorbereitet aus dem Picknickkorb: eine schöne Vorstellung. Genießen Sie mal wieder Essen auf eine andere Art. Das macht Spaß und lässt sich prima mit einer Extrarunde Bewegung kombinieren. So haben Sie gleich doppelt etwas davon. Wie wäre es mit unseren Tipps fürs Schlemmen an der warmen Luft?
Ein Sommer ohne Grillen ist für viele kein richtiger Sommer, denn fast jeder Deutsche ist ein Grillfan. Spätestens jetzt grillen rund 95 Prozent der Bundesbürger, wobei knapp 90 Prozent einen Grill zu Hause haben. Doch auch wer weder Balkon, Terrasse noch einen Grill besitzt, kann sich das Freiluftspektakel schmecken lassen: Einweggrill und Picknickkorb machen es möglich.
Immer mehr Frauen grillen
War es früher eine bevorzugte Männerdomäne, gibt es heute immer mehr Frauen, die Spaß daran haben, auch mit Grillzange und Holzkohle zu arbeiten. Im Hinblick auf die Ausrüstung gibt es Jahr für Jahr neue Trends. Gibt man in Suchmaschinen die Begriffe Bücher und Grillrezepte ein, erscheinen 128 000 Treffer. Bei der Frage, welcher Grill der passende ist, liegt die Trefferquote bei 3,5 Mio. Vorschlägen.
Brutzeln ohne Alufolie
Weniger Plastik und auch weniger Alufolie – zwei Dinge, die immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. Aus gutem Grund: Sämtliche Plastikprodukte, die lediglich einmal verwendet werden, können durch sinnvolle Alternativen ersetzt werden; ähnlich ist es mit Alufolie. Praktisch und wiederverwendbar sind Grillschalen aus Emaille oder Edelstahl sowie Pfannen und Wokschalen aus Gusseisen oder Edelstahl.
Selbst feuerfeste Keramik bietet sich an. Allerdings kann sich hier die Grillzeit – je nach Lebensmittel und dessen Größe – etwas verlängern. Wichtig ist es, das Grillgut in den Behältnissen öfter zu drehen, damit es von allen Seiten gleichmäßig durchgart und bräunt.
Besonders würzig durch „Grillpapier“
Spezielles Grillpapier wäre eine weitere Option. Es besteht meist aus Erlen- oder Zedernholz und muss vor der Verwendung in Wasser eingeweicht werden. So wird es elastisch und biegsam. Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst lassen sich darin wunderbar garen. Dazu wird das Grillgut auf das Papier gelegt, eingewickelt und mit einem Faden zusammengebunden. Hersteller solcher Produkte versprechen durch den holzigen Mantel, dass Gegrilltes besonders würzig schmeckt.
Statt Schalen und Grillpapier geht es auch raffiniert und exotisch: Grillkäse, Feta, Gemüse und Früchte kann man gut in natürliche Blätter wickeln und auf den Grill legen. Dazu bieten sich Kohl-, Mangold-, Rhabarber- oder Weinblätter an. Ebenso eignen sich Bananenblätter (z. B. aus einem Asialaden). Falls die Blätter zu fest sind, legen Sie diese kurz in wenig heißes Wasser. Dank ihrer Größe ist dazu meist auch kein Extrafaden zum Zusammenbinden nötig.
Ein Klassiker sind Grillspieße – auch sie eignen sich neben Fleisch für Gemüse und Obst. Wie wäre es mal mit grünem und weißem Spargel am Spieß oder einem Fruchtspieß aus Melone, Pfirsich, Aprikosen und Bananen?
So wird Ihr Picknick ein voller Erfolg
Was kommt in den Picknickkorb? Welche Getränke bieten sich an, und wie halten Fliegen und Co Abstand von Speisen und Getränken? Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Leichte Speisen fürs Picknick
- Salate im Glas (leckere Rezepte dazu finden Sie in der Mai-Ausgabe)
- Schichtsalat aus Dose oder Glas: Dressing auf den Boden, danach feste Salatzutaten wie Möhren und Paprika, darauf Blattsalate, Sprossen etc; vor dem Essen mit geschlossenem Deckel schütteln
- Kräuterquark oder körnigen Frischkäse mit Kräutern und Gewürzen in ein hohes Glas oder eine Dose füllen, Gemüsesticks wie Möhren, Paprika, Kohlrabi hineinstecken – so bleibt beim Transport alles fest und läuft nicht aus
- gebratene Frikadellen aus Geflügel- oder Rinderhack in Miniform
- Dressing, Saucen und Dips in Schraubgläser füllen und in den Korb stellen
- selbst gemachte Wraps, Quiches und Muffins
Praktische Helfer auf der Picknickdecke
- Müllsack für möglich Abfälle, der vorher unter der Picknickdecke vor Nässe schützen kann
- Besteck in Servietten eingerollt
- bruchfestes Geschirr und Gläser oder Mehrweggeschirr aus Plastik
- Kühlbox oder Kühlakkus für Getränke und Speisen
- alternativ Flaschen mit Wasser einfrieren und als Kühlakkus verwenden – aufgetautes Wasser entweder trinken oder zum Händewaschen verwenden
- Feuerzeug, Taschenmesser oder Schere, Taschenlampe, Küchenrolle, Mückenspray, Sonnenschutz
- Wespen- und Fliegenschutz: Muffinförmchen aus Papier umgekehrt auf Gläser legen, einen Papierstrohhalm durchstechen und trinken
Getränkeauswahl unterwegs – es geht auch alkoholfrei
- Wasser
- Schorlen im Verhältnis 3 Teile Wasser und 1 Teil Saft (100 % Frucht ohne Zuckerzusatz)
- Mineralwasser mit Kräuter- oder Früchtetee gemischt
- Mineralwasser mit etwas zuckerfreiem Sirup
- selbstgemachter Eistee ohne Zucker
- Light-/Zero-Erfrischungsgetränke
- Zitronen- und Gurkenscheiben oder Minze und Zitronenmelisse ins Wasser geben
Pack die Picknickdecke ein …
… und dann nichts wie los in die Natur. Das Tolle beim Picknicken: Bewegung ist meist schon inklusive. Denn um loszulegen, muss einiges von A nach B transportiert werden. Gerade im Freien und an der frischen Luft wirkt sich zusätzliche Aktivität positiv auf die Stimmung aus und tut auch dem Blutzucker gut. Wie wäre es vor dem Genuss der Leckereien mit einer Runde Frisbee, Boccia oder Federball?
Wer zum See radelt, kann dort direkt eine Runde schwimmen oder um den See spazieren und dabei das Rad schieben. Und dann wird Essen unter freiem Himmel zum vollendeten Genuss. Sie haben sich bewegt, und nun geht es ans Genießen.
Damit das Picknick Ihr Kalorienkonto nicht überstrapaziert, lohnt es sich, ein paar Leckereien selbst zu machen und diese gut verpackt mit ins Freie zu nehmen. Wie wäre es statt fertig belegter Brötchen oder Weißbrot mit Remoulade, Wurst oder Käse mit einem selbstgemachten Wrap? Das ist sehr einfach in der Herstellung, dabei fett- und kalorienfreundlich. Oder wie wäre es mit etwas fettarmem Kräuter-Frischkäse, Rucola oder Eisbergsalat, ein paar Gemüsestreifen und etwas Thunfisch, Hähnchen- oder Putenbrust? Ein leckeres Hähnchen-Gemüse-Wrap-Rezept dazu finden Sie hier.
Kartoffel- oder Nudelsalat sollten Sie statt mit Mayonnaise besser mit Essig und Öl zubereiten, mit Gewürzen und Kräutern und besonders viel Gemüse. Denn allein aus Kartoffeln oder Pasta hat ein solcher Salat in kleiner Menge schon einiges an anrechnungspflichtigen Kohlenhydraten. Praktisch und lecker sind außerdem selbstgemachte Quiches und Tartes.
Bier: Blick auf die Zutatenliste
Neben dem Hunger meldet sich jetzt sicher auch Durst: Generell ist es wenig empfehlenswert, in der Sonne einiges an Alkohol zu trinken. Das gilt besonders, wenn Sie mit dem Rad oder motorisiert wieder nach Hause fahren möchten; denn Bier, Wein oder Sekt können dazu beitragen, dass Unterzuckerungen auftreten. Durch die Bewegung, beispielsweise beim Nachhauseradeln, kann sich dies noch verstärken.
Hinzu kommt, dass Bier und Co einiges an flüssigen Kalorien enthält. Wer trotzdem ein kühles Blondes genießen möchte, greift besser zu alkoholfreiem Bier. Diese Biere sind allerdings nicht komplett alkoholfrei und dürfen einen Restalkoholgehalt von bis 0,5 Volumenprozent beinhalten.
Im Hinblick auf den Blutzucker lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Denn der Kohlenhydratgehalt solcher Biere kann höher liegen als bei alkoholhaltigen Sorten – ganz gleich, ob es sich um Pils, Kölsch oder Weizenbier handelt. Tipps für leckere Getränke und was beim Picknick sonst noch Gaumen und Sinne verwöhnt, lesen Sie in unserer Übersicht im obigen Infokasten.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (6) Seite 80-84
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

2 Minuten
- Ernährung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 6 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


