- Aus der Community
What is it like to be a Diabetic Zuckerbäcker?
4 Minuten

Schon vor dem Beginn meiner Diabetes-Karriere konnte ich mir vorstellen, als Zuckerbäckerin oder Konditorin zu arbeiten. Aber mit der Diagnose meines Diabetes vor bald 28 Jahren kam sofort die ernüchternde Antwort von meiner Oma auf diese Frage: „Mit deinem Diabetes ist dieser Traum jetzt gestorben! Such Dir eine andere Ausbildung.“ Das war damals ein harter Schlag ins Gesicht für mich als junges, pubertierendes Mädchen mit großen Träumen im Kopf.

Viele Jahre und Erfahrungen später begegnete ich dann durch Zufall einer jungen Dia-Mama. Julia war damals erst kürzlich eine junge Mama geworden und hatte im Berufsleben leider noch keinen festen Boden unter den Füßen gefunden. Bei einem gemeinsamen Gespräch stellten wir beide fest, dass sie – ähnlich wie ich damals bei meiner Diagnose Diabetes – unheimlich gerne Kuchen bäckt.
Und in mir entflammte erneut eine Frage aus meiner Vergangenheit: Ist es möglich, als Diabetiker im Beruf eines Konditors (auch Zuckerbäcker genannt) zu arbeiten? Kann man in diesem Beruf, der sicher einiges an Naschen abverlangt, gemeinsam mit seinem Diabetes arbeiten? Sind die Arbeitszeiten mit einem Diabetes vereinbar? Lernt man als Konditor auch das Handwerkszeug, um Backwaren mit Zuckeraustauschstoffen für andere Diabetiker herzustellen?

Einige dieser vielen Fragen wollte ich unbedingt klären. Ich lebe nun schon seit 15 Jahren in Österreich und kann heute nur über die Situation hier in Tirol berichten. Daher habe ich die Tiroler Fachberufsschule St. Nikolaus in Innsbruck angerufen und ein Interview mit dem Ausbildungsleiter für Konditoren vereinbart. Was ich dabei erfahren habe, lest ihr hier:
Infos Konditor/in
Die Arbeit mit Torten, Kleingebäck, Konfekt, Speiseeis, Schokolade- und Zuckerarbeiten oder das Modellieren mit Marzipan bereiten dir Spaß? Dies sind als Konditor deine Tätigkeiten! Alle Arbeiten eines Konditors bereiten Gaumenfreuden!
Lehrzeit
3 Jahre
1 Jahr verkürzt mit Matura, Fachschul- oder Lehrabschlussprüfung
ANFORDERUNGEN, DIE DU MITBRINGEN SOLLTEST
- Kreativität, um Ideen mit kunsthandwerklichem Geschick umzusetzen
- Fleiß, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit
- Grundverständnisse der Lebensmittelhygiene
- Freude an manueller Tätigkeit
- Kreativität
- Sinn für Farben und Formen
Wo kann ich lernen?
- Konditoreien
- Betriebe der Süßwarenindustrie
Was lerne ich?
- verschiedenste Torten herstellen
- Herstellung süßer Spezialitäten: Schokolade, Bonbons, Pralinen, Konfekt, Marzipan, aber auch Eis
- Zuckerarbeiten wie Zuckergießen, Zuckerziehen; dekorative Tätigkeiten wie Verzieren, Modellieren
- richtiger Umgang und Einsatz moderner Geräte und Maschinen
- Be- und Verarbeiten von Teigen, Schokoladen, Füllungen und Massen
Die Zubereitung von diabetikergerechten Kuchen oder Torten ist in kleinen Betrieben in Österreich nur selten möglich. Für jedes eigens entwickelte Produkt mit Zuckeraustauschstoffen muss seit 2013 eine Extra-Genehmigung von der AGES, der Agentur für Ernährungssicherheit, eingeholt werden. Diese Genehmigung ist für die meisten Kleinbetriebe sehr teuer. Daher produzieren oft nur die Großbetriebe der Süßwarenindustrie Produkte für Diabetiker.
Welche beruflichen Chancen habe ich als Zuckerbäcker/Konditor?
Für uns in Tirol sind die beruflichen Möglichkeiten eher begrenzt. Oft stellen größere Hotels oder Bäckereien Konditoren ein. Zeitlich gesehen würden die Arbeitszeiten des Konditorhandwerks gut mit dem Diabetes zusammenpassen. Will man sich weiterentwickeln, hat man die Möglichkeit, als Patissier in der gehobenen Gastronomie zu arbeiten und extravagante Nachspeisen zu kreieren. Hier sind die Arbeitszeiten flexibler und können auch bis spät in den Abend hinein dauern.

Bei meiner Internetrecherche stieß ich dann auf einen Artikel von Johanna Kröger, die seit ihrem dritten Lebensjahr mit einem Diabetes Typ 1 lebt. Die junge Diabetikerin hielt trotz Diabetes und später einer Essstörung an ihrem Traum fest. Sie hat im Frühjahr 2017 ihre Lehre als Konditorin beendet und wurde gleich darauf schwanger. Ob sie mit dem Baby wieder in ihrem Beruf als Konditorin arbeitet, weiß ich leider nicht. Was mir an ihrem Artikel so gefallen hat, ist diese positive Einstellung, die sie allen Diabetikern vermittelt. „Das Kämpfen hat sich immer gelohnt!“, schreibt sie und macht allen Diabetikern Mut, auch bei oder trotz Rückschlägen an die Verwirklichung ihrer Träume zu glauben. Auch mit Diabetes ist beruflich sehr vieles möglich.
Aber…
Hinzufügen möchte ich noch, dass sich in der Medizintechnik seit meiner Diabetes-Diagnose 1989 und heute einiges getan hat. Mit den verschiedenen Pumpen und den Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) hat sich einiges getan. Trotzdem muss man als Diabetiker immer noch regelmäßig seinen Blutzucker im Auge behalten. Man kann heute als Diabetiker auch Zucker genießen. Nur alles in Maßen und richtig berechnet. Somit ist heute noch viel mehr möglich.
- Heike beschäftigt schon länger die Frage: Wie kommt man im Beruf mit dem Diabetes zurecht? Passt das zusammen, Diabetes haben und Sportlehrer sein?
- Egal, welchen Beruf man lernt – der Diabetes muss in die Ausbildung integriert werden. Caro erzählt, wie ihr das gelungen ist.
- Wie geht es nach der Ausbildung weiter? Auch dazu hat Caro sich Gedanken gemacht.
- Stephanie gibt 5 Tipps für den Berufseinstieg mit Diabetes.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 22 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 16 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße