- Ernährung
„Storchen“: Landliebe
5 Minuten
Das Echt essen-Gasthaus im Dezember: In dem grundsympathischen Landgasthof wird frisch gekocht, freundlich serviert – und der Wein kommt von den eigenen Reben ums Haus. Eine Entdeckung.
Wer wissen will, wie Gästeglück klingt, besucht an einem Sonntag mittag den „Storchen“ in Bamlach oberhalb des Thermalkurorts Bad Bellingen. Bis auf den letzten Platz besetzt sind dann die beiden rustikal-eleganten Gaststuben. Es ist eine wunderbare Mischung der Gäste, wie ich es nur von französischen und spanischen Landgasthöfen kenne: Alle Schichten, alte und Junge, Kinder und Familien sind herzlich willkommen. Es herrscht eine zufriedene Stimmung, ein glückseliges Gemurmel.
Rustikale Eleganz: „Storchen“-Gaststube
So voll das Gasthaus, so flott der Service. Ungemein selbstsichere und schlagfertige weibliche Bedienungen bringen sofort die Karte, fragen nach den Getränkewünschen – und im Handumdrehen steht ein perfekt gezapftes Bier auf dem Tisch. Eine gutbürgerliche Küche in Bestform zu reellen Preisen wird hier serviert – mit einem deutlichen Fokus auf Schnitzel und Steaks vom Kalb, vom Rind und vom Schwein, aber auch Gemüse und Salat kommen zu ihrem Recht.
Salat, so sollst du sein: Frisch und individuell
Drei Mal war ich in den letzten Monaten in diesem Landgasthof, der seit 1888 im Besitz der Familie Hugenschmidt ist. Jedes Mal bin ich wieder angetan von dieser herzlichen Atmosphäre, wo sich alle sofort wohlfühlen. Jedes Mal hat mich auch der frische Salat begeistert – und beim letzten Mal habe ich mich richtig reinvertieft: Es war ein ungemein frischer „Fünf-Elemente-Salat“ aus Endivie, Möhren, Nüssle, Kraut und Rettich – und jeder Salat war für sich individuell gewürzt. Großartig – und nachahmenswert, werte Wirte mit euren abgestandenen Salatbuffets!
Suppe, so sollst du sein: Heiß und kräftig
Ein wichtiges Element der gutbürgerlichen Küche sind Suppen – und auch da läuft der „Storchen“ zur Hochform auf. Eine kräftige Brühe ist in einem solchen Traditionshaus eine Selbstverständlichkeit. Selbstverständlich wird die Suppe hier auch richtig heiß serviert – und ich freue mich, dass es für 4,50 Euro eine so herrlich altmodische und verführerisch duftende Grießklöschensuppe gibt, wobei die Klöße natürlich selbst gemacht sind. Ich liebe ja diese überlieferten Rezepte, vermitteln sie doch gerade in unsteten Zeiten ein Gefühl der Geborgenheit – weshalb ich vor einiger Zeit mit einem badischen Koch das Buch „Heimatküche“ geschrieben habe.
Deutscher Küchenklassiker: Rinderzunge in Madeirasoße
Riesig gefreut habe ich mich deshalb, dass jüngst im „Storchen“ eine Rinderzunge auf der Karte stand. Ein wunderbares Gericht, das einem selbst kaum gelingt, schließlich muss die Zunge für Stunden gekocht werden – und dann besteht die Gefahr, dass sie knochentrocken wird. Nicht so hier, butterzart und saftig werden fünf! (ja, hier sitzen noch richtige Esser am Tisch) Scheiben serviert, umrandet von einer perfekten Madeirasoße und hausgemachten Spätzle. Ein großartiges Gericht für sehr korrekte 18,80 Euro.
Zubereitet hat den Klassiker der Wirt Hans-Peter Hugenschmidt, ein gelernter Metzger. Sein Sohn Steffen ist ein gelernter Koch und beide zusammen sind die ideale Kombination für eine einzigartige Küche in der gesegneten Genussregion Markgräflerland.
Eigene Weine sind die Spezialität der gastlichen Stätte. Rund ums Haus wachsen auf 1,5 Hektar die einheimischen Reben Gutedel und Spätburgunder. Sie werden selbst gelesen, gekeltert und ausgebaut – und die kernigen Tropfen werden als Fasswein für 3,40 Euro das „Viertele“ verkauft.
Zergehen auf der Zunge: Hirschmedaillons
„Zwei Hirsche aus dem Hochschwarzwald kriegen wir demnächst“, erzählen mir die beiden Köche, „die zerlegen wir selbst“. So etwas schätze ich ja auf das Allerhöchste, also nichts wie noch mal hin. „Hirschmedaillon“ für 26,50 Euro mit hausgemachten Spätzle und Salat für 26,50 bestelle ich – und bin begeistert: Leicht rosa das Fleisch, kräftig im Biss, fein nach Wild duftend. Eine klassische Wacholderrahmsoße begleitet das Gericht, die dann am besten schmeckt, wenn sie ganz frisch zubereitet ist. Als kleines „Versucherle“ lässt mich der Koch noch den Hirschgulasch probieren, auch hier das Fleisch kräftig, aber nicht zäh und die Soße leicht „nelkig“.
Steffen Hugenschmidt hat ein Händchen für Gemüse, das er von einem einheimischen Erzeuger nahe Freiburg bezieht. So schmeckt das Rotkraut zart-zimtig, verfeinert er den bissfesten Blumenkohl mit einem Klacks Hollandaise.
Ein Koch wie aus dem Bilderbuch: Steffen Hugenschmidt
Die Seele macht langfristig den Erfolg eines Landgasthofs wie den „Storchen“ aus. Und die Seele sind die Menschen, allen voran die Wirtsleute Hans-Peter Hugenschmidt mit seiner Frau Irmgard, die den Familienbetrieb führen; der Chefkoch Steffen Hugenschmidt mit seiner Frau Susann und seine Schwester, die allesamt tatkräftig im Einsatz sind. Seele ist aber auch eine Bedienung wie Doreen Tobis aus einem nahen Winzerdorf, die mit ihren Gästen spritzig-witzig auf Augenhöhe kommuniziert. Kein Vergleich mit der Spitzengastronomie, wo die Serviceleute häufig vorgestanzte Sätze aufsagen müssen.
Trotz Sonntagsstress findet Steffen Hugenschmidt nach dem Personalessen (es gab Sellerieschnitzel) noch Zeit für ein Gespräch. Er erklärt mir, das Patenkind Oskar auf dem Arm, seinen schon etwas größeren Buben Moritz zwischen den Beinen, wo er seine Ware herhat, möglichst aus der Umgebung; erklärt mir, dass sie ganz stark mit heimischem Holz heizen, auch aus dem eigenen Wald; freut sich, dass endlich wieder viele Gäste aus dem Elsass kommen. Auch empfiehlt er mir den Samstag mittag, wo es frisches Ochsenfleisch mit Rahmkartoffeln und Meerrettichsauce gibt.
Gelassenheit gehört auch zu den Erfolgsgeheimnissen. „Ein Zwölfertisch ist einfach nicht erschienen“, erzählt er mir. In Städten wie Köln ist das in der Topgastronomie ein Anlass für Panikattacken, wo der Wirt schon mal nachts um drei die Saumseligen anruft und fragt: „Soll ich den Tisch noch freihalten?“ Ganz anders im „Storchen“: „Vielleicht kommen die heute abend oder vielleicht nächste Woche“, so der Wirt. Wer seit über 120 Jahren wirtet, lässt sich nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringen.
Fazit: Solange es Gasthäuser wie den „Storchen“ gibt, hat die gut-bürgerliche Gastronomie eine erfreuliche Zukunft.
„Gasthaus zum Storchen“
Adresse: Rathausstraße 3, 79 415 Bad Bellingen-Bamlach
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag ab 18 Uhr; Freitag ab 17 Uhr; Samstag und Sonntag mittags und abends. Mittwoch, Donnerstag ist zu. Vom 10. bis 25. Dezember 2021 ist geschlossen.
Kontakt: 07635/547, www.storchen.eu
Weieteres: Zehn schöne Gästezimmer, die je nach Aufenthalt 30 oder 40 Euro pro Person kosten. Natürlich mit einem reichhaltigen. Frühstück. Auf einer Sonnenterrasse über dem Rhein liegt Bamlach. Nach dem Essen empfiehlt sich ein rund halbstündiger Spaziergang zur Wallfahrtskapelle „Maria Hügel“, von wo sich ein prächtiges Panoramabild ins benachbarte Frankreich öffnet.
Weit schweift der Blick: Elsass mit Vogesen
ECHT ESSEN heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.

von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
Internet: www.lauber-methode.de
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
