- Ernährung
“Vlet”: Hoch im Norden
7 Minuten
Das Echt essen-Gasthaus im Oktober: Ein Hort der norddeutschen Heimatküche ist das Hamburger “Vlet”, wo sogar Ausgefallenes wie der Labskaus bestens gelingt.
Glitzernd im Sonnenlicht blinkt die fast fertige Elbphilharmonie – und ist das geworden, was alle erträumten: Ein Schmuckstück für die Hansestadt. Ebenfalls ein Schmuckstück ist bereits seit Jahren das wenige hundert Meter entfernte Restaurant “Vlet”. Es liegt an einem Kanal, was auf hanseatisch Fleet heißt. Elbphilharmonie und Vlet sind Teil der historischen Speicherstadt, die Stück für Stück zur eleganten neuen Hafencity umgebaut wird.

Liegt an einem Kanal – und heißt auch so: “Vlet”
Edel und chic in einen ehemaligen Speicher aus Backsteinen integriert ist das Restaurant mit einer langen, einladenden Bar, einem warmen Holzfußboden, sesselartigen Stühlen, einer angenehmen Beleuchtung und einem aufmerksam-freundlichen Service. Sofort entsteht eine gleichzeitig dezente und herzliche Atmosphäre, wie sie typisch ist für die reiche Hansestadt. Mittags unter der Woche war ich da – und da gehört das Vlet den Handelsleuten, die diskret ihren Geschäften nachgehen und viele, wenn auch nicht alle Tische in dem großen Restaurant besetzen. Am Abend und vor allem an den Wochenenden sieht das anders aus – da ist der Zuspruch so groß, dass ohne Reservierung nichts geht.

Industriedecke, Holzfußboden und warmes Licht: Gastraum
Ein belebter Rahmen also für eine Küche, die selbst im kulinarisch verwöhnten Hamburg einzigartig ist: Hier werden die Klassiker der hanseatischen Küche mit besten regionalen Erzeugnissen von handverlesenen Produzenten zu neuer Blüte gebracht – und die übersichtliche Karte spielt auch gekonnt mit dem Platt, beginnt mit “Vördeem”, den Vorspeisen, leitet zu “Middeninne”, den Hauptspeisen über und schließt mit “Dornach”. Zur Einstimmung gibt es fluffige, aufgeschlagene Fassbutter mit selbstgebackenen Brötchen, wobei mir vor allem das mit Birne und Kürbiskernen in guter Erinnerung geblieben ist.
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So schmeckt auch er auch Einsteigern: Labskaus
Natürlich bestellte ich als erstes “Alles vom Labskaus”, ein Seemannsklassiker, der selbst den meisten Hamburgern ein Graus ist. Nun, auch im Vlet sind diese Vorbehalte bekannt – und so wird eine entschlackte Version serviert, die gekonnt mit wesentlichen Bestandteilen dieses Gerichtes spielt, das entstanden ist zu einer Zeit, wo die Lebensmittel auf den Schiffen für Monate halten mussten – wozu Kartoffeln, Rote Bete, Zwiebeln, eingelegte Gurken und Heringe, geräucherter Speck sowie Eier gehörten, weil an Bord auch Hühner gehalten wurden.
Serviert wird eine sagenhaft intensive Brühe vom Galloway-Rind. Darin schwimmen fein geschnittene Rote Bete und Senfgurke, gepökelte Rinderbrust, kleine (lütte) Kartoffelknödel und ein pochiertes Wachtelei. Hinreißend schmeckt das für 15 Euro – und dürfte die Vorbehalte abbauen, einmal einen “richtigen” Labskaus zu probieren, wie ich ihn für mein neues Buch “Heimatküche für Diabetiker” entwickelt habe, wo ich Salate von Eiern, Speck, Hering, Kartoffeln und Rote Bete einzeln und dann vermengt als Labskaus anbiete.

Schmeckt gut – tut bestens: Krabben mit Schinken und Quark
“Granaten” nennt sich schlicht der zweite Gang, der so gut mundet, wie er einladend aussieht: Intensiv duftende, gottseidank ungeschälte gelbe und violette Kartoffeln liegen auf einem Bett aus Quark und Leinöl. Ebenfalls Platz im Bett haben Krabben, ein ungemein würziger Schinken vom Hamburger Metzger, gepickelte rote Zwiebel und frische Blättchen von der Vogelmiere. Vom alteingessenen Fischbetrieb Urthel aus Friedrichskoog an der Nordsee stammen die “Granaten”, die Krabben, die frisch gefangen und mit einer selbst konstruierten Maschine geschält werden – ein riesiger Vorteil gegenüber dem Schälen in fernen Ländern wie Marokko, was den Geschmack und die Vitalität beeinträchtigt.
Gesundes aus der Apotheke der Natur: Krabben-Kraft
Fast schon ernährungsphysiologisch optimiert und beinahe apothekenpflichtig ist dieses 18 Euro kostende Gericht mit seinen potenten Proteinen aus Krabben und Schinken, den wohldosierten Kohlenhydraten der Kartoffeln, dem kraftspendendem Quark, der verdauungsfördernden Zwiebel und der Vitamin-C-strotzenden Vogelmiere. All das muss niemand wissen, der “nur” genießen will – aber es steigert jedenfalls bei mir den Genuss außerordentlich, vor allem, wenn ich dazu noch so einen mineralisch dichten Riesling trinke, wie den 2014er “Urwerk” vom Familienweingut Eser in Oestrich-Winkel. Sicher, die fast 14 Prozent Alkohol hätte es mittags nicht unbedingt gebraucht und noch ein, zwei Jahre Lagerung hätten ihm auch gutgetan – aber der Tropfen für angemessene 30 Euro die Flasche hat auf jeden Fall zum Essen gepasst.
Nächste Seite: Mit Zwieback paniert und gebacken: Finkenwerder Scholle +++ Vier Käse, ein Genuss: Regionale Hofkreationen

Mit Zwieback paniert und gebacken: Finkenwerder Scholle
Satt war ich nach den beiden Gängen, den Brötchen – aber immer noch hungrig nach dieser authentischen Küche. So bestellte ich “Finkenwerder”, die berühmte gebackene Scholle, die im Vlet gereicht wird mit Speckbohnen, Krebsbutter und Kartoffeln. Eine üppige Portion für 21 Euro. Saftig innen und mit feinen Röstaromen außen kam die Scholle auf den Tisch. Ein knackiges Gedicht dazu die Bohnen mit Schinken. Sehr gut auch die Krebsbutter, die es aber nicht unbedingt gebraucht hätte. In Butter geschwenkt, mit Dill gewürzt die wiederum ausgezeichneten Kartoffeln, die zeigen, welch vortreffliche Gemüsevielfalt rund um Hamburg angebaut wird.
In einer Zwiebackpanade gebacken wird die Scholle. Das schmeckt zwar gut, auf der anderen Seite ist Zwieback aber stark glykämisch, treibt also den Blutzucker nach oben. Da würde es sich lohnen, einmal mit einer Panade auch aus Haselnüssen zu experimentieren, wie ich es für das Wiener Schnitzel in meiner “Heimatküche” gemacht habe. Das bringt einen feinen Nussgeschmack – und hält den Blutzucker in schicklicheren Bahnen.

Vier Käse, ein Genuss: Regionale Hofkreationen
Jetzt hatte ich endgültig genug gegessen, aber einer ging noch, schließlich bin allein wegen dem Vlet morgens von Köln nach Hamburg gefahren und anschließend wieder mit dem Zug zurück. Also sich freuen auf den Gang “Norddeutsche Käseauswahl” für 12 Euro, alles Rohmilchkäse von kleinen Erzeugern aus dem ganz weiten Hamburger Umland. Ganz rechts ein Schafskäse aus Meckpomm, daneben ein mit Asche bestreuter Ziegenkäse. Es folgen ein cremiger Kuhkäse und ein nussiger Romadur. Gut sind sie alle, wobei mir besonders der Ziegen- und der Kuhkäse in bester Erinnerung geblieben sind. Dazu gereicht werden Apfel- und Himbeer/Feigensenf sowie ein ausgezeichnetes Apfelgelee. Ist nicht schlecht, aber eigentlich brauchen es die Käse nicht, wobei aber der Romadur durch den Himbeersenf deutlich gewinnt.
Eine Wucht dazu ist auf jeden Fall der 2010er “Melsheimer” von der Mosel, ein weißer deutscher “Portwein” mit satten 18 Prozent, der die Käse genial aufschließt. Immer wieder beeindruckend, was für großartige Weine in Deutschland inzwischen gekeltert werden.
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Kombiniert klug Genuss und Gesundheit: Thomas Sampl
Maßgeblich entwickelt hat das gastronomische Vlet-Konzept Thomas Sampl, ein sehr sympathischer 35jähriger, der seit sechs Jahren die Küche des Vlet leitet. Systematisch hat sich der gebürtige Ostwestfale mit alten hanseatischen Kochbüchern beschäftigt – und hat vor allem ein Netz von über 100 kleinen Lieferanten aus der Region aufgebaut. Aus seiner Ausbildung als Koch in guten Häusern weiß Sampl, wie viel Entwicklungsarbeit noch zu leisten ist, damit sich Köche wieder mit den alten Handwerkstechniken beschäftigen, damit sie wieder wissen, wie ein Tier ganz zu verwerten ist. Denn wer Tiere tötet, muss Tiere ganz essen, gerade auch die Innereien – das gebietet der Respekt vor der Kreatur. Deshalb arbeitet er intensiv mit Berufsschulen zusammen.
Vlet Nummer Zwei: Vielleicht mit eigenem Garten?
Inzwischen gibt es bereits ein zweites Vlet in der Innenstadt und eine Kochschule für das Kochen wie bei Muttern. Für alle drei Einrichtungen, die einem innovativen Hamburger Caterer-Unternehmen gehören, hat Sampl die gastronomische Gesamtverantwortung. Noch hanseatischer ausgerichtet soll die Küche im neuen Vlet werden – vielleicht wird soweit gegangen wie im “Noma”, einem der besten Restaurants der Welt. Das wird demnächst in Kopenhagen an einen Ort in der Stadt umziehen, wo es auch einen eigenen Garten gibt. So etwas wäre doch auch in Hamburg denkbar – und ich könnte aus meinem Diabetes Garten in einer Frankfurter Klinik noch einige essbare Heilpflanzen beisteuern.
Seit Jahren unterstützt Thomas Sampl Slow Food, eine kluge Organisation, die sich die Produktion und den Vertrieb von handwerklich hergestellten Mitteln zum Leben auf die Fahnen geschrieben hat. Seit Jahren geben die bewusst “Langsamen” auch einen Genussführer heraus – und da müsste das Vlet einen Ehrenplatz haben. Leider ist es gar nicht drin, weil sich Slow Food eine viel zu enge preisliche Obergrenze gesetzt hat, aber Gutes hat halt seinen Preis. So ist zu hoffen, dass in der für 2016 geplanten Neuausgabe dieser Hamburger Hort der Heimatküche seine gebührende Würdigung findet.
Fazit: Das Vlet bildet mit seinen Ablegern den Nukleus eines lokalen Gastro-Konzepts, das Genuss optimal mit Gesundheit verbindet.
“Vlet”, Am Sandtorkai 23/24, 20 457 Hamburg, 040/334 753 75-0. Montag bis Samstag mittags und abends geöffnet, Sonntag ist zu. Am Abend, vor allem am Wochenende unbedingt langfristig vorher reservieren! www.vlet.de

Also sprach der Butt: “Vlet is gutt!”
von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
, Internet: www.lauber-methode.de
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 2 Tagen, 6 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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