- Ernährung
Sommerzeit ist Grillzeit
4 Minuten
Kartoffelsalat, Bratwurst und dazu ein kühles Bier – oder doch lieber Gemüsespieß, Tomaten-Mozzarella mit Ciabatta und ein Glas Weißwein? Wir verraten, wie Sie für Abwechslung auf dem Sommerteller sorgen. Mit vielen Tipps fürs Grillen und Rezeptideen für leckere Gerichte.
Wenn die Säule im Thermometer steigt, wird es in vielen deutschen Gärten nicht nur durch die Sonne heiß: Der Grill kommt ins Spiel. Was dabei hoch im Kurs steht und auf den Grill kommt, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Geflügelproduzenten Wiesenhof ermittelt: Demnach haben 93 Prozent einen eigenen Grill. 19-mal pro Saison wird er zum Brutzeln von Würstchen, Fleisch oder Folienkartoffeln angeworfen.
Damit sind die Bundesbürger Grillmeister in Europa, gefolgt von den Franzosen. Doch auch in Ländern wie Amerika, England oder Mexiko ist das klassische Barbecue sehr verbreitet. Am beliebtesten auf heimischen Grillpfannen sind Steaks und Schnitzel (82 Prozent), gefolgt von Würstchen (72 Prozent) und Spießen (45 Prozent).
Vegetarische Alternativen
Auch wenn Bratwurst und Schnitzel nach wie vor zu den beliebtesten Dingen gehören, die auf dem Grill brutzeln, wollen viele Menschen heute bewusst auch mal auf Fleisch verzichten. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch der Gesundheit. Egal ob Grillsteak, -wurst oder -schnitzel: Vegetarische Alternativen gibt es in jedem Supermarkt, sogar bei diversen Discountern. Geschmacklich gesehen brauchen sie sich nicht zu verstecken, denn die Hersteller haben in den letzten Jahren an ihren Rezepten gefeilt und diese verbessert.
Allerdings lohnt sich auch hier der Blick in die Zutatenlisten. Je nach Zusammensetzung können anrechnungspflichtige Kohlenhydrate enthalten sein, zum Beispiel durch Panaden oder Stärke zum Binden der vegetarischen Masse; insgesamt schneiden sie in puncto Fettbilanz oft besser ab als fertig marinierte Produkte – die laut Wiesenhof-Umfrage besonders gern von jungen Leuten und Familien gekauft werden.
Praktische Tipps für Marinade
Eigentlich ist es gar nicht so schwer, eine Marinade selbst zu rühren und Fleisch oder auch Gemüse damit einen besonders leckeren Geschmack zu verleihen. Praktische Tipps dazu finden Sie im folgenden Kasten.
Fix und fertig gewürzt oder sogar schon eingelegt – eine praktische Sache, wenn es ums Grillen geht. Doch leider mit fettigem Wermutstropfen: Bei sämtlichen Produkten lässt sich nur schwer erkennen, wie viel Fett und Öl tatsächlich verwendet wurden. Und letztlich schmecken die Fertiggrilladen ziemlich gleich. Eine Marinade selbst zu machen, geht fast genauso schnell, wie Fertigprodukte auszupacken und anzurichten. Der Bonus: Sie haben die Kalorien- und Fettmenge im Auge – und dank verschiedener Gewürze und Kräuter schmeckt es jedes Mal ganz einzigartig.
Grundzutaten
- Wählen Sie Fleisch mit wenig Fettrand und nicht marmoriert.
- Lassen Sie sich an der Fleischtheke jedes Stück zeigen – so können Sie entscheiden, wie groß es sein soll.
- je frischer das Fleisch, desto aromatischer
- leckerer Grillfisch: Thunfisch, Seelachs, Seeteufel, Lachs
- leckeres Grillgemüse: Champignons, Zwiebeln, Zucchini, Auberginen, Tomaten, Karotten, Paprika
- leckere Grillfrüchte: Bananen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Birnen, Äpfel, Pflaumen
- kohlenhydrathaltige Beilagen: Kartoffeln, Maiskolben, roher Brot- oder Pizzateig, Pumpernickeltaler, Vollkornbrot, Baguette und Ciabatta
Marinaden für Fleisch, Fisch, Gemüse
- Flüssigkeit: Etwas Wasser mit Sojasauce oder Essig oder Zitrussaft mischen. Auch etwas trockener Wein, Joghurt oder Buttermilch passen in die Marinierflüssigkeit. Zusätzliches Öl ist nicht nötig.
- Gewürze: Pfeffer, Chili, Paprika mild und scharf, Curry, Kurkuma, Grillgewürz, Kräutersalz, etwas flüssiger Süßstoff, Knoblauch
- Extras: 1 – 2 Esslöffel Senf, süße Chilisauce, Erdnussbutter oder Ajvar (Paprikapaste)
- Kräuter: sämtliche frische, tiefgekühlte oder getrocknete
Zutaten in einer Schüssel mischen, Fleisch, Fisch oder fertig geschnittenes Gemüse darin einlegen. Nach Geschmack 4 bis 10 Stunden durchziehen lassen.
Grillkäse liegt im Trend
Es muss also nicht immer Fleisch sein, was auf den Grill kommt und lecker schmeckt. Im Trend liegt seit einiger Zeit auch Grillkäse – zum Beispiel Halloumi oder Weichkäse in fertigen Grillschalen. Auch wenn sie in der Regel keine anrechnungspflichtigen Kohlenhydrate enthalten, sind sie fett- und damit kalorienreich: 100 g haben im Schnitt 25 g Fett, 2 g Kohlenhydrate und rund 320 kcal. Eine fettärmere Käsealternative bietet beispielsweise fettreduzierter Fetakäse, der in 100 g lediglich 10 g Fett, 0,2 g Kohlenhydrate und rund 185 kcal liefert.
Grillen an sich ist fettsparend und nährstoffschonend – es summieren sich aber Schnitzel, Würstchen oder Bauchspeck auf eine große Fett-und Kalorienmenge. Dazu kommen meist noch Saucen, Brot, Folienkartoffeln, Kartoffel- oder Nudelsalat und beispielsweise Kräuterbutter.
Am besten vorgaren: So schmeckt auch Gemüse vom Grill
Wie wäre es, statt zwei oder drei Portionen Fleisch einfach ein bis zwei Portionen durch gegrilltes Gemüse zu ersetzen? Gemüse bringt ganz neue Geschmackserlebnisse, ist so gut wie kalorienfrei, enthält Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und ist dabei völlig cholesterinfrei. Das sind unschlagbare Argumente für gute Blutzuckerwerte und überhaupt für den gesamten Körper.
Und so machen Sie aus Gemüse echte Grillköstlichkeiten: Ziehen Sie Gemüsezwiebeln ab, waschen, halbieren oder vierteln Sie diese. Legen Sie sie auf einen Teller und garen sie 6 bis 8 Minuten in der Mikrowelle vor, im Backofen dauert es eine Viertelstunde. Legen Sie die Zwieblen dann auf eine Alu-Grillschale und ab geht‘s auf den Grill. Drehen Sie sie dabei ab und zu, bis sie weich sind. Genauso können Sie beispielsweise geschnittene Möhren oder Paprika vorbereiten.
Wenn Sie einen geschmacklichen Kick mögen, können Sie die vorgegarten Gemüse mit Zutaten aus den Mariniervorschlägen auf der nächsten Seite veredeln. Raffiniert sind auch gefüllte Gemüse, zum Beispiel große Champignons. Mischen Sie dazu etwas Magerquark, Parmesan oder fettreduzierten Reibekäse, Tomatenmark oder Senf, gehackten Knoblauch sowie Salz und Pfeffer, füllen die Mischung in die Köpfe und brutzeln sie auf einer Grillschale.
Kalte Suppe gefällig?
Wer behauptet, Suppen passen nicht in den Sommer, täuscht sich. Ob als Grill-Vorspeise oder leichter abendlicher Hauptgang: Bei heißen Temperaturen bieten sie eine wunderbare Erfrischung. Wie wäre es mit einer leichten Tomatensuppe, einer fruchtigen Zucchini- oder kalten Gurkensuppe? Sie lassen sich einfach vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Ein leckeres Rezept für eine erfrischende Gazpacho von unserer Leserin Alice Holecek finden Sie in der Rezeptliste.
Auch in Frankreich liebt man kalte Suppen, beispielsweise die Vichyssoise – eine Gemüsekaltschale aus Lauch, Zwiebeln und Kartoffeln. Für eine kalte Gurkensuppe werden Gurkenstücke mit einem Schuss fettreduzierter Sahne, Knoblauch, Dill, etwas Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl püriert, mit Brühe verdünnt und kalt gestellt.
Es gibt also einige Leckereien jenseits von Steak und Grillwurst, die Sie sich jetzt schmecken lassen können. Lassen Sie sich von unseren Rezepten auf den nächsten Seiten inspirieren – und genießen Sie den Sommer mit allem, was er kulinarisch Köstliches zu bieten hat.
von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (7) Seite 72-75
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 17 Stunden, 58 Minuten
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 13 Stunden
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen, 8 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 2 Tagen, 6 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 2 Tagen, 4 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 1 Tag, 13 Stunden
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 1 Tag, 13 Stunden
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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