Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen

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Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen | Foto: K. Kraatz/MedTriX
Foto: K. Kraatz/MedTriX
Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen

Der t1day hatte am vergangenen Sonntag wieder nach Berlin gelockt. Auch 2026 waren viele dem Ruf gefolgt und nutzten den Tag für neues Wissen, gute Gespräche und intensiven Austausch. Welche Themen im Fokus standen, erfahrt ihr im Bericht von Diabetes-Anker-Chefredakteurin Dr. Katrin Kraatz.

Ende Januar, Zeit für den t1day! Wieder waren mehrere Hundert Menschen mit vor allem Typ-1-Diabetes und auch Familien mit Kindern mit Diabetes am 25. Januar nach Berlin ins H2-Hotel in der Nähe des Alexanderplatzes gekommen.

Überall sah man lachende Gesichter, erwartungsvolle Gesichter. Menschen fielen sich in die Arme. Man merkte: Der t1day ist für viele offensichtlich so etwas wie ein Familientreffen aller Altersgruppen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Bastian Niemeier und Shirin Valentine, die beide seit vielen Jahren mit Typ-1-Diabetes leben.

Das Diabetes-Anker-Team (hier Lena und Steffi) war auch gut gelaunt vor Ort. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX
Das Diabetes-Anker-Team (hier Janina) war auch gut gelaunt vor Ort. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX
Das Diabetes-Anker-Team (oben: Lena und Steffi; unten: Janina) war auch gut gelaunt vor Ort. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX

Der dt-report liefert Zahlen, Daten, Fakten zur Technologie

Auch wenn die Diabetes-Technologie hier immer einen großen Teil der Vorträge und t1camps einnimmt, hatten auch viele andere Themen Eingang ins Programm gefunden. Zum Start präsentierte Privatdozent Dr. Dominic Ehrmann vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) die ganz aktuellen Ergebnisse des dt-reports, und zwar die der Befragung der Menschen mit Diabetes und Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes. „Es ist wirklich eine wichtige Datenbasis“, betonte er.

Was sich aus den Antworten ergibt: „Wir können jetzt schon davon reden, dass AID der Standard in der Behandlung des Typ-1-Diabetes wird.“ AID steht für automatisierte Insulin-Dosierung. Blickt man auf die Belastungen durch den Diabetes, zeigt sich Positives: „Da sehen wir einen wahnsinnigen Effekt durch Diabetes-Technologie.“

Was sich aber auch zeigt bezüglich der AID-Systeme bei den Ergebnissen im Vergleich zwischen den Antworten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Die Österreicher und Schweizer haben weniger Probleme, ein AID-System genehmigt zu bekommen.“ Auch über das Panel dialink, an dem jeder, der mit Diabetes zu tun hat, teilnehmen kann, werden viele Informationen gewonnen, die auch für politische Forderungen genutzt werden können.

Präsentation von Daten aus dem aktuellen dt-report. | Foto: K. Kraatz/MedTriX
Präsentation von Daten aus dem aktuellen dt-report. | Foto: K. Kraatz/MedTriX

Haut-Probleme durch Sensoren und Verzögerung der Manifestation des Diabetes

Viel tut sich in der Diabetes-Technologie, wie Sarah Biester vom Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover berichtete. Wichtig war ihr dabei: „Die Diabetes-Behandlung von Menschen ist so unterschiedlich wie die Menschen.“ Ein ganz wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Diabetes-Technologie sind Haut-Probleme durch die aufgeklebten Hilfsmittel. „Das ist das Thema Nummer 1!“ Im Publikum meldeten sich extrem viele als davon Betroffene.

Diese Probleme sollte man nicht für sich behalten, sondern die Hersteller informieren, damit sich etwas ändert. Sarah Biesters dringliche Aufforderung: „Melden Sie das, melden Sie das, melden Sie das!!!“ In Ihrem Vortrag ging es auch um das gerade in Europa zugelassene Medikament Teplizumab, mit dem sich die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes bei dafür gefährdeten Menschen verzögern lässt. Ein wichtiger Aspekt dabei: Das vollständige Entgleisen des Stoffwechsels bei Manifestation des Diabetes ist besser zu verhindern.

Mit dem Medikament Teplizumab lässt sich das Ausbrechen von Typ-1-Diabetes hinauszögern. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX
Mit dem Medikament Teplizumab lässt sich das Ausbrechen von Typ-1-Diabetes hinauszögern. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX

Mit dem Medikament Teplizumab lässt sich das Ausbrechen von Typ-1-Diabetes hinauszögern. | Fotos: K. Kraatz / MedTriX

Warnung: Diabetologische Versorgung in Gefahr

Sorgen machen muss einem die Entwicklung der diabetologischen Versorgung. Dr. Antje Weichard, niedergelassene Diabetologin aus Magdeburg und Haldensleben und aktiv im Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND) und in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erläuterte, dass zwar die Versorgung immer mehr im ambulanten Bereich erfolgt, aber die entsprechende Finanzierung dem nicht gefolgt ist. Und einen Facharzt für Diabetologie gibt es bis heute nicht.

Hinzu kommt: „Die Diabetes-Expertise im Krankenhaus schwindet.“ Und durch die Vielfalt der Disease-Management-Programme für Menschen mit Diabetes kommt es zu einem „Flickenteppich“ und einer Ungleichheit der Versorgung in Deutschland.

Menschen mit Diabetes müssen gemeinsam für eine bestmögliche Versorgung eintreten. | Foto: K. Kraatz/MedTriX
Menschen mit Diabetes müssen gemeinsam für eine bestmögliche Versorgung eintreten. | Foto: K. Kraatz/MedTriX

Psychologische Aspekte: Lebensqualität als oberste Prämisse

„Ich habe das Glück, ein großartiges Leben zu führen!“ Aber auch: „Das Leben mit Diabetes ist hart.“ Beides stellte Stephanie Haack, Diabetes-Anker-Projektmanagerin und diabetesDE-Vorstandsmitglied im nächsten Vortrag fest. Nicht vergessen darf man nämlich bei aller rein medizinischen Behandlung nicht die psychischen Aspekte.

„Dieses Immer-Müssen, das kostet viel Energie“, machte Professor Dr. Bernhard Kulzer vom FIDAM deutlich. Das kann zu Depressionen mit weitreichenden Folgen führen. Auf der anderen Seite lässt der Diabetes manchen wachsen. Stephanie Haack fasste zusammen: „Für mich ist die oberste Prämisse Lebensqualität!“

Wer Diabetes hat, muss im Alltag viele Lasten tragen. | Foto: K. Kraatz/MedTriX
Wer Diabetes hat, muss im Alltag viele Lasten tragen. | Foto: K. Kraatz/MedTriX

Wer Diabetes hat, muss im Alltag viele Lasten tragen. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX

t1-camps mit großer Vielfalt und spannende Zukunftsaussichten

Auch in den t1-camps ging es lebhaft zu. Themen waren spezielle Fragen, die nur Frauen betreffen, die Erleichterung des Lebens durch Diabetes-Technologie, Stigmatisierung, rechtliche Probleme. Das Thema Haut wurde explizit nochmal aufgegriffen.

Und was ist in näherer Zukunft zu erwarten? Es gab Berichte über neue Glukosesensoren in Kombination mit Keton-Messung, Fully-Closed-Loop-Systeme, Medikamente als Ergänzung zur Insulin-Therapie bei Typ-1-Diabetes, Möglichkeiten in Prävention und Therapie durch künstliche Intelligenz und einiges mehr.

Spannende Themen, gespanntes Lauschen. | Foto: K. Kraatz/MedTriX

Gut besuchte Ausstellung mit Industrie und Verbänden

Eine große Ausstellung der Diabetes-Hilfsmittel-Anbieter und verschiedener Verbände und Initiativen für Menschen mit Diabetes begleitete den Tag. Sie zog die Menschen stark an, mitunter war es schwierig, durchzukommen. Auch der Diabetes-Anker war mit einem Stand vertreten.

Ebenfalls gut besucht: die Strände der Industrie und der Verbände. Foto: K. Kraatz/MedTriX
Ebenfalls gut besucht: die Strände der Industrie und der Verbände. Foto: K. Kraatz/MedTriX

Ebenfalls gut besucht: die Strände der Industrie und der Verbände. | Fotos: K. Kraatz/MedTriX

Dank an die Organisatoren und Ausblick auf den nächsten t1day

Einen großen Dank an Professor Dr. Lutz Heinemann und Gabriele Faber-Heinemann für das Ermöglichen und Organisieren des t1day, natürlich mit einem großen Team im Hintergrund, hatte Shirin Valentine bereits in der Begrüßung ausgesprochen: „Es ist Wahnsinn, was ihr seit vielen Jahren für uns macht!“ Beim Verabschieden richtete sie den Dank ans Publikum: „Danke, dass ihr alle hier seid – wir teilen alle ein Schicksal!“

Bastian Niemeier ergänzte: „Seid stolz auf euch – ihr wart heute hier!“ Mit dem Blick voraus beendete Shirin Valentine den Tag: „Wir sehen uns in einem Jahr wieder – wenn ihr wollt!“ Termin für den nächsten t1day ist der 31. Januar 2027, wie immer in Berlin.

Vormerken: Am 31. Januar 20237 findet der nächste t1day statt. | Foto: K. Kraatz/MedTriX
Vormerken: Am 31. Januar 2027 findet der nächste t1day statt. | Foto: K. Kraatz/MedTriX

von Dr. med. Katrin Kraatz

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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