„Sonners Heinehof“: Sehnsuchtsort

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© Heinehof
„Sonners Heinehof“: Sehnsuchtsort

Das Echt Essen-Spezial im März: Eigene Tiere, ausgezeichnete Küche und eine herzliche Gastlichkeit. Der Heinehof im Schwarzwald ist ein Sehnsuchtsort für echte Genießer

Es gibt ihn noch, den urigen Schwarzwald: Schöne Wälder, satte Wiesen und traditionelle Bauernhäuser. Wer in Bollschweil südlich von Freiburg in den Ortsteil St. Ulrich abbiegt, findet dort den uralten Heinehof, der schon im 30-jährigen Krieg urkundlich erwähnt wurde – und seit 1867 in der fünften Generation von der Familie Sonner bewirtschaftet wird.

Land- und Gastwirtschaft nennt sich der Heinehof – und die Reihenfolge ist wörtlich zu nehmen. Denn in erster Linie werden hier Tiere gehalten, nämlich rund 80 Rinder, größtenteils die für ihr zartes, geschmackstarkes Fleisch bekannte Rasse Limousin und einige Hinterwälder, eine traditionelle Rasse aus dem Schwarzwald. Wie es sich gehört, natürlich mit Hörnern. Sommers grast das Vieh artgerecht in Mutterkuhhaltung draußen, winters bekommt es eigenes Futter – eine ökologisch vorbildliche und zukunftsträchtige Landwirtschaft. Draußen tummeln sich ab dem Sommer auch rund 250 Gänse, eine im November und Dezember hochbegehrte Delikatesse. Ach ja, eigene Wollschweine gehören auch dazu. Was vergessen: Sicher, nämlich die umfangreichen Streuobstwiesen, Grundlage für Säfte, Apfelweine und selbst gebrannte Schnäpse.

Edle Rasse aus Frankreich: Limousin-Rinder

Gasthäuser mit möglich viel Eigenem suche ich intensiv für meine Serie „Echt Essen“ – und selten bin ich so fündig geworden wie an diesem Sehnsuchtsort. Selten habe ich so eine intakte Landwirtschaft gesehen, wo sich die Tiere wohlfühlen, wo eine entspannte Gelassenheit herrscht. Das liegt vor allem an dem Wirtepaar. Mit erfrischender Herzlichkeit begrüsst die Anfang 40-jährige Barbara Sonner die Gäste und mit hintergründigem Humor reagiert der 50-jährige Valentin Sonner gelassen auf meine vielen neugierigen Fragen. Er kümmert sich um das Vieh, erzählt mir, dass er gerne auf dem Hof schlachten würde, doch wegen der vielen Auflagen und dem großen Aufwand ist er froh, im nahen Ehrenkirchen bei einem Metzger eine gute Lösung gefunden zu haben.

Garanten der Gastlichkeit: Valentin und Barbara Sonner

Erst seit 1993 wird im Heinehof gewirtet, anfangs als Weinausschank, was in meiner Heimat Straußwirtschaft heißt, und seit zehn Jahren gibt es das gemütliche Gasthaus mit seinen zwei urigen Stuben und der einladenden Gartenwirtschaft. Hier wird im Wesentlichen das verarbeitet, was selbst produziert wird – der so gerne zitierte nachhaltige Kreislaufgedanke wird hier vorbildlich umgesetzt. Was nicht selbst angebaut wird, kommt von Erzeugern aus der nahen Region. Am Herd steht, welche Leistung neben der Viehhaltung, Valentin Sonner, zusammen mit Martin Metzger, dem jüngsten Bruder der Wirtin. Beide Köche haben im renommierten Restaurant Spielweg im nahen Münstertal gelernt.

Noch vom Opa stammt der schöne Tisch aus Walnussholz, an dem ich mit meinem Freund Rudi Platz nehme. Die ungemein freundliche und kundige Bedienung reicht eigenes Gänseschmalz und selbst gebackenes Brot. Denn es gibt auch eine Backstube, wo Wirtsfrau Sonner nicht nur Brot, sondern vom Apfelkuchen bis zur Schwarzwälder Kirschtorte ein breites Sortiment bäckt. Schon das herrliche Bauernbrot und das süchtig machende, schmelzige Gänseschmalz lohnen den Weg ins stille Tal. Dann kommt ein Gericht, das scheinbar simpel ist und doch so selten wirklich gelingt: Flädlesuppe. Ungemein intensiv ist die Brühe, feinst geschnitten sind die Flädle, darüber die Petersilie gestreut. Es folgt ein feiner, frischer grüner Salat, gekrönt von Sonnenblumenkernen. Schmackhaft und gesund.

So geht gute Suppe: Flädle-Brühe

Um das eigene Rindfleisch zu genießen bin ich gekommen, etwa in einer sehr interessanten Variante, nämlich gekocht. Aber dann sehe ich, dass es heute Schlachtplatte von den eigenen Schweinen gibt, was nur ganz wenige Male im Jahr vorkommt. Also spontan bestellt – und nicht bereut: Gut gewürzt die Leberwurst, nicht zu fest die Blutwurst, ordentlich saftig das Kesselfleisch, Muskat-stark der Kartoffelstock und fein säuerlich das Sauerkraut. Nur der angemachte Meerrettich hätte für mich noch was schärfer sein können. Aber insgesamt ein Gedicht für sehr korrekte 13,80 Euro. Und die Rinderspezialitäten werde ich schon bald essen – und vielleicht in einem der zwei Zimmer übernachten.

Eigene Weine trinke ich dazu – nicht direkt von den Hofeignern, aber von einem der Brüder der Frau aus der nahen, nach Süden gelegenen Paradelage Bollschweiler Steinberg. Nämlich die Markgräfler Spezialität Gutedel, in einer süffig-trockenen Form für 4,40 und einen intensiven Weißburgunder für 4,90 Euro – und zwar nicht für 0,2 Liter, sondern für ein echtes Markgräfler Viertele. Vieles ist hier halt stimmig. Die Mengen und das vernarrt sein ins Eigene – und schon haben sie ein neues Projekt: Im nahen Münstertal haben sie einen Hof erworben zu dem eine Wiese gehört auf dem Wacholder wächst.

Wie schaffen die das alles, frage ich mich? Schließlich wurden auch noch vier Kinder groß gezogen – und einer der Söhne studiert an einer renommierten Universität Landwirtschaft. Es sieht also so aus, als wenn die schöne Geschichte des Heinehofs eine Fortsetzung findet. Was mich auch beeindruckt: Mit welcher Ausgeglichenheit hier gearbeitet wird, welche Freude die beiden am Schaffen haben. Mit jugendlichem Schwung tritt Barbara Sonner auf, lässt vergessen, wie stark sie hier wahrscheinlich im Einsatz ist, etwa mit dem Backen, der Arbeit in der Küche, dem Servieren.

Hier ist so gar nichts von der Erdenschwere, von den Klagen vieler Ökobetriebe zu spüren. Hier wird nicht die Welt verbessert – hier ist die Welt einfach besser. Ich glaube, die lieben einfach ihren Beruf. Wie sehr, das zeigt ein Blick auf die Betriebsferien: Nur rund drei Wochen im Jahr gönnen sie sich. Mögen Elan und Esprit noch lange reichen!

Fazit: Eine bestbürgerliche Küche, die beispielhaft zweierlei beweist: Bio muss nicht teuer sein – und: Bio schmeckt!

Fernab zu liegen scheint der Heinehof. Doch in gerade einmal einer halben Stunde fährt werktags der Bus 7208 vom Freiburger Hauptbahnhof ins ländliche Idyll. Wobei es sich empfiehlt, zu reservieren, denn das Gasthaus wird auch im Slow Food Genussführer aufgeführt. Und es empfiehlt sich, unbedingt in der herrlichen Natur zu wandern, etwa zum prächtig gelegenen Flecken Geiersnest, wo auch noch urige Bergbeizen locken.

„Sonners Heinehof“ – Land- und Gastwirtschaft


Adresse: St. Ulrich 21, 79 283 Bollschweil

Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag, Freitag ab 16, Samstag und Sonntag ab 11 Uhr geöffnet. Dienstag und Mittwoch ist zu.

Kontakt: 07602/281, www.heinehof.de


ECHT ESSENheißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.



von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de

Internet: www.lauber-methode.de

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 2 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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