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Tolle Party, böser Vollrausch und keinen Bock auf Diabetes
6 Minuten
Im Vollrausch kann ich mich ziemlich bescheuert aufführen. Wie bescheuert, das wissen am besten mein Mann Christoph und meine Schwester Caro, denn ich kann mich absolut nicht erinnern, was genau gegen Ende von Caros Geburtstagsparty wirklich vorgefallen ist.
Es ist nun zwei oder drei Jahre her, dass meine Schwester Caro in Münster ihren Geburtstag mit einer großen Party feierte. Sie hatte extra eine Location mit Tresen, großer Tanzfläche und DJ-Pult angemietet und viele Leute eingeladen – darunter meinen Mann Christoph und mich. Wir quatschten, lernten Menschen kennen, belagerten die Tanzfläche, wie das auf Partys eben so ist.
Und wie das auf Partys halt ebenfalls so ist, gab es Unmengen Alkohol. Nicht nur Bier, Wein und Sekt, sondern auch Longdrinks. Ich fand Gefallen an Gin Tonic und gab meinem Mann irgendwann den nicht ganz ernst gemeinten Rat, er möge bitte darauf achten, dass mein Glas niemals leer ist. Was er dann dummerweise ziemlich wörtlich nahm.

Gin Tonic gegen den Durst? Keine allzu gute Idee!
Wer keine Zeit oder Lust hat weiterzulesen, der möge bitte nur den Ratschlag mitnehmen, dass es keine gute Idee ist, Gin Tonic gegen den Durst zu trinken. Ich hatte jedenfalls ziemlich viel und ziemlich oft Durst, weil ich so viel tanzte – und immer wartete ein volles Glas Gin Tonic auf mich, wenn ich kurz eine Pause einlegte und mich zu den anderen gesellte.
Irgendwann funktionierte das leider nicht mehr so gut, und ab genau da fehlt mir jegliche Erinnerung an den weiteren Verlauf des Abends. Ich übergebe daher das Wort an meine Schwester Caro, die mit ein paar Promille weniger Zeugin meines Verhaltens wurde.

Filmriss, daher übergebe ich das Wort an meine Schwester Caro
Caro also erzählt:
„Du warst sehr betrunken. Christoph sprach mich irgendwann darauf an, dass wir dich unbedingt dazu bringen müssen, deinen Zucker zu messen, denn das war überfällig. Wir versuchten dann gefühlt zwei, drei Stunden lang, dich davon zu überzeugen, aber du hast dich gegen das Messen gewehrt. Du wolltest einfach tanzen und Spaß haben, die Party und den Moment genießen. Du hast es abgetan, dass wir uns Sorgen machten.
Es hat mir wahnsinnige Sorgen bereitet, dass du diese Kontrolle so lange verweigert hast. Denn ob du tatsächlich in einem kritischen Bereich warst, konnte ich als Laie erst einmal gar nicht einschätzen. Als du endlich deinen Zucker gemessen und die Zahl, den Wert gesehen hast, ist irgendetwas mit dir passiert. Ich hatte das Gefühl, dass du in dem Moment von deiner Gefühlsebene wieder auf eine rationale Ebene gerutscht bist – so gut das halt mit all dem Alkohol ging.
Ich vermute, dass du genau deshalb so lange nicht messen wolltest. Du hattest ein ganz starkes Bedürfnis, auf einer Party einfach nur Antje sein zu können, zu tanzen und zu saufen und nicht darüber nachdenken zu müssen, was dein Zucker gerade macht. Als du nach dem Messen begonnen hast zu reflektieren, was das alles bedeutet, hattest du einen kleinen Breakdown, da ging es dir ziemlich schlecht.
Wir saßen vor dem Partyraum auf der Treppe und du sagtest immer wieder Dinge wie ‚Was soll die ganze Scheiße, ich werde doch eh blind, das lässt sich doch gar nicht verhindern, ich werde ohnehin früh sterben!‘ Es war für mich das erste Mal, dass ich eine so extreme Situation live mitbekam. Ich habe Christoph da als sehr stark empfunden: Der gar nicht so viel gesagt hat, sondern einfach nur da war, wie ein Fels.
Es war toll, wie er dich stützte und dich dann auch wieder beruhigen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass du in diesem Moment ganz tiefe, tiefe Ängste äußerst, die im Alltag bei all deinem Wissen und bei deinem sehr guten Umgang mit deiner Erkrankung nicht an die Oberfläche kommen. Dass du offenbar Momente hast, in denen all dieses Wissen nichts nützt, in denen einfach Angst und Schmerz vorherrschen. In denen alles, was im Kopf ist, nichts taugt und nur noch das da ist, was im Herzen Angst macht.
Es war erschreckend für mich zu sehen, wie viel Angst dir der Diabetes macht. Und es war auch krass zu erleben, was für eine Veränderung eine Zahl, eine Scheißzahl auf einem Display, bewirken kann. Ein Messwert, der komplett verändert, wie man als Nächstes agiert und reagiert. Das war ein Moment, in dem ich tiefer verstanden habe, wie dauerhaft und penetrant der Diabetes wirklich ist. Ich hatte nach deiner Diagnose zwar schon auf verschiedenen Portalen gegoogelt – aber was ich mir anlese oder an dir beobachte, ist natürlich überhaupt nicht vergleichbar damit, wie du jeden Tag von morgens beim Aufwachen bis abends vor dem Schlafengehen mit deinem Diabetes konfrontiert bist.
Der Vorfall bei der Party hat mich lange beschäftigt und dazu geführt, dass ich noch eine Menge mehr gelesen habe über die langfristigen Auswirkungen von Diabetes. Und dass ich mich fragte, was ich als Schwester tun kann und ob ich in der Situation anders hätte reagieren sollen. So einschneidend die Situation für mich auch war, war sie dennoch auch ein bisschen befreiend.
Ich fand es schön, dass du dieses Gefühl von Rebellion hattest, nicht alles an deinem Diabetes ausrichten zu wollen. Mir hat das eine Zerrissenheit deutlich gemacht, die ich mir nur schwer vorstellen kann als ein Mensch, der keinen Diabetes hat. Denn vorher habe ich dich vom Moment deiner Diagnose an als so ungeheuer kompetent, routiniert und sicher im Umgang mit deinem Diabetes empfunden.
Natürlich liegt es auch an deiner Vorbildung, deiner Intelligenz und deinem Zugang zu Informationen, dass du es von Anfang an ziemlich gut hinbekommen hast. Aber weil du meine große Schwester bist, die ich unter anderem für ihre Intelligenz, Durchsetzungskraft und Resilienz in so vielen Lebenssituationen bewundere, war es krass, dich in einer Situation ganz schwach zu erleben.“
Das Erwachen am nächsten Morgen
Was meinen Zuckerverlauf angeht, klärte sich erst am nächsten Tag auf, was an jenem Abend auf der Party passiert war. Als ich nämlich den Verlauf der Werte in meinem Blutzuckermessgerät anschaute, stellte ich fest, dass ich in jenem verzweifelten Moment auf der Treppe einen Blutzuckerwert von über 300 mg/dl (16,7 mmol/l) gemessen hatte.
Als Verantwortlichen für den hohen Wert identifizierte ich (nun wieder mit verkatertem, aber nüchternem Kopf) das süße Tonic Water aus meinen zahllosen Longdrinks. So viel Zucker hatte ich offenbar nicht wegtanzen können. Kurz vor dem Schlafengehen am frühen Morgen hatte ich dann noch einen viel zu niedrigen Wert um die 60 mg/dl (3,3 mmol/l) gemessen. Der Schuldige hierfür war aller Wahrscheinlichkeit nach der Gin aus den Longdrinks.
Über alles Weitere sprach ich mit Caro erst Monate später – sie hatte sich zuvor nicht getraut, mich darauf anzusprechen. Eher zufällig erwähnte sie in einem Telefonat meine Ängste, wegen des Diabetes zwangsläufig zu erblinden. Meine Reaktion: „Was redest du denn da für einen Quatsch? Wenn ich meinen Diabetes gut manage – und das mache ich – stehen die Chancen ziemlich gut, dass mir solche Folgeschäden erspart bleiben!“
Erst da erzählte sie mir, wie sie meinen Absturz auf der Party erlebt hatte und dass sie meine düsteren Prophezeiungen tatsächlich eine Weile für bare Münze genommen und mir geglaubt hatte, dass schwere Folgeschäden unausweichlich sind. Das traf mich ziemlich hart, denn schließlich möchte ich nicht, dass meine Liebsten meinetwegen schlaflose Nächte haben – vor allem, weil sie so wunderbar zu mir halten, mich stützen und sich so große Mühe geben, sich in meine Lage zu versetzen.

Ein paar Gedanken…
Wenn ich euch also ein paar Gedanken mit auf den Weg geben darf, dann diese: 1. Bekämpft euren Durst nicht mit Gin Tonic. 2. Wenn ihr abstürzt, habt ihr hoffentlich auch Menschen um euch, die euch auffangen. 3. Fragt eure Lieben, ob ihr im Suff vielleicht beunruhigende Dinge gesagt habt, denn vieles lässt sich mit klarem Kopf ja rasch wieder zurechtrücken. 4. Wenn jemand seinen Diabetes überwiegend gut im Griff hat, heißt das noch lange nicht, dass er keine Angst vor ihm hat und ihm nicht auch mal mit aller Kraft entfliehen möchte.
Mehr zum Thema Alkohol in der Lounge:
Alkohol berechnen – wie geht das eigentlich? – Erklärung von Lisa.
Tolle Party, böser Vollrausch und keinen Bock auf Diabetes – Antje erzählt haarklein, wie’s war.
Vier Tipps fürs Feierngehen – von Caro.
Lieber doch kein Alkohol? Hier kommt ein DIY-Video für drei alkoholfreie Cocktails – von Olivia.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 3 Tagen, 1 Stunde
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 23 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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