Warum ein Heimatkochbuch, Hans Lauber?

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Warum ein Heimatkochbuch, Hans Lauber?

„Heimatküche für Diabetiker und alle Genießer“ heißt das dritte Kochbuch des Erfolgsautors Hans Lauber im Kirchheim-Verlag. Im Interview berichtet er, mit welcher Motivation und welchen Zielen er dieses verfasst hat.

Diabetes-Journal (DJ): Warum nach „Schlemmen wie ein Diabetiker“ und „Schönkost“ noch ein Heimatkochbuch?
Hans Lauber:
Der derzeitige gewaltige gesellschaftliche Umbruch verängstigt und verunsichert. Immer stärker sehnen sich die Menschen nach verlässlichen Orientierungen – und die geben vertraute Rezepte wie Grün Soß, wie Schweinsbraten und Schwarzwälder Kirschtorte.

DJ: Aber diese Rezepte gibt es doch tausendfach gedruckt wie auch im Internet?
Lauber:
Natürlich gibt es das alles. Aber es hat sich kaum jemand Gedanken gemacht, welche gesundheitlichen Auswirkungen unsere Küchenklassiker haben – weshalb ich systematisch 44 Rezepte analysiert, verfeinert und verschlankt habe. Grundlage sind mein Bestseller „Schlemmen wie ein Diabetiker“, wo ich natürliche Blutzuckerbalancierer wie Bockshornklee in die Rezepte integriert habe, sowie „Schönkost“, ein mit Ärzten und Apothekern erarbeitetes Ernährungsbuch.

DJ: Welche sind Ihre Auswahlkriterien?
Lauber:
Ganz klar möglichst wenig schnelle Kohlenhydrate – also den Zucker minimieren, fast durchgängig Nudeln, durchgekochten Reis und Weißbrot weglassen. Dann alles so schonend frisch zubereiten, dass Vitalstoffe weitgehend erhalten bleiben.

DJ: Ist das eine freudlose Sanatoriumsküche?
Lauber:
Überhaupt nicht! Das ist ja das Tolle: Unsere Küchenklassiker sind mit den richtigen Zutaten richtig zubereitet wahre Aroma- und Gesundheitsbomben. Diese versteckten Potentiale will ich wieder glänzen lassen.

DJ:Können Sie Beispiele nennen, bitte!
Lauber:
Mein Paraderezept ist Leipziger Allerlei, das von Großküchen und der Nahrungsindustrie zu einem langweiligen Dosenfutter verhunzt wurde. Mit frischem Gemüse, knackigen Krebsen und Morcheln schmeckt das hinreißend und ist pure Vitalität. Begeistert bin ich auch von der Frankfurter Grün Soß, die mit ihren sieben Kräutern wie dem entgiftenden Kerbel fast schon apothekenpflichtig sein müsste. Und wer Krabben Büsumer Art mit Rührei regelmäßig isst, kann sich auf ein fittes und langes Leben freuen.

DJ: Warum gibt es in dem Buch so viele Rezepte mit Schwein?
Lauber:
Weil es früher Fleisch ganz selten gab, war es immer ein Fest, wenn ein Schwein geschlachtet wurde. Das hat sich tief ins kulinarische Gedächtnis eingegraben – und der Schweinsbraten ist halt Deutschland pur. Aber Schwein ist nicht gleich Schwein: Ich empfehle, das Fleisch nur selten zu essen, dann aber in bester Qualität, etwa von alten Rassen wie Bunte Bentheimer oder Schwäbisch Hällisch. Auch gibt es im Buch ein Rezept, wo ich den ungeheuer schmackhaften Schweinebauch in Gemüsebrühe gare, was das Gericht basischer und damit bekömmlicher macht. Gerne empfehle ich zu vielen Gerichten auch trockene Weine, die in Maßen ein natürlicher Zucker-Balancierer sind.

DJ: Was war die größte Herausforderung?
Lauber:
Natürlich die Desserts. Denn Süßes ist einer der Haupttreiber für den Lifestyle-Diabetes. Aber es ist mir sogar gelungen, den Heimatklassiker Schwarzwälder Kirschtorte so zu entschlacken, dass sich der Blutzuckeranstieg in schicklichen Bahnen hält. Das gelingt mit Hilfe der Natursüße Stevia und einem ordentlichen Schuss Kirschwasser.

DJ: Kirschtorte – das ist doch nur für Profis?
Lauber:
Überhaupt nicht! Die meisten Rezepte habe ich mit Klaus Neidhart entwickelt, der seit Jahrzehnten das Fischrestaurant „Gottfried“ in Moos am Bodensee erfolgreich führt. Er hat ein hohes ernährungsphysiologisches Wissen – und versteht es glänzend, die Gerichte leicht und nachkochbar zu gestalten.

DJ: Was fangen Nichtdiabetiker mit dem Buch an?
Lauber:
Sie werden schlank. Wer seine Kohlenhydrate wie in dem Buch beschrieben klug konsumiert, ist auf dem besten Weg zu einer langfristig schlanken Linie. Außerdem bewahren die von mir gewählten Zubereitungen, etwa ohne Schälen, Mineralien, was langfristig die Vitalität steigert.

DJ: Was ist ihr Favorit?
Lauber:
Der Toast Hawaii, ein Gericht meiner Kindheit. Den habe ich als gebürtiger Süddeutscher badisch geerdet mit Birne statt Ananas und herrlichem Walnussbrot statt labbrigem Weißbrot. Das habe ich schon oft serviert, erst maulen viele über die Veränderung, sind dann aber restlos begeistert vom Geschmack. Dass die Ballaststoffe des Brotes der Gesundheit frommen, geschenkt, das interessiert die wenigsten. Das macht aber überhaupt nichts, mein Ziel ist erreicht: Klassiker unserer Küche frohen Herzens genießen!

DJ: Wer nicht kochen und trotzdem Heimatküchen-Klassiker genießen will?
Lauber:
Da gibt es 12 Echt-Essen-Gasthäuser, etwa das „Vlet“ in Hamburg, wo sogar der Seemannsklassiker Labskaus ganz ausgezeichnet schmeckt.

DJ: Herr Lauber, vielen Dank für das Gespräch.

So erhalten Sie das neue Buch von Hans Lauber
  • per Telefon: 07 11 / 66 72 14 83
  • per Internet: www.kirchheim-shop.de
  • im Buchhandel: „Heimatküche für Diabetiker und alle Genießer“, Hans Lauber, 1. Auflage 2015, 108 Seiten, Hardcover, 19,90 €, ISBN 978-3-87409-591-4

von Redaktion Diabetes-Journal
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (12) Seite 10-12

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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