- Ernährung
Verzögert bolen bei viel Fett und Eiweiß
2 Minuten
Ernährungsempfehlungen für Insulinpumpenträger unterscheiden sich nicht von denen für Typ-1-Diabetiker, die mit einer ICT eingestellt sind. Durch technische Raffinessen, die Insulinpumpen heute bieten, lassen sich bestimmte Lebensmittel jedoch physiologischer abdecken – Dauer und Menge der Insulinabgabe entsprechen also eher denen eines Organismus ohne Diabetes. Dafür gibt es einige gute Tipps und Kniffe von Alisa Hilpert.
Neben dem Normalbolus (Standardbolus), mit welchem die gesamte Insulinmenge direkt abgegeben wird, werden zwei weitere Bolustypen unterschieden: der verlängerte/verzögerte Bolus und der duale Bolus/Multiwave-Bolus. Der Normalbolus wird für Lebensmittel eingesetzt, die ohne Verzögerung ins Blut aufgenommen werden – das sind z. B. solche mit geringem Fett-, Eiweiß- oder Ballaststoffgehalt (z. B. Weißbrot, Nudeln, Reis, Obst und Fruchteis).
Lebensmittel mit einem hohen Fett-, Eiweiß- oder Ballaststoffgehalt – wie Sahnetorte, Nüsse und Hülsenfrüchte – lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen. Wird ein Bolus direkt abgegeben, steigt die Gefahr einer Unterzuckerung. Grund hierfür ist der schnelle Wirkeintritt von Insulinanaloga binnen weniger Minuten.
Verzögerter/verlängerter Bolus
Hier empfiehlt sich die Verwendung eines verzögerten/verlängerten Bolus. Die Pumpe gibt dabei in regelmäßigen Abständen kleine Insulinmengen ab. Zunächst wird dazu im Gerät die gesamte Insulindosis für die entsprechende KE/BE-Menge eingestellt. Im nächsten Schritt wird ausgewählt, über welchen Zeitraum die Insulinabgabe erfolgen soll. Je nach Pumpenmodell lassen sich zehn Minuten bis zwölf Stunden einstellen (s. Tab. 1).
Liegt eine Magenentleerungsstörung (Gastroparese) vor, wird ebenfalls eine verzögerte Insulinabgabe empfohlen, da durch die Gastroparese Kohlenhydrate langsamer ins Blut aufgenommen werden.
Bei einer kohlenhydratarmen oder -freien Kost (Ernährung nach Logi-Methode, Low Carb, HCG-Diät) mit höheren Fett- und Eiweißmengen kann die Berechnung der Fett-Protein-Einheit, kurz FPE (siehe Interview auf S. 30), sinnvoll sein. Denn der Körper kann größere Fett- und Eiweißmengen in Zucker umwandeln (Glukoneogenese). Eine FPE sollte zunächst mit 0,5 Einheiten Insulin abgedeckt und bei Bedarf angepasst werden. Aufgrund des späten Blutzuckeranstiegs sollte die Insulindosis über einen verzögerten/verlängerten Bolus abgegeben werden.
Die Abgabedauer lässt sich mit steigender FPE-Menge verlängern (siehe Pańkowska-Algorithmus).
Dualer/Multiwave-Bolus
Werden Lebensmittel gegessen, die neben einem hohen Fett-, Eiweiß- oder Ballaststoffanteil auch reichlich Kohlenhydrate enthalten (z. B. Pizza, Pasta mit Sahnesauce, Fast Food, Schnitzel mit Pommes frites oder Früchtemüsli), eignet sich der duale/Multiwave-Bolus, auch Pizza-Bolus genannt, besser. Dabei wird ein Teil der Insulindosis direkt abgegeben, während die restliche Dosis verzögert wird.
Beispielsweise lässt sich eine Pizza mit 10 KE und einer Gesamtinsulindosis von 10 Einheiten Insulin folgendermaßen abdecken: 40 Prozent (4 Einheiten) sofort und die übrigen 60 Prozent (6 Einheiten) über zwei Stunden verzögert. Werden Mahlzeiten über einen längeren Zeitraum eingenommen (mehrgängige Menüs, Brunch, Knabbereien wie Popcorn im Kino), kann ebenfalls ein dualer/Multiwave-Bolus eingesetzt werden. Da im Vorfeld meist nicht feststeht, wie viele KEs/BEs gegessen werden, kann jederzeit nachgebolt oder der duale/Multiwave-Bolus abgebrochen werden.
Wichtig ist, den Blutzucker bei verzögerter Insulinabgabe nicht zu früh zu korrigieren. Bei Insulinanaloga sollte frühestens drei Stunden nach Ablauf des verzögerten Bolusanteils korrigiert werden.
Individualität steht im Fokus
Dank verschiedener Bolustypen ist eine bessere Anpassung der Insulindosis an besonders fett- und eiweißreiche Mahlzeiten möglich. Die Aufteilung der Insulindosis und die Abgabedauer müssen dabei immer individuell angepasst und im Alltag ausprobiert werden.
von Alisa Hilpert
B. Sc. Oecotrophologin, AK-Diabetes VDOE, Diabetes Zentrum Mergentheim, Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (12) Seite 32-33
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 19 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….