- Ernährung
Was Sie über Bier wissen sollten …
3 Minuten

Kölsch, Weizen, Pils: Bier ist das ganze Jahr über beliebt. Immer wieder erreichen uns Fragen rund ums beliebte Getränk mit und ohne Alkohol, zum Beispiel hinsichtlich der Kohlenhydrate etc. Deshalb haben wir nachgefragt bei Marc-Oliver Huhnholz vom Deutschen Brauer-Bund. Was Sie schon immer über Bier wissen wollten, lesen Sie hier.
Diabetes-Journal (DJ): Was macht heimische Biersorten im internationalen Vergleich so besonders?
Marc-Oliver Huhnholz: Es gibt eine riesige Vielfalt deutscher Biere auf dem Markt. Etwa anderthalb Tausend Brauereien hierzulande brauen dabei 6 000 verschiedene Biere. Die weit überwiegende Mehrheit wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Praktisch besteht ein Bier lediglich aus vier Zutaten wie Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.
Im Unterschied zu ausländischen Brauereien dürfen deutsche Brauer dem Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, nichts weiter zusetzen. Im deutschen Bier gibt es deshalb weder künstliche Aromen noch künstliche Farbstoffe und keine künstlichen Stabilisatoren. Ebenso dürfen weder Enzyme, Emulgatoren und Konservierungsstoffe zugesetzt werden. Das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten beschränkt. Allerdings ist es dadurch deutlich aufwendiger und anspruchsvoller, als es in den meisten ausländischen Brauereien der Fall ist.
DJ: Was sind die Unterschiede zwischen Pils, Weizen und Kölsch?
Marc-Oliver Huhnholz: Auf dem deutschen Biermarkt gibt es rund 40 verschiedene Sorten. Hierzu zählen das untergärig gebraute, hopfenbetonte und herbe Pils. Ferner obergäriges Weizen oder Weißbier, das mit einem Anteil vom namensgebenden Weizenmalz eher mild im Geschmack ist. Außerdem obergäriges, malzbetontes und mildes Kölsch, eine regionale Bierspezialität aus dem Kölner Raum. Das beliebteste Bier mit einem Marktanteil von über 50 Prozent ist Pils vor Hellem und Weizen mit jeweils rund 9 Prozent.
DJ: Je dunkler die Farbe alkoholhaltigen Bieres ist, desto mehr Kohlenhydrate (KH) enthält es – stimmt das?
Marc-Oliver Huhnholz: Nicht ganz. Die Farbe der Biere ist überwiegend auf die eingesetzten Malze zurückzuführen. Bei hellen Bieren sind es hellere Malze, bei dunkleren Bieren dunklere mit zum Teil leichten bis starken Röstaromen. Die Kohlenhydrate im Bier kommen vornehmlich vom unvergorenen Zucker aus Malz. Bei dunklen Bieren, die oft bewusst etwas vollmundiger mit Restsüße eingebraut werden, ist dieser Anteil höher als bei hochvergorenen, trockeneren Bieren.
DJ: Wie hoch ist im Schnitt der Gehalt an KH und Malzzucker im Bier mit Alkohol?
Marc-Oliver Huhnholz: Der Kohlenhydratgehalt normaler Vollbiere mit einem Stammwürzegehalt von 11 – 14 Grad Plato liegt bei rund 2,8 g pro 100 ml. Dabei beträgt der Restanteil an Zuckern wie Maltose oder Glukose lediglich 0,35 g in 100 ml.
DJ: Wie wird alkoholfreies Bier hergestellt? Wie kommt es, dass sie den herkömmlichen geschmacklich so ähneln?
Marc-Oliver Huhnholz: Mit hohem zeitlichen und technischen Aufwand haben deutsche Brauer moderne Verfahren entwickelt, um für alle Bierfreunde qualitativ hochwertige und geschmacklich überzeugende Biere zu entwickeln. Alkoholfreie Biere werden sorgsam gebraut, so dass sie ihre typische Note und die unverwechselbaren Hopfen- und Malzaromen behalten. Zwei Herstellungsverfahren sind weit verbreitet: das Stoppen des Gärprozesses bei einem Alkoholgehalt von unter 0,5 Volumenprozent oder das nachträgliche, schonende Entfernen des Alkohols.
Die Rezepturen und Verfahren zur Herstellung alkoholfreier Biere sind mittlerweile so ausgereift, dass der Wegfall des Alkohols, der ähnlich wie Fett bei Speisen ein wesentlicher Geschmacksträger ist, nicht mehr so stark ins Gewicht fällt. Selbst überzeugte Freunde klassischer, alkoholhaltiger Biere finden unter den mittlerweile 400 verschiedenen alkoholfreien Bieren Marken, die sie ansprechen. Übrigens kommt jeden Monat in Deutschland ein neues, alkoholfreies Bier auf den Markt.
DJ: Stimmt es, dass in alkoholfreiem Bier Restalkohol enthalten sein darf – auch wenn alkoholfrei draufsteht?
Marc-Oliver Huhnholz: Bedingt durch die Herstellungsprozesse in den Brauereien können alkoholfreie Biere bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Diese Spuren von Alkohol sind jedoch so gering, dass sie keinerlei physiologische Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Dies wurde in einer Studie untersucht. In Deutschland ist gesetzlich festgelegt, dass als alkoholfrei deklarierte Biere höchstens 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten dürfen. Dieser Wert gilt auch für alkoholfreie Weine.
Für alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte oder Kefir gilt im Übrigen ein Wert von 0,38 Volumenprozent, für Traubensaft sogar bis zu einem Volumenprozent Alkohol. Bei mit 0,0 Volumenprozent deklarierten, alkoholfreien Bieren wird der Alkohol vollständig entzogen. Übrigens enthalten auch andere Lebensmittel wie Mischbrot, Kefir, reife Bananen und Apfelsaft geringe Spuren von Alkohol.
DJ: Wie hoch ist der KH- und Malzzuckergehalt alkoholfreier Sorten?
Marc-Oliver Huhnholz: Alkoholfreie Biere haben je nach Sorte und Herstellungsverfahren unterschiedlich hohe Kohlenhydrat- und Zuckergehalte. Sie schwanken zwischen 2,9 und 5,7 g Kohlenhydrate pro 100 ml und 0 bis 2,8 g Zucker pro 100 ml. Die entsprechenden Angaben finden sich auf den Etiketten.
DJ: Gibt es Biersorten, bei denen der Alkohol erst nach dem Brauen entzogen wird?
Marc-Oliver Huhnholz: Brauereien entscheiden für sich, nach welchem Verfahren ihre alkoholfreien Biere hergestellt werden. Somit gibt es alkoholfreie Pils- und Weißbiere und neuerdings India Pale Ales, bei denen der Alkohol nachträglich und schonend, etwa durch physikalische Verfahren wie die Vakuumdestillation, entfernt wurde. Die Wahl des Verfahrens ist somit nicht an Biersorten festzumachen.
DJ: Liegt der Kohlenhydratgehalt bei solchen Bieren niedriger als bei anderen alkoholfreien Bieren? Wenn ja, wie können Verbraucher das erkennen?
Marc-Oliver Huhnholz: Die Nährwertangaben sind auf jeder Flasche deklariert. In der Regel sind die nachträglich entalkoholisierten Biere kohlenhydratärmer als diejenigen mit gestoppter Gärung.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (8) Seite 82-84
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kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 6 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 2 Tagen, 3 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


