- Ernährung
Warum die Leber bei Diabetes so wichtig ist
4 Minuten
Zwei Stunden nach dem Essen einen guten Blutzuckerwert zu erreichen, steht wohl ganz oben auf der To-do-Liste – sowohl bei den Betroffenen selbst als auch bei Behandlern. Denn wenn gegessener Zucker nicht durch körperliche Aktivität verbrannt wird, kümmert sich die Leber um ihn und wandelt diese Kohlenhydrate zumeist in Fett um. Das kann im Lauf der Zeit zum Entstehen einer nicht alkoholischen Fettleber beitragen.
Die Leber ist lebenswichtig zum Entgiften, beispielsweise nach Alkohol-Konsum. Sie hat weitere Aufgaben, zum Beispiel das Herstellen von Gallen-Flüssigkeit und von Faktoren zur Blutgerinnung. Auch im Hormon-Haushalt nimmt sie eine Schlüsselrolle ein. Zudem beteiligt sie sich maßgeblich am Fett-Stoffwechsel. Eine häufige Erkrankung der Leber ist die nicht alkoholische Fettleber, kurz NAFLD (engl. non-alcoholic fatty liver disease). Wird diese diagnostiziert, ist bereits mit etwa 250 g Leberfett zu rechnen. Das entspricht einem ganzen Stück Butter.
Erhöhte Leberwerte im Blut gehen nicht zwingend mit übermäßigem Alkohol-Konsum einher, sondern können ein Hinweis auf eine Fettleber sein. Eigentlich sollte in der Leber selbst keine Ansammlung von Fett erfolgen. Ist die Energie-Aufnahme jedoch permanent höher als der Verbrauch, hat das Organ keine andere Wahl, als das Fett dort einzulagern.
Was hat der Blutzucker mit einer Fettleber zu tun?
Wurde in der Vergangenheit die Fettleber häufig mit einem übermäßigen Alkohol-Konsum in Verbindung gebracht, trägt heute vor allem das Einlagern von überschüssiger Nahrungs-Energie, insbesondere aus Zucker, zum Entstehen bei. Ein Blutzucker, welcher längerfristig die Grenzwerte deutlich überschreitet, fördert bei entsprechender Veranlagung das Entstehen einer Fettleber.
Die Behandlung erfordert ein Beheben der auslösenden Ursachen. Die Gewichts-Reduktion durch eine dem Verbrauch angepasste Ernährung sowie regelmäßige Bewegung sind förderlich. Medikamente zur Therapie der Fettleber stehen nicht zur Verfügung. Ein Verfetten der Leber-Zellen geht einher mit einer stärkeren Unempfindlichkeit gegenüber Insulin (Insulin-Resistenz). Diese führt dazu, dass die Leber, insbesondere in den frühen Morgenstunden, vermehrt Glukose ins Blut abgibt. Als Folge zeigen sich erhöhte Blutzucker-Nüchternwerte. So ist es durchaus möglich, dass Sie mit einem Blutzuckerwert von 130 mg/dl (7,2 mmol/l) schlafen gehen, aber morgens mit einem deutlich höheren Wert aufstehen. Beteiligt daran ist auch die Fettleber.
Gesunde Lebensmittel – gesunde Leber
Das Sprichwort “Gut gekaut ist halb verdaut” stimmt. Es ist aber, wenn es um einen langsamen Blutzucker-Anstieg sowie ein langanhaltendes Sättigungs-Gefühl bei Menschen mit Diabetes geht, weniger angebracht. Vermeiden Sie eine zu feine Konsistenz der Speisen. Je feiner und breiiger Ihr Essen ist, umso schneller und höher steigt der Blutzucker. Ein Apfel, am Stück gegessen, erhöht den Blutzucker-Spiegel langsamer als Apfelmus oder Apfelsaft. Ebenso verhält es sich beispielsweise mit Kartoffeln im Vergleich zu Kartoffelpüree. Besonders schnell erhöhen feinpürierte Kartoffel- oder Kürbissuppe, Pudding, Grießbrei oder Fruchtmus den Blutzucker-Spiegel.
Aber auch die Kohlenhydrate aus Lebensmitteln wie Weißbrot, weichgekochten Nudeln – insbesondere feinen Suppen-Nudeln – oder Hefeteig-Gebäck gelangen rasch ins Blut. Die in den Lebensmitteln enthaltene Stärke wird bereits im Mund und anschließend im Magen in den Einfachzucker Glukose (Traubenzucker) zerlegt. Selbst wenn Sie eine an sich zuckerfreie Brezel essen, werden Sie den steilen Anstieg des Blutzuckers innerhalb kürzester Zeit messen können. Der wesentliche Part der Verdauung erfolgt im Dünndarm. Enzyme der Darmwand sind für den sofortigen Abbau der Stärke verantwortlich. Einem Blutzucker-Anstieg steht nun nichts mehr im Weg.
Jeder Schritt zählt
In früheren Zeiten war Essen immer mit körperlicher Bewegung und Arbeit verknüpft. So wurde die aufgenommene Energie wieder verbrannt. Bei unserem heutigen, oft sitzenden Lebensstil gelangt die nicht verbrannte Glukose zur Leber und wird dort als Fett-Reserve eingelagert.
Inzwischen zählen die nicht alkoholischen Fettleber-Erkrankungen zu den häufigsten Leber-Erkrankungen weltweit. Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma wäre zum einen, die Kalorien der Nahrung zu begrenzen, zum anderen das Steigern der körperlichen Aktivität – und das am besten nach der Hauptmahlzeit, wie australische Forscher im Jahr 2016 bestätigen konnten. Somit ist das Sprichwort “Nach dem Essen sollst du ruh’n oder 1000 Schritte tun” dann als Lebens-Weisheit zu interpretieren, wenn man sich für Letzteres entscheidet. Sich nach Bewegung eine ausgleichende Ruhephase zu gönnen, ist dann wohlverdient.
Mit Ernährungs-Medizin behandeln
Eine medikamentöse Behandlung der Fettleber gibt es bekanntlich nicht. Jedoch geben Studien-Daten Anlass, die traditionelle Mittelmeer-Küche – so wie sie in den 1950er-Jahren auf Kreta üblich war – als Ernährungs-Medizin bei einer NAFLD einzusetzen. Deshalb haben europäische Fachgesellschaften die Mittelmeer-Kost bereits im Jahr 2016 in ihre Behandlungs-Leitlinien aufgenommen.
Ebenso empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zur Gewichts-Reduktion eine traditionelle, mediterrane, Pflanzen-betonte Kost. Diese sollte reich an Gemüse, Salat, Vollkorn-Produkten (möglichst wenig vermahlen), Hülsenfrüchten, Olivenöl und Nüssen sein. Eine generell fettarme Ernährung wird hingegen nicht mehr empfohlen. Um Kalorien einzusparen, kann es natürlich sinnvoll sein, auch die tägliche Fettmenge im Auge zu behalten, insbesondere die Fette aus Fleisch- und Wurstwaren.
Mit immateriellem Kulturerbe halten Sie nicht nur Ihre Leber gesund
Die mediterrane Küche erfreut sich weltweit großer Beliebtheit und dies nicht zuletzt wegen ihrer schützenden Wirkung auf die Blutgefäße. Sie leitet sich aus verschiedenen Landesküchen der Mittelmeer-Region ab. Diese Küchen weisen etliche gemeinsame Elemente wie das häufige Verwenden von Olivenöl, mediterranen Kräutern oder Knoblauch auf, unterscheiden sich im Detail mitunter jedoch erheblich. Grundsätzlich handelte es sich ursprünglich um eine Stärke-reduzierte Ernährungsform, die von der UNESCO im November 2010 in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.
Auch wenn es genau genommen die Mittelmeer-Küche nicht gibt, sollten folgende Lebensmittel vermehrt Einzug in die Planung des Essens finden:
- Olivenöl und Oliven,
- frisches Gemüse wie Tomaten, Auberginen, Paprika, Zucchini, Fenchel,
- Knoblauch, Lauch, Zwiebeln,
- Kräuter und Gewürze wie Thymian, Rosmarin, Koriander, Salbei, Kümmel, Anis, Oregano, Basilikum,
- Hülsenfrüchte,
- Getreide möglichst als ganzes Korn,
- Fisch und Meeresfrüchte,
- etwas frisches Obst zum Nachtisch.
Essen gegen eine Fettleber – das geht
Eine dem Verbrauch angepasste Essens-Menge kann das Risiko einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFLD) deutlich senken beziehungsweise bei bestehender Erkrankung als Ernährungs-Medizin wirken. Blutzuckerwerte im Zielbereich können einen Fett-Aufbau der Leber abwenden. Zahlreiche groß angelegte Studien bei Bewohnern der Mittelmeer-Länder zeigen eine geringere Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Übergewicht und Fettleber. Zudem ergab sich eine tendenziell höhere Lebenserwartung. Ein Zusammenhang mit der Ernährung konnte hierbei hergestellt werden.
Das war der Anlass, Ernährungs-Empfehlungen zu entwickeln, die unter dem Namen “traditionelle Mittelmeer-Diät” bekannt geworden sind. Diese Empfehlungen weichen jedoch von den heutigen Ess-Gewohnheiten deutlich ab. Pizza und Pasta aus dem Italien-Urlaub haben mit der klassischen Mittelmeer-Küche nichts gemein. Nicht zuletzt sind auch Faktoren wie die Mentalität, der Umgang mit Stress, das soziale Verhalten (gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie), mehr Sonnenlicht und ausreichend Schlaf für die Gesundheit mitverantwortlich.
Schwerpunkt „Ernährung für eine gute Gesundheit“
- Essen und Gesundheit: Was stimmt, was nicht?
- Viele Mythen zu Süß-Alternativen
- Besiedlung durch Bakterien: Was dem Darm guttut
- Interview: Viele Ballaststoffe essen
- Warum die Leber bei Diabetes so wichtig ist
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (6) Seite 28-30
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 21 Stunden, 8 Minuten
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 21 Stunden, 17 Minuten
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 20 Stunden, 55 Minuten
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 19 Stunden, 47 Minuten
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 18 Stunden, 53 Minuten
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 49 Minuten
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion
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galu postete ein Update vor 5 Tagen, 1 Stunde
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 4 Tagen, 23 Stunden
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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