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„Schmecken Sie grünes oder gelbes Obst?“ – eine Weinprobe mit Diabetes
4 Minuten

„Schmecken Sie eher grünes oder gelbes Obst?“ Gute Frage. Während ich ein weiteres Mal an dem Chardonnay nippe und noch überlege, welches Obst eigentlich grün und welches gelb ist, antwortet schon einer der anderen 13 Teilnehmer – „Ganz klar: grün!“ – und der Sommelier sinniert weiter über das Burgund als Geburtsstätte des Chardonnay, über die Reifung im Holzfass und den „schmalen“ Charakter des eben getesteten Weißweins. Die Auflösung: Es handelt sich um den „Montagny Vieilles Vignes“ – und damit um einen europäischen Wein!

Susanne (Mitte) mit ihren Freundinnen Ulli (links) und Anke (rechts).
Gemeinsam mit meinen Freundinnen Ulli und Anke verkoste ich bei einer „Blindprobe“ in Jacques’ Wein-Depot im Hamburger Schanzenviertel heute Abend insgesamt zehn Weine – jeweils eine europäische und eine Variante aus Übersee von fünf verschiedenen Rebsorten: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Noir, Carbernet Sauvignon und Syrah. Die Aufgabe während der Weinprobe besteht darin zu „erschmecken“, welcher Wein woher kommt: Europa oder Übersee?

Ein Wein links, ein Vergleichswein rechts und dazwischen Wasser. Welcher Traubensaft kommt aus Europa – und welcher aus Übersee?
Gibt es einen diabetikerfreundlichen Wein?
Knifflig. Auch für den Blutzucker. Denn zehn Weine auf nüchternen Magen, dazwischen etwas Weißbrot und ein Buffet nach den ersten sechs Gläsern (die man natürlich nicht austrinken muss, aber darf und gerne will) – das erfordert mehr Eingriffe als bei einem einfachen Abendessen, für das man einmalig die BEs schätzt und dann entsprechend Insulin spritzt. Gibt es eigentlich einen diabetikerfreundlichen Wein? Ich lerne: Ja, je trockener, desto besser. Denn je trockener, desto weniger Zucker – und umso weniger Alkohol.

Stärkung und Kohlenhydrat-Nachschub gab es in der Pause am Buffet.
Neugierde am FreeStyle Libre
Ich bin bewusst mit einem etwas höheren Wert in den Abend gestartet und spritze für das Weißbrot nur sehr moderat, da ich um die blutzuckersenkende Wirkung von Alkohol weiß. 238 mg/dl (13,2 mmol/l) ist mein Ausgangswert.
Als ich mit meinem Smartphone via Libre-Link-App meinen Zuckerwert teste, spricht mich eine andere Teilnehmerin der Weinprobe an, die sich mit ihrer Freundin und uns einen Stehtisch teilt: „Oh, was ist das denn?“ Ich erkläre den FreeStyle Libre, und sie ist ganz begeistert: „Toll! Eine Freundin von mir hat auch Diabetes, aber die pikst sich immer in den Finger zum Blutzuckermessen. Das muss ich ihr unbedingt erzählen!“

Einmal scannen – mit dem FreeStyle Libre konnte Susanne während der Weinprobe den Zucker komfortabel im Blick behalten.
Aber zurück zum Wein. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier! Oder doch? Ich muss gestehen: Ich mag Wein, kann erkennen, ob ein Wein trocken ist oder süß, habe Favoriten, schmecke einen holzigen oder vollmundigen Charakter und errate auch mal zufällig, ob der Test-Wein aus Frankreich oder Chile stammt. Aber von einer Weinexpertin bin ich weit entfernt, und die gezielten Fragen des Sommeliers schüchtern mich eher ein.
Honignoten und expressive Nasen
Folglich habe ich mit meinen Freundinnen großen Spaß an der Kommunikation und an den Sätzen, die im Laufe der dreistündigen Weinprobe fallen: Der Sommelier attestiert dem Cabernet Sauvignon eine „stärkere Austoastung“ und erkennt beim Sauvignon Blanc eine „expressive Nase“, während Anke schlichtweg urteilt: „Der riecht nach Schweiß!“ Unser Nachbartisch antwortet auf die Frage „Aus welchem Material ist Korken?“ eher vorsichtig-fragend: „Kork?“ Und als Ulli beim Pinot Noir eine Honignote erkennt, ermuntern wir sie alle: „Ja, das ist gut, sag das laut – dann kann unser Tisch auch mal etwas beitragen!“ Kurz und gut: Wir amüsieren uns köstlich und lernen dabei auch noch das eine oder andere aus der spannenden Welt des Weins.
Trotz reduziertem Bolus für das Weißbrot und das Buffet in der Pause – Couscous, Pasta und noch mehr Brot fallen als Kohlenhydrate an – sinkt mein Zucker wie erwartet ab. Am Ende der Veranstaltung schrammt er mit 60 mg/dl (3,3 mmol/l) knapp an einer Unterzuckerung vorbei, bis er um Mitternacht bei 116 mg/dl (6,4 mmol/l) landet.

Zehn Weine, Weißbrot und ein Buffet brachten den Zucker von 238 auf 116 mg/dl (von 13,2 auf 6,4 mmol/l).
Vorsichtshalber esse ich noch eine Extra-BE vor dem Schlafengehen. Eine gute Entscheidung, wie sich am nächsten Morgen herausstellt: Der Zucker ging damit nachts erst ein wenig nach oben, doch bis zum Morgen zeigte der Rest-Alkohol seine Rest-Wirkung. So konnte ich mit einem Traum-Wert von 99 mg/dl (5,5 mmol/l) am nächsten Tag zufrieden aufstehen. Und das Beste: ganz ohne Kater!

Die Nacht danach: Der Alkohol wirkte nach und drückte die Zuckerkurve nach unten …
Zum Weiterlesen
- Diabetes und Alkohol – mit diesem Thema hat sich Lisa mal grundlegend befasst.
- Und Antje weiß, wie es ist, wenn doch mal zu viel Alkohol im Spiel war: böser Vollrausch.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 14 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 7 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße