„Seehalde“: Wohl bekomm’s!

3 Minuten

© dianazh - iStockphoto
„Seehalde“: Wohl bekomm’s!

Das Echt essen-Spezial im Dezember: Best-bürgerlich und höchst bekömmlich wird im gastlichen Restaurant direkt am Bodensee gekocht. Ein Kraftplatz gerade auch im Winter.

Immer wieder zieht es mich in die „Seehalde“ – und das hat drei gute Gründe: Eine hervorragende Küche, eine herzliche Gastlichkeit – und eine Traumlage direkt am See gegenüber der Blumeninsel Mainau. Während es im Sommer praktisch unmöglich ist, eines der begehrten Zimmer mit Blick auf den See zu erhaschen, geht es im Dezember entspannt zu – und gerade zu dieser Jahreszeit bieten sich traumhafte Aussichten auf das Säntis-Massiv (links im Bild) und die angrenzenden Alpen. Weil es auch noch erstaunlich mild ist, locken Spaziergänge am See entlang zum pittoresken Seefelden und dem verschlafenen Pfahlbautendorf Unteruhldingen.

Als wär’s vom Maler Ferdinand Hodler: Alpenzauber

Farce oder Farce? Aber natürlich begeistert mich auch immer wieder die Küche von Markus Gruler, der zu den besten Fischköchen am See zählt, beste Kontakte zu den Fischern hat, immer wieder mit seinem Boot selbst nach den Fischen schaut. Gerade in diesem Jahr, wo ich sehr viel kulinarisch unterwegs bin, haben mich seine Gerichte besonders überzeugt, aus einem schlichten Grund: Sie sind kenntlich. So habe ich neulich im Kölner Zwei-Sterne-Haus „Ox & Klee“ ein Gericht mit Hahnenkamm gegessen. Aber es war nichts Rotes auf dem Teller zu sehen – und der flapsige Service meinte, „ist in der Farce“. Kann ja sein, schmeckbar war’s nicht – und vielleicht ist’s auch nur Farce.

So geht Gesundheit: Roh mariniertes Felchen

Solche Küchen-Kunststücke sind nicht die Sache von Markus Gruler. Er kocht raffiniert, aber er kocht verständlich – und er kocht höchst bekömmlich: Ein topfrisches, roh mariniertes Felchen ist mit Algen, Apfel, Ingwer, Fischrogen kombiniert – und schlotzigem Wasabi-Eis gekrönt. Das schmeckt nicht nur hinreißend, das ist auch höchst vital und bekömmlich. Selbst nach mehreren Essen innerhalb einiger Tage bleibt dieses angenehme Gefühl der Verträglichkeit. Wobei Markus Gruler nicht nur Fisch perfekt kann – er begeistert auch mit aromasatter Flädlesuppe, genau so wie mit einem saftigen Tafelspitz und endlich einmal nicht süßen Preiselbeeren für gastfreundliche 23 Euro.

In Rapsöl konfiert: Saibling mit seiner Haut

Verträglich sind die Gerichte auch wegen der schonenden Garmethoden, etwa dem Konfieren, was den Saibling zum Hochgenuss adelt. Raffiniert die dreizackige Fischhaut, die zwischen Backpapier gepresst und anschließend in der Pfanne gebraten, zart-intensiv duftet. Ein Gedicht die Weine, etwa ein trocken-blumiger 2014er Riesling von Peter Jakob Kühn aus dem Rheingau für 49 Euro. Es ist ein feiner, klug komponierter Keller, aus dem der Bruder Thomas Gruler schöpfen kann – und seine Empfehlungen sind treffsicher. Was auch zum Gästeglück gehört: Eine über Jahre gewachsene Stammbelegschaft, die mit ihrer Herzlichkeit sofort das Gefühl des Heimkommens schafft. Gerade in den Zeiten des Fachkräftemangels in der Gastronomie ist solch eine Kontinuität in hohem Ton zu preisen.

Empfehlung: Hinfahren! Über Weihnachten, Silvester und Anfang Januar ist geöffnet. Dann geht’s wieder Mitte März weiter.

Wer Lust auf die „Seehalde“ bekommen hat, findet hier noch eine sommerliche Version dieses gastronomischen Juwels:

Echt essen – August 2017

„Seehalde“: Seefisch & Seeblick

„Echt essen“-Gasthaus im August: Eine raffinierte Heimatküche, eine Terrasse direkt am Wasser. Die „Seehalde“ ist ein magischer Ort.


ECHT ESSEN
heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.



von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de

Internet: www.lauber-methode.de

zurück zur „Echt essen“-Übersicht

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Echt essen: „Zippiri“ – sardo puro
Das Echt essen-Gasthaus im Juni: In dem sardinischen Lokal „Zippiri“ in Köln wird eine schnörkellose Küche serviert, bei der auch Pferdefleisch eine wichtige Rolle spielt – sardo puro eben.

3 Minuten

L’Imprimerie: Vive la France
Das Echt essen-Gasthaus im April: Eine unverfälschte französische Landküche bietet die ehemalige Druckerei im gutbürgerlichen Kölner Stadtteil Bayenthal. Ein Restaurant, das polarisiert

4 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%